Friedrich „Fritz“ Ruß (alternative Schreibweise Fritz Russ; * 31. März 1864 in Wien, Kaisertum Österreich; † 18. April 1934 in BerlinLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Grunewald, Nr. 38/1934 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig)) war ein österreichischer Theater- und Filmschauspieler beim deutschen Stummfilm.

Leben und Wirken Ruß stand bereits im Alter von acht Jahren mit Kinderrollen auf der Bühne, in Wiens Theater in der Josefstadt. Noch im selben Jahre 1872 gastierte er mit einer speziellen Kindertruppe erstmals in Deutschland und bereiste Berlin, Leipzig, Dresden, München sowie das im k.u.k.-Reich gelegene Prag. Mit 18 Jahren trat Fritz Ruß als Profischauspieler sein erstes Festengagement an und spielte am Wiener Volkstheater an der Seite von Rudolf Schildkraut. Nach zwei Jahren dort wurde er zum Militär eingezogen und diente dort die damals üblichen drei Jahre. In dieser Zeit wurde er auch für Darbietungen an den kaiserlichen Hof abkommandiert und sang vor Kaiser Franz-Joseph und dessen Sohn Kronprinz Rudolf von Habsburg. Als Begleitung konnte Ruß auf Operetten- und Walzerkönig Carl Michael Ziehrer zurückgreifen.

Wieder zurück im Zivilleben, wurde Ruß nach Pressburg (heute: Bratislava) geholt wo er den jungen Max Reinhardt kennen lernte. Schließlich erhielt Fritz Ruß zur Jahrhundertwende sein erstes Berliner Festengagement, das ihn ans Metropol-Theater der deutschen Hauptstadt brachte. Dabei trat er in musikalischen Stücken à la “Die Rose von Stambul” auf und spielte zumeist komische Chargen. Weitere Berliner Theater, an denen Ruß in der Folgezeit wirkte, waren das Trianon-Theater, das Lessing-Theater und das Kleine Theater.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg stieß Fritz Ruß zum Film und wurde anfänglich vor allem von Harry Piel besetzt, im Laufe des Ersten Weltkriegs griff auch Franz Hofer auf Russ zurück. 1919 spielte er den Leibfiaker Bratfisch in Rolf Randolfs umstrittenen Mayerling-Film, zu Beginn der 1920er Jahre arbeitete Russ erneut mit Piel zusammen. Mit der Rolle eines Clowns in einem Zirkusdrama beendete Fritz Russ im Winter 1927/28 seine Kinotätigkeit.

Filmografie 1913: Menschen und Masken (2 Teile) 1915: Das verschwundene Los 1915: Das Geheimnis von D 14 1915: Ein verliebter Racker 1915: Der rote Faden 1916: Das Waisenhauskind 1916: Wir haben’s geschafft 1917: Fräulein Pfiffikus 1917: Die Nichte aus Amerika 1918: Leutnant Mucki 1918: Das Patschuli-Mäuschen 1919: Kronprinz Rudolph oder: Das Geheimnis von Mayerling 1919: Pogrom 1919: Die Apachen 1920: Die Hand des Würgers 1920: Der Schwarm der höheren Töchter 1921: Der Reiter ohne Kopf (3 Teile) 1921: Der Fürst der Berge 1921: Unus, der Weg in die Welt. Der Fürst der Berge, 2. Teil 1921: Lotte Hagedorn 1922: Du Mädel vom Rhein 1922: Am Brunnen vor dem Tore 1922: Das schwarze Kuvert 1923: Der rote Faden 1923: Ich hatt’ einen Kameraden 1924: Die Heimatlosen 1924: Garragan 1925: Die Straße des Vergessens 1925: Des Lebens Würfelspiel 1927: Der Sträflingskavalier 1927: Elternlos 1927: Bezwinger der 1000 Gefahren 1928: Die letzte Galavorstellung des Zirkus Wolfsohn

Literatur Kurt Mühsam / Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926. S. 157.

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Einzelnachweise

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