mini|Rina De Liguoro in Quo vadis? (1924) Rina De Liguoro, gebürtig Elena Caterina Catardi (* 24. Juli 1892 in Florenz, Italien; † 15. April 1966 in Rom) war eine italienische Pianistin und Schauspielerin mit großen Erfolgen beim Stummfilm der 1920er Jahre.
Leben und Wirken Die Tochter eines sardischen Beamten erlernte zunächst das Klavierspiel und machte sich anschließend in ihrer Heimat einen Namen als Konzertpianistin. 1918 heiratete sie den italienischen Schauspieler Wladimiro De Liguoro, dessen Vater ein bekannter Stummfilmregisseur war, und nahm seinen Nachnamen an. Bereits 29 Jahre alt, debütierte Rina De Liguoro als Schauspielerin vor der Kamera. Nach ihren Anfängen unter der Regie von Gaston Ravel trat die Florentinerin mehrfach unter der Regie ihres Gatten an, spielte aber auch in Inszenierungen bekannter italienischer Regisseure wie Mario Bonnard, Augusto Genina und Carmine Gallone.
De Liguoro entwickelte sich in jenen späten Jahren zum Inbegriff der „großen Leinwanddiva“: Mit großem Gestus und leidenstarker wie leidenschaftlicher Mimik konnte sie ihre größten Erfolge in ausufernden, bildstarken Historienepen feiern, darunter Messalina (Titelrolle) von Enrico Guazzoni, Quo Vadis? von Georg Jacoby; „Garibaldi“ von Aldo Debenedetti, „Die letzten Tage von Pompeji“ von Carmine Gallone, Casanova von Alexander Wolkoff und Cagliostro von Richard Oswald. Stippvisiten führten die Künstlerin in der ausgehende Stummfilmzeit auch in Berliner und Wiener Ateliers. In diesen rund fünf Jahren arbeitete sie mit Europas damaligen Topstars zusammen, darunter der Deutsche Emil Jannings, der Russe Iwan Mosjukin und die beiden Ungarn Victor Varconi und María Corda. mini|Das Ehepaar Wladimiro und Rina De Liguoro (1958) Kurz nach der Einführung des Tonfilms in Italien ging Rina de Liguoro in die USA, um ihr Glück in Hollywood zu versuchen. Zwar erhielt sie gleich zu Beginn eine recht kleine Filmrolle an der Seite Greta Garbos, doch konnte sich die Italienerin hier, wo man De Liguoro primär in spanischsprachigen Versionen amerikanischer Filme einsetzte, nicht wirklich durchsetzen. In der spanischen Fassung von „Chicken Comes Home“, „Politiquerías“, trat sie an der Seite von Laurel und Hardy als Freundin Oliver Hardys auf.
Daraufhin besann sich die Künstlerin ihrer Ursprünge und gab als Pianistin erneut Konzerte. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte das Ehepaar De Liguoro nach Italien zurück. Dort konnte sie, mittlerweile nun über 50 Jahre alt, an ihre frühen Erfolge der 1920er Jahre nicht mehr anschließen und erhielt nur noch winzige Rollen angeboten. 1956 war sie Filmpartnerin von Gloria Swanson in der Klamotte Neros tolle Nächte. Sechs Jahre darauf gab sie ihre Abschiedsvorstellung auf der großen Leinwand als Filmpartnerin eines weiteren Hollywood-Stars, Burt Lancaster, in der epischen und bildgewaltigen Literaturverfilmung Der Leopard.
Filmografie 1921: Saracinesca 1922: Rabagas 1923: Savitri 1923: Messalina 1924: Maremma 1924: Quo Vadis? 1924: Die schweigende Nonne (La via del peccato) 1925: Mutter, verzeih mir (Il focolare spento) 1925: Die letzten Tage von Pompeji (Gli ultimi giorni di Pompei) 1926: Bufera (auch Produktion) 1926: Garibaldi, 1927: Il vetturale del Moncenisio 1927: Casanova (Casanova) 1927: Der geheimnisvolle Spiegel 1928: Andere Frauen 1928: La bella corsara 1929: Cagliostro 1929: Mese mariano 1930: Madam Satan 1930: Assunta Spina 1930: Romanze (Romance) 1931: Politiquerías 1931: Behold My Wife 1935: Angelina o el honor de un brigadier 1938: The Mad Empress 1942: Luisa Sanfelice 1947: Caterina da Siena 1947: Ritrovarsi 1949: Buffalo Bill a Roma 1950: Morgen ist ein anderer Tag (Domani è un altro giorno) 1956: Neros tolle Nächte (Mio figlio Nerone) 1963: Der Leopard (Il gattopardo)
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