mini|Kapelle im Sommer 2016 mini|Kapelle im Winter 2017 – das Holz beginnt bereits nachzudunkeln
Die römisch-katholische Lourdeskapelle Salgenreute wurde in der Parzelle Rumpelegg neben dem Salgenreutertobel in der Gemeinde Krumbach im Bezirk Bregenz in Vorarlberg erbaut. Sie ist Unserer lieben Frau in Lourdes geweiht. Sie wird seelsorgerisch von der Pfarrkirche Krumbach betreut.Kirchen und Kapellen in Vorarlberg, katholische Kirche in Vorarlberg, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018. Die Kapelle gehört damit zum Dekanat Vorderwald-Kleinwalsertal in der Diözese Feldkirch.
Die Kapelle ist das einzige religiöse Bauwerk in Salgenreute und in der heutigen Ausführung ungewöhnlich in Hinsicht auf Bauform und die Baukonstruktion. Es wird dadurch einerseits bewusst an die umliegenden historische Bauformen sowie an die vorhandenen Baumaterialien angeknüpft und andererseits ein eigener, moderner Stil in den Kapellenbau eingebracht, der auch als minimalistisch bezeichnet werden kann.
Geschichte Die zuvor, ebenfalls privat von der Familie Wahler um 1880 errichteteBernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 8, 10. „Lourdes-Kapelle“ in Salgenreute wurde wegen Baufälligkeit 2014 abgerissen. Der Abbruch der alten Kapelle wie auch der Bau der neuen Kapelle wurde in Eigenleistung der Bewohner durchgeführt. Der Neubau begann im März 2015 und dauerte bis April 2016.Bernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 38, 78. Am 3. Juli 2016 fand die feierliche Einweihung der KapelleBernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 71. durch Pfarrverbandsseelsorger Noby Acharuparambil statt.Erwin Moosbrugger, Ein Raum für gute Gedanken, vol.at, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018.
Kirchenbau Lage Der Kirchenbau (etwa ) ist etwa 1,5 km Luftlinie in nördlicher Richtung vom Ortszentrum von Krumbach entfernt. Zu Fuß ist die Kapelle in etwa einer dreiviertel Stunde gut erreichbar, mit dem Fahrzeug in wenigen Minuten, jedoch besteht dort keine Parkmöglichkeit.
Etwa 300 m entfernt fließt die Weißach, nördlich der Kapelle geht es fast 200 Höhenmeter steil hinunter zum Fluss.
Bauwerk Die monolithisch wirkende Kapelle ist schlicht ausgeführt und wurde vom Architekten Bernardo Bader entworfen.
Es handelt sich um einen nach allen Seiten freistehenden einfachen Holzbau auf einem Natursteinsockel (Sandstein aus Alberschwende) mit etwa 9,5 m Giebelhöhe und ohne Glockendachreiter. Die Kapelle nimmt eine Fläche von 50 m² ein und ist etwa 10 m lang und 5 m breit (BRI: 340 m³).Kapelle Salgenreute in Krumbach (A), db Deutsche Bauzeitung vom 1. September 2017, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018. Es handelt sich um einen Bau mit annähernd rechteckiger Grundform in West-Ost-Ausrichtung.
Die Außenwände als auch das sehr steile Satteldach sind überwiegend mit Holzschindeln aus Lärche gedeckt. Natürliche Lichtquellen befinden sich beidseitig der Türe und gegenüber, im Altarraum, realisiert durch etwa drei Meter hohe Sichtfenster (Streiflichter) mit klarem Glas.
Die Wände sind in Holztafelbauweise auf dem massiven Sockel errichtet. Die Eingangstüre ist aus brüniertem Messing schlicht gestaltet.
Die Baukosten für die Kapelle betrugen knapp 100.000 EuroKapelle Salgenreute in Krumbach (A), db Deutsche Bauzeitung vom 1. September 2017, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018., von denen die Gemeinde 20.000 Euro übernahm.Bernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 38.
Ausstattung Die Ausstattung ist spartanisch und es wurde auf die Dominanz eines Kreuzes verzichtet. Die Holzsparren des Daches sind als Gestaltungselement sichtbar. Der Innenraum wird vor allem durch die Raumhöhe und das helle Tannenholz beherrscht, wobei sich der östlich befindliche Altarraum durch eine weiße Kalkung des Holzes und einer Stufe vom restlichen Raum abgegrenzt. Es entsteht dadurch u. a. ein neuer Eindruck der Lourdes-Grotte. Es befinden sich acht Sitzbänke für je drei Personen im Betraum.
Eine Marienstatue (Madonna) stammt aus der früheren Kirche und befindet sich am linken Teil des Altarraums.Bernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 79. Das Sichtfenster ist der zentrale Teil. Rechts befindet sich ein kleiner Ambo mit einem Kreuz.
Oberhalb der Türe befindet sich der Glockenraum, in dem sich die Glocke der früheren Kapelle befindet.Bernardo Bader Architekten (Hrsg.), Kapelle Salgenreute, S. 79. Diese Glocke kann aus dem Betraum händisch bedient werden.
Auszeichnung 2017: Österreichischer Bauherrenpreis 2017 der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten ÖsterreichsBauherrenpreis 2017 – Preisträger, Webseite der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs. 2017: Chicago Athenaeum – The International Architecture Award 2017.Chicago Athenaeum – The International Architecture Award 2017, Webseite der Gemeinde Krumbach, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018. 2017: Piranesi AwardPiranesi Award 2017, Webseite GAT – Verein zur Förderung steirischer Architektur im Internet, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018. 2018: Best Architects 18 Gold, Kategorie: Sonstige Bauten.best architects 18 winners, bestarchitects.de, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2018.
Galerie
Literatur Florian Aicher, Adolf Bereuter, Kapelle Salgenreute, Verlag Walther König, 2016, ISBN 978-3-96098-074-2
Weblinks
Einzelnachweise
Kapelle Salgenreute Kategorie:Bauwerk im Alpenrheintal Krumbach Krumbach Krumbach Kategorie:Krumbach (Vorarlberg) Kategorie:Erbaut in den 2010er Jahren Kategorie:Holzkirche in Österreich Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Vorarlberg