Karl Schaidler (* 14. März 1908 in München; † 1990) war ein deutscher Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.
Leben und Wirken Schaidler absolvierte die Mittelschule und erhielt seine künstlerische Ausbildung an einer Theaterschule und dem Kutscher-Seminar in München.Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1479. Er begann 1933 an der Bayerischen Landesbühne, wechselte anschließend an das Fürther Stadttheater,Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1938. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 49. Jg., Berlin 1938, S. 361 und S. 871 (Register). ehe er ab Ende der 30er Jahre endgültig an Münchner Spielstätten zurückkehrte.Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1940. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 51. Jg., Berlin 1940, S. 518 und S. 902 (Register). In der Spielzeit 1938/39 wirkte er am Volkstheater München in der Uraufführung des Kriegsstücks Die Freiwilligen von Paul Alverdes mit.Herbert Sinz: Paul Alverdes: „Die Freiwilligen“. Aufführungskritik. In: Hallische Nachrichten vom 17. März 1939, S. 2. Während des Zweiten Weltkriegs war er zeitweise zur Wehrmacht einberufen. Im Dezember 1941 trat er im Münchner Volkstheater im Rahmen einer Feierstunde zum 50. Geburtstag des Schauspielers und Dichters Hans Fitz gemeinsam mit Irene Kohl und Hans Fitz in einer Szene aus der Filser-Komödie von Hans Fitz auf.Friedrich W. Herzog: Der Fünfziger Hans Fitz. In: Westfälische Tageszeitung vom 2. Januar 1942, S. 5. In der Spielzeit 1941/42 war er am Münchner Volkstheater an der Seite von Eduard Loibner und Anton Reimer als Tischler in der Nestroy-Posse Der böse Geist Lumpazivagabundus zu sehen. In der Spielzeit 1942/43 war er am Münchner Volkstheater gemeinsam mit Emil Matousek in den Hauptrollen der Verwechslungskomödie Die beiden Stacherl von Willem Holsboer zu sehen.Alfred Dahlmann: „Die beiden Stacherl“ in München. Aufführungskritik. In: Hannoverscher Kurier vom 16. Februar 1943, S. 5.
Nach 1945 trat er zunächst bis 1948 an der „Bayerischen Staatsoperette“, dem späteren Theater am Gärtnerplatz, auf.Carl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1945/48. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 56. Jg., Berlin 1948, S. 310 und S. 601 (Register). In den 50er Jahren gastierte er in mehreren kleinen Rollen am Bayerischen Staatsschauspiel. 1954 trat er im Deutschen Theater in München neben Johannes Heesters, Gitta Lind und Ado Riegler in der Operette Hochzeitsnacht im Paradies von Friedrich Schröder auf.Hochzeitsnacht im Paradies. Programmheft des Gastspiels mit Johannes Heesters vom 2. Sept. bis 3. Okt. 1954. Ab der Spielzeit 1958/59 war er festes Ensemblemitglied am Staatstheater am Gärtnerplatz, dem er viele Jahre lang bis zum Ende der Spielzeit 1974/75 angehörte, und wo er zahlreiche Rollen „meisterhaft gestaltete“.Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1959. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 67. Jg., Hamburg 1959, S. 324 und S. 578 (Register).Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1974. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 82. Jg., Hamburg 1974, S. 71.Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1975. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 83. Jg., Hamburg 1975, S. 409 und S. 792 (Register). Im April 1966 übernahm er am Staatstheater am Gärtnerplatz die Rolle des Dolmetschers in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals Der König und ich.Der König und ich. Besetzungsliste. Offizielle Internetpräsenz der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Abgerufen am 8. August 2026. Im Februar 1967 wirkte er am Staatstheater am Gärtnerplatz als Bankbeamter Green in der Uraufführung des Musicals Millionen für Penny von Lotar Olias mit.Millionen für Penny. Besetzungsliste. Offizielle Internetpräsenz der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Abgerufen am 8. August 2026. In der Spielzeit 1980/81 war er an der Lore-Bronner-Bühne in München engagiert.Karl Schaidler. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1981. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 89. Jg., Hamburg 1981, S. 343 und S. 968 (Register).
Kurz nach Anbruch des Tonfilmzeitalters in Deutschland wurde Schaidler auch als Synchronsprecher herangezogen.Hans Meyer-Hanno: Die vergessenen Filme. Synchronisierte Filme in Deutschland 1930–1945. Abgerufen am 8. August 2026. Seit seinem Debüt in dem Propagandafilm Um das Menschenrecht (1934) wirkte Schaidler auch in Kinofilmen mit, kam dort aber nur selten über Chargenrollen hinaus. In Henker, Frauen und Soldaten (1935) spielte er an der Seite von Hans Albers. Seit den ausgehenden 1950er Jahren begann das Fernsehen für ihn immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. In den 1960er Jahren sah man ihn auch in mehreren Folgen der ZDF-Serien Das Kriminalmuseum und Königlich Bayerisches Amtsgericht. Seine letzten Auftritte im Fernsehen absolvierte Karl Schaidler in zwei Derrick-Kriminalfällen.
Schaidler arbeitete auch für den Hörfunk. Ab Ende der 30er Jahre war beim Reichssender München bei Hörspielen sowie in Kultur- und Musiksendungen als Sprecher tätig. Im Februar 1949 war er neben Traute Rose, Ursula Herking, Fee von Reichlin, Rupert Glawitsch und Arno Assmann in einer Münchner Rundfunkaufnahme des musikalischen Lustspiels Eine Nacht mit Rosita von Peter Igelhoff zu hören. Im März 1949 wirkte er neben Maria Eiselt, Waldemar Frahm, Karl Schönböck und Lilly Preisig in einer Münchner Rundfunkaufnahme der Operette Bezauberndes Fräulein von Ralph Benatzky mit.Bezauberndes Fräulein. Hörfunkprogramm vom 23. März 1949.
Schaidler war verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Rollen am Bayerischen Staatsschauspiel (Anmerkung:Die Angaben beziehen sich auf die Premiere in der jeweiligen Spielzeit, und auf das Theater, in dem die Produktion zuerst gezeigt wurde. Teilweise wurden Stücke auch an andere Spielorte übernommen.)
Residenztheater 1950/51: Ferdinand Raimund: Der Verschwender, Rolle: Bedienter, Regie: Bruno Hübner 1953/54: Wolfgang Hoffmann-Harnisch: Admiral Bobby, Rolle: Reisender Engländer, Regie: Herbert Kroll 1954/55: Richard Billinger: Der Plumpsack, Rolle: Wirt Gugl, Regie: Kurt Horwitz 1954/55: Ferdinand Raimund: Die gefesselte Phantasie, Rolle: Schmied, Regie: Bruno Hübner 1954/55: William Shakespeare: Julius Caesar, Rolle: Bürger, Regie: Fritz Kortner 1955/56: William Shakespeare: Troilus und Cressida, Rolle: Margarelon, Regie: Ernst Ginsberg
Hörspiele und Musikproduktionen (Auswahl) 1949: Ralph Benatzky: Bezauberndes Fräulein, Rolle: N.N. / Ensemble, Regie: Helmuth M. Backhaus, Bayerischer Rundfunk 1954: Alois Johannes Lippl: Der Holledauer Schimmel, Rolle: N.N. / Ensemble, Regie: Alois Johannes Lippl, Bayerischer Rundfunk 1955: Alois Johannes Lippl: Der Glockenkrieg, Rolle: N.N. / Ensemble, Regie: Alois Johannes Lippl, Bayerischer Rundfunk 1955: Ladislaus Bus-Fekete: Die kleine Trafik, Rolle: Diener des Grafen, Regie: Peter Glas, Bayerischer Rundfunk 1956: Albert Lortzing: Zar und Zimmermann, Rolle: Offizier, Gesamtaufnahme mit Dialogen, Dirigent: Jan Koetsier, Bayerischer Rundfunk 1956: Mark Dressel, Michl Lang, Paul Quensel: Der Komödienstadel (5. Folge), Rolle: Verteidiger, Regie: Olf Fischer, Bayerischer Rundfunk 1956: Karl Bogner: Der unsterbliche Hanswurst (2. Teil), Rollen: Eduard, 2. Gast, Regie: Joseph Strobl, Bayerischer Rundfunk 1957: Ludwig Thoma: Der Wilderer, Rolle: Peter Hosp, Regie: Edmund Steinberger, Bayerischer Rundfunk 1959: Josef Martin Bauer: Die Reise nach Steiermark, Rolle: Der Schinagl, Regie: Edmund Steinberger, Bayerischer Rundfunk 1959: Marieluise Fleißer: Der starke Stamm, Rolle: Gerichtsvollzieher, Regie: Edmund Steinberger, Bayerischer Rundfunk 1960: Karl Bogner: Hotel Sacher. Ein musikalischer Bilderbogen, Rolle: N.N. / Ensemble, Regie: Karl Bogner, Bayerischer Rundfunk 1962: Josef Martin Bauer: Übers Wasser ist ein Weg, Rolle: Ein Finanzer, Regie: Edmund Steinberger, Bayerischer Rundfunk 1973: Karl Bogner: Der Mord im Opernhaus, Rolle: 4. Kommissär, Regie: Karl Bogner, Bayerischer Rundfunk 1974: Karl Bogner: Brüderlein fein (1. Teil: Der Blaumantel), Rolle: Fiaker Holubek, Regie: Karl Bogner, Bayerischer Rundfunk 1974: Karl Bogner: Brüderlein fein (2. Teil: Ein Graf aus Polen), Rolle: Korporal Nagel, Regie: Karl Bogner, Bayerischer Rundfunk 1977: Ludwig Thoma: Altaich, Rolle: Bürgermeister Schwarzenbeck, Regie: Edmund Steinberger, Bayerischer Rundfunk 1984: Georg Lohmeier: Königlich Bayerisches Amtsgericht (5. Folge: Der Marksteinrucker), Rolle: Opa, Freimel-Austragsvater, Regie: Michael Peter, Bayerischer Rundfunk
Filmografie
Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1479.
Weblinks
Karl Schaidler in der Deutschen Synchronkartei Karl Schaidler bei Derrick (Szenenfotos mit Horst Tappert, Bernd Helfrich und Ralf Schermuly)
Einzelnachweise
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