mini|hochkant=1.2|Kirche St. Bonifatius in Apolda
Die römisch-katholische Filialkirche St. Bonifatius steht in Apolda im thüringischen Landkreis Weimarer Land. Sie ist Filialkirche der Pfarrei St. Johannes Baptist Jena im Dekanat Weimar des Bistums Erfurt. Sie trägt das Patrozinium des heiligen Bonifatius.
Lage Die Kirche befindet sich in der Stobraer Straße in Apolda.
Geschichte 1884 hatte sich eine kleine katholische Gemeinde in Apolda gebildet. 1886 wurde eine katholische Schule eingerichtet, in der Gottesdienste stattfanden. Die Räumlichkeiten reichten für die wachsende Gemeinde bald nicht mehr aus. Deshalb erwarb das zuständige Bistum Fulda 1892 ein Grundstück an der Stobraer Straße für den Bau einer Kirche und eines Schul- und Pfarrhauses. Am 1. März 1893 begann der durch Sammlungen finanzierte Bau der neugotischen, dreischiffigen Hallenkirche aus Backsteinen. Architekt war der Erzbischöfliche Baudirektor Max Meckel aus Frankfurt am Main, Bauausführender der Maurermeister Eduard Seidel. Am 30. September 1894 wurde die Kirche geweiht.
Nach einer 115-jährigen Geschichte wurde die Pfarrei am 1. Januar 2017 Teil der neu gegründeten Pfarrei St. Johannes Baptist Jena.
Ausstattung
mini|Innenraum-Panorama mini|Holzdecke Der achteckige Turm entstand an der rechten Seite des Bauwerkes und nahm drei Glocken, gegossen 1897 in der Apoldaer Glockengießerei Ulrich, auf. Der Turm selbst ist das zweithöchste Bauwerk Apoldas. Eine Besonderheit weist der Turm allerdings auf, er besitzt keine Uhr.
Die heutige Ausgestaltung entspricht nicht mehr vollständig derjenigen aus der Zeit ihrer Entstehung. In verschiedenen Erneuerungsphasen wurde die Kirche modernisiert. Bestehen geblieben sind jedoch die mit Ornamenten verzierte Holzdecke des Mittelschiffes, das Gestühl, die Beichtstühle, der Taufstein, die Orgel sowie die Bleiglasfenster. Die Seitenschiffe beherbergen die Beichtstühle, den Kreuzweg und den Prozessionsumgang.
Die Fenster bilden einen einzigartigen Schmuck, angefertigt von dem Frankfurter Glasmaler I. Dröser.
Orgel Die Orgel von 1901 mit 23 klingenden Registern, verteilt auf zwei Manuale und ein Pedal, stammt von dem Orgel- und Instrumentenbaumeister Martin Joseph Schlimbach aus Würzburg. Die Register- und Tontraktur ist pneumatisch. Die Disposition lautet wie folgt: mini|Orgel
I Hauptwerk C–f3 Bordun 16′ Principal 8′ Gambe 8′ Quintatön 8′ Gedackt 8′ Hohlflöte 8′ Oktave 4′ Rohrflöte 4′ Octav 2′ Mixtur IVausgeführt III, ab c1 IV II Oberwerk C–f3 Flötenprinzipal 4′ 1920 von 8' auf 4' umgebaut Salicional 8′ Vox coelestis 8′ Lieblich Gedeckt 8′ Octave 2′1920 umgebaut auf Oktave 2' von Fugara 4' Flauto Dolce 4′ Pedalwerk C–d1 Subbass 16′ Violon 16′ Oktavbass 8′ Cello 8′ Choralbass 4′1920 eingebaut Posaune 16′
Koppeln: Normalkoppeln: II-I, I-P, II-P, Superoktavkoppeln: II/II Suboktavkoppeln: II/II Spielhilfen: Zungenstimmen ab, Walze, Tutti, Feste Kombinationen: Piano, Mezzoforte, Forte
Anmerkungen
Glocken Im Turm von St. Bonifatius hängen drei Kirchenglocken aus Bronze: Glocke Name Gießer Gussjahr Durchmesser Gewicht Schlagton 1 Bonifatius Glockengießerei Bachert (Karlsruhe) 2005 1140 mm 800 kg fis′ 2 Maria Franz Schilling Söhne (Apolda) 1919 920 mm 490 kg a′ 3 Elisabeth Glockengießerei Bachert (Karlsruhe) 2005 845 mm 340 kg h′ Außerdem steht eine Eisenhartgussglocke von 1919 aus der Gießerei Schilling & Lattermann mit einem Durchmesser von 1292 mm bei einem Gewicht von 970 kg und dem Schlagton g′ im Kirchgarten.
Seelsorger Die Reihe der katholischen Pfarrer von Apolda lautet:
Dr. Anton Fischer, 1889–1896 Hermann Trappe, 1896–1901 A. Kruse, 1901–1902 Hermann Malkmus, 1902–1903 Andreas Weigand, 1903–1906 Ludwig Möller, 1906–1908 Joseph Erb, 1908–1913 Adam Dehler, 1913–1916 Simon Wehner, 1916–1923 Nikolaus Witzel, 1923–1927 Paul Fürst, 1927–1933 Fridolin Füller, 1933–1950 Amand Haas, 1951–1982 Adolf Rudolf, 1982–2007 Herbert Stephan Meyer, 2007–2014 Ansgar Paul Pohlmann, 2014–2015 Suitbert Schellenberg, 2014–2016 Stephan Riechel, seit 2015
Literatur
Weblinks
St. Bonifatius auf der Webpräsenz der Pfarrei St. Johannes Baptist Jena
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Apolda Kategorie:Kulturdenkmal in Apolda Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Thüringen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Bonifatiuskirche Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Filialkirche des Bistums Erfurt Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa