Ligueux (, ) ist ein Dorf mit Einwohnern (Stand: ) in der französischen Gemeinde Sorges et Ligueux en Périgord im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2015 selbstständige Gemeinde gehörte Ligueux zum Arrondissement Périgueux. Die Bewohner werden Liguriens und Liguriennes genannt.
Der Erlass des Präfekten vom 21. Dezember 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Ligueux als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Sorges zur Commune nouvelle Sorges et Ligueux en Périgord fest.
Das Dorf erhielt 2025 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.
Geografie
Ligueux liegt etwa 28 Kilometer südsüdöstlich von Nontron und etwa 16 Kilometer nordöstlich von Périgueux in der Landschaft des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Ortsgebiet von Ligueux befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von der zeitweise trockenfallenden Beauronne entwässert, die es im Nordwesten begrenzt.
Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine hügelige Landschaft, deren Horizont von zahlreichen, mehr oder weniger dichten Wäldern begrenzt wird, die mit Wiesen und kleinen Feldern durchsetzt sind, und die durch das Tal der Beauronne und einige Trockentäler zerschnitten wird.
Der topographisch höchste Punkt liegt mit im Osten in der Nähe des Lieu-dits le Brouillet. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Westen beim Austritt der Beauronne aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf etwa Höhe.
Ligueux ist die nordwestlichste und kleinste Commune déléguée von Sorges et Ligueux en Périgord. Umgeben wird der Ort von einer Nachbargemeinde und der anderen Commune déléguée von Sorges et Ligueux en Périgord:
Etymologie und Geschichte Der Name von Ligueux ist zuerst verbunden mit seiner Abtei in Abbatia Beata Maria de Ligurio im Jahr 1115. Im 12. Jahrhundert ist auch die Schreibweise Logurs hervorgegangen, die fehlerhaft zu sein scheint. Das -i- erscheint danach immer mit Ligures, Ligor und Liguors im 13. Jahrhundert. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die moderne Form mit Liguex (1495) eingeführt, wobei die Endung -ex für -eux in der Aussprache steht. Ligueux stammt von einem gallorömischen Personennamen, der Ligurius sein könnte, der im antiken Italien gut belegt ist. Vorgeschlagen wird auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch ein Name gallischen Ursprungs, Lug, gefolgt von -°ialo wie beim gleichnamigen Ligueux im Département Gironde und das ursprünglich eine Freifläche bezeichnete.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 200 und 211
Der Überlieferung nach wurde die Abtei Notre-Dame de Ligueux von Karl dem Großen gegründet, der ihr die Reliquie des linken Arms des heiligen Simeon geschenkt haben soll. Diese erste Siedlung wurde Mitte des 9. Jahrhunderts während eines Einfalls der Wikinger zerstört und verschwand. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließ Géraud de Salles (ca. 1050–1120) sie als Einsiedelei wiederaufbauen, um die sich eine Religionsgemeinschaft von Frauen versammelte.
Um 1115 wurde das Benediktinerkloster gegründet, mit Maximira als erster Äbtissin. Zu dieser Zeit wird es als gemischtes Kloster erwähnt. Es genoss Schutz und Zuwendungen von lokalen Seigneurs, Güter, die 1188 von Papst Clemens III. bestätigt wurden, der die Abtei auch seiner direkten Autorität unterstellte. Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Abtei aufgrund der Kriege in der Region angegriffen und geplündert, sodass sie schließlich ohne Gemeinschaft dastand. Nur die Äbtissin blieb zurück.
Dank des Schutzes von Papst Eugen IV. und König Karl VII. von Frankreich wurde die Abtei wiederaufgebaut, jedoch während der Hugenottenkriege, insbesondere in den 1570er und 1580er Jahren, erneut beschädigt. Die Gemeinschaft musste daraufhin im Priorat Les Allois Zuflucht suchen. Der Wiederaufbau begann 1617, und die Abtei blieb bis zur Französischen Revolution aktiv, als sie aufgelöst wurde. Heute sind die meisten Gebäude des Klosterkomplexes verschwunden. Die romanische Kirche, wenn auch stark verändert, der Prioratspalast aus dem 17. Jahrhundert und einige kleinere Gebäude sind jedoch erhalten geblieben.
Der Eisenbahnunfall von Ligueux ereignete sich 1930.
Der Pole Abraham Stark war eines der vielen zivilen Opfer der Nationalsozialisten und Milizionäre im Périgord während des Zweiten Weltkriegs. Er wohnte im Ortsteil Le Bourbou in Agonac – zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern – und war im Dorf während einer Personenkontrolle festgenommen worden, die von einer jener deutschen Einheiten durchgeführt wurde, welche im Frühjahr 1944 solches Unheil anrichteten. Seine Leiche wurde am 16. April 1944 am Lieu-dit Combe Froide in Ligueux entdeckt, umgeben von zahlreichen Patronenhülsen aus Maschinenpistolen.
Klima Die klimatischen Bedingungen in Ligueux werden als mild und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Ligueux sind bemerkenswert, da selbst in Monaten, die typischerweise trocken sind, erhebliche Niederschläge fallen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in dieser Region unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Ligueux beträgt 13,7 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,9 °C, die höchste im Juli und August mit jeweils 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 810 mm.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Thomas aus dem 19. Jahrhundert Reste der Benediktinerabtei Notre-Dame aus dem 12./13. Jahrhundert, seit 1951 als Monument historique eingeschrieben Schloss Ligueux, ehemaliges Wohnhaus des Priors mit Taubenturm aus dem 17. Jahrhundert
Literatur
Weblinks
Abtei Ligueux – Fotos + Kurzinfos (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Commune déléguée im Département Dordogne Kategorie:Sorges et Ligueux en Périgord Kategorie:Gemeindeauflösung 2015 Kategorie:Ersterwähnung 1115