Paul Eduard Emil Ludwig (* 14. November 1879 in Marienwerder; † 9. November 1957 in Berlin) war ein deutscher Sänger und Stummfilmschauspieler.

Leben und Wirken Der Sohn des Pfarrers Julius Ludwig und dessen Frau Johanna, geb. Casprzig,Taufregister der Domkirche Marienwerder, Nr. 12/1880 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). wurde bereits im Alter von vier Jahren Vollwaise. Er besuchte Gymnasien in Anklam und Berlin bis zur Obersekundareife. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er bei Emanuel Reicher und an der Marie-Seebach-Schauspielschule. Am Königlichen Schauspielhaus Berlin ließ er sich bei Arthur Kraußneck fortbilden. Die ersten Engagements führten Ludwig nach Hildesheim, Kiel, Lüneburg, Nordhausen, Bremen, Breslau und Hamburg. Gastspielreisen unternahm der junge Nachwuchskünstler nach Konstantinopel, in die Schweiz, nach Rumänien und in die Niederlande. Sein Rollenfach war in jungen Jahren der jugendliche Held und Liebhaber.

Nachdem sich Paul Ludwig in Gesang fortgebildet hatte, wechselte er zur Operette, spielte nun in Berlin (Theater des Westens, Operettenhaus, Theater in der Kommandantenstraße) und ging erneut auf Gastspielreisen ins Ausland. In diesem Bereich machte sich Ludwig einen Namen als Operettentenor und Buffo. Seinen ersten Kontakt zum Film will er bereits 1911 geknüpft haben, doch sind erst ab 1915 Filmrollen mit Ludwig dokumentiert. In dem einen Jahrzehnt bis 1925 spielte er kleine Rollen, vor allem in Dramen und Melodramen.

Nach dem Ende seiner Schauspiel- und Gesangskarriere betätigte er sich als Bühnenvermittler und war Mitglied in der Reichstheaterkammer.Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Paul Ludwig, R 9361-V/57137 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). Paul Ludwig, seit 1927 mit Margarete Golze verheiratetLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg III, Nr. 470/1927 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). und zuletzt in Berlin-Pankow wohnhaft, starb 1957 im Städtischen Krankenhaus Berlin-Buch.Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch. Band 67, F. A. Günther & Sohn, Berlin 1959 ().Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Berlin-Buch, Nr. 2787/1957 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Filmografie 1915: Vom Spielteufel befreit 1916: Die Sektwette 1917: Das Bacchanal des Todes 1917: Katharina Karaschkin 1920: Der Tiger von Sing Sing 1920: Der Shawl der Kaiserin Katharina II. 1920: Der Fluch der Menschheit, 2. Teil: Im Rausche der Milliarden 1920: Sträflingsketten (2 Teile) 1920: Das Gastmahl des Satans 1920: Staatsanwalt Briands Abenteuer (2 Teile) 1921: Die weiße Sklavin, 1. Teil: Zwei Eide 1921: Fortunato (3 Teile) 1921: Die Tochter Ahasvers: Das flackernde Licht 1921: Die Ehe der Hedda Olsen 1921: Der Held des Tages 1921: Memoiren eines Kammerdieners (2 Teile) 1921: Das Geheimnis der vier Tage 1921: Der lebende Propeller 1922: Der Roman einer armen Sünderin 1922: Die Tochter des Wucherers 1922: Monna Vanna 1923: Ihre Hoheit, die Tänzerin 1923: Die närrische Wette des Lord Aldini 1924: Die Motorbraut 1925: Luxusweibchen

Einzelnachweise

Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Wie ich zum Film kam. Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, , S. 113.

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