Die pazifische Hurrikansaison 2018 begann im östlichen Pazifik offiziell am 15. Mai und im Zentralpazifik am 1. Juni; sie endete am 30. November. Innerhalb dieser Periode bilden sich üblicherweise die meisten Tropischen Stürme, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Alle Stürme, die sich nördlich des Äquators und östlich von 180°W bilden, gehören zu diesem Becken. Stürme, die sich weiter westlich bilden, werden nicht mehr Hurrikane, sondern Taifune genannt.

Obwohl das ostpazifische Becken nach dem Westpazifik das zweitaktivste Entstehungsgebiet tropischer Wirbelstürme in der Welt ist, bedrohen die meisten Stürme kein Land, da sie meistens auf den offenen Ozean hinaussteuern. Nur wenige Stürme schlagen eine Kurve nach Osten oder Nordosten ein und bedrohen dann vor allem die mexikanische Küste.

Tropische Wirbelstürme im Atlantischen Ozean siehe im Artikel: Atlantische Hurrikansaison 2018.

Saisonvorhersagen Rekordjahre BenannteStürme Hurrikane SchwereHurrikane BelegDurchschnitt (1981–2010): 15,4 7,6 3,2 – höchste Aktivität: 1992: 27 2015: 16 2015: 11 – niedrigste Aktivität: 2010: 8 2010: 3 2003: 0 Datum Quelle BenannteStürme Hurrikane schwereHurrikane Beleg 24. Mai 2018 NOAA 14–20 7–12 3–7 25. Mai 2018 SMN 18 6 4 Gebiet benannteStürme Hurrikane schwereHurrikane Belege tatsächliche Aktivität: Ostpazifik 22 12 9 tatsächliche Aktivität: Zentralpazifik 1 1 1 tatsächliche Aktivität: 23 13 10

Am 24. Mai 2018 veröffentlichte die National Oceanic and Atmospheric Administration ihre jährliche Vorhersage; diese ging von einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit für einen fast durchschnittlichen bis mehr als durchschnittlichen Saisonverlauf aus, sowohl im östlichen als auch im zentralen Pazifik, mit insgesamt 14–20 benannten Stürmen, 7–12 Hurrikanen und 3–7 schweren Hurrikanen. Der Servicio Meteorológico Nacional (SMN) Mexikos veröffentlichte seine erste Saisonvorhersage mit insgesamt 18 benannten Stürmen, sechs Hurrikanen und vier schweren Hurrikanen einen Tag später, am 25. Mai 2018.

Saisonübersicht

Stürme Tropisches Tiefdruckgebiet Eins-E

Anfang Mai reagierte ein westwärts ziehender Trog oder eine in den Monsuntrog eingebettete tropische Welle auf eine konvektive Kelvinwelle. Diese Interaktion erzeugte ein großes Gebiet mit Schauer- und Gewittertätigkeit weit südwestlich der Küste von Mexiko, welches vom National Hurricane Center ab dem 7. Mai überwacht wurde. Während der folgenden 48 Stunden organisierte sich die Störung zwar, doch fehlte ihr ein gut definiertes Zentrum, um klassifiziert zu werden; und spät am 9. Mai wurden die Umgebungsbedingungen ungünstig für die weitere Entwicklung. Dennoch führten eine Zunahme der Konvektion und die Bildung einer gut ausgeprägten Zirkulation dazu, dass am 10. Mai um 21:00 UTC das erste tropische Tiefdruckgebiet der Saison klassifiziert wurde. Das System konnte sich jedoch nicht weiter intensivieren und löste sich schließlich aufgrund starker westlicher Windscherung am 12. Mai um 03:00 UTC auf.

Hurrikan Aletta

Ab dem 31. Mai stellte das NHC das Potential für die tropische Entwicklung eines Gebietes weit südlich von der Küste Mexikos fest. Eine ausgedehnte Wetterstörung bildete sich spät am 2. Juni, die sich stetig zum zweiten tropischen Tiefdruckgebiet der Saison organisierte, das mit dem Auftreten gut erkennbarer Spiralbänder ins Zentrum am 6. Juni um 03:00 UTC erklärt wurde. Das System intensivierte sich weiter und wurde sechs Stunden später zum tropischen Sturm hochgestuft und erhielt den Namen Aletta. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Zentrum rund 565 km südsüdwestlich von Manzanillo, Colima. Der Wirbelsturm zog in einer allgemein westnordwestlichen Richtung, intensivierte sich dabei durch das Eindringen trockener Luft und moderate südwestliche Windscherung nur langsam. Zum 7. Juni bettete sich das Zentrum besser in die tiefe Konvektion ein, und ein Auge bildete sich, sodass der Sturm um 21:00 Uhr UTC zum Hurrikan erklärt wurde. Die Struktur des Wirbelsturms verbesserte sich bis zu den Morgenstunden des 8. Juni, und für Aletta begann eine Periode explosiver Intensivierung, in der sich der Hurrikan bis 15:00 Uhr UTC bis in die Kategorie 4 verstärkte. Alettas Windgeschwindigkeiten verdoppelten sich binnen 24 Stunden von 110 km/h auf 220 km/h. Starke Windscherung und kühlere Wasseroberflächentemperaturen führten schon kurz darauf zu einer sehr schnellen Abschwächung. Spät am 11. Juni zerfiel Aletta über dem offenen Pazifik in ein Resttief.

Hurrikan Bud

Am 4. Juni begann das National Hurricane Center mit der Beobachtung eines Tiefdruckgebiets, dessen tropische Entwicklung einige hundert Kilometer südlich des Golf von Tehuantepec erwartet wurde. Eine breit gedehnte Wetterstörung bildete sich im Zusammenhang mit dem Durchzug einer westwärts ziehenden tropischen Welle. Das System entwickelte sich in den Folgetagen nach und nach, und am 9. Juni entwickelte die Störung eine gut definierte bodennahe Zirkulation und wurde um 21:00 Uhr UTC als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert. Sechs Stunden später intensivierte sich das System in einen tropischen Sturm und erhielt den Namen Bud. Ein subtropischer Rücken auf der Nordseite des Sturmes lenkte diesen über mehrere Tage hinweg in eine nordwestliche Richtung, während günstige Umgebungsbedingungen zu einer rapiden Intensivierung führen. Bud erreichte am 10. Juni um 21:00 Uhr UTC Hurrikanstärke, und diese Intensivierung dauerte an bis zum Höhepunkt des Hurrikans in der Kategorie 4 mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 215 km/h gegen 06:00 Uhr UTC am 12. Juni. Die Auswirkungen von hochquellenden Kaltwasser lösten kurz nach dem Höhepunkt eine rasche Abschwächung ein, um Bud verlor den Hurrikanstatus am 13. Juni und 12:00 Uhr UTC. Nach dem Landfall bei Cabo San Lucas mit Windgeschwindigkeiten von 75 km/h, kurz nach 00:00 Uhr UTC am 15. Juni gelangte der Sturm in den Golf von Niederkalifornien, wo er schließlich am selben Tag um 21:00 Uhr UTC in ein Resttief degenerierte.

Tropischer Sturm Carlotta

Am 12. Juni bildete sich südlich von Mexiko ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, das sich am 14. Juni um 21:00 Uhr UTC zum vierten tropischen Tiefdruckgebiet der Saison entwickelte und am 15. Juni um 18:00 Uhr UTC zum tropischen Sturm intensivierte. Zunächst ginge die Vorhersagen nur von einer geringen Intensivierung aus, bevor das System die Küste Mexikos erreichen würde; doch verharrte Carlotta direkt vor der Küste und intensivierte sich. Carlotta erreichte dabei andauernde Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und bildete einen inneren Kern mit Auge. Die Interaktion zwischen Augenwand und Land leitete die Abschwächung ein, und Carlotta verlor am 17. Juni um 18:00 Uhr UTC den Status eines tropischen Sturms. Gegen 03:00 Uhr UTC am 19. Juni zerfiel Carlotta in ein Resttief.

Tropischer Sturm Daniel

Spät am 2. Juni begann das NHC mit der Beobachtung eines Oberflächentrogs und der damit verbundenen disorganisirten Konvektion einige hundert Kilometer südwestlich der Südspitze Niederkaliforniens. Die Umweltbedingungen waren grenzwertig günstig für eine Entwicklung des nordnordwestwärts ziehenden Systems. Die Konvektion begann früh am 23. Juni damit, Zeichen von Organisierung zu zeigen, und dieser Prozess führt schließlich am darauffolgenden Tag um 03:00 Uhr UTC zur Bildung eines tropischen Tiefdruckgebietes. Zwölf Stunden später wurde das Tiefdruckgebiet zum tropischen Sturm hochgestuft und der Name Daniel vergeben. Am 24. Juni um 18:00 Uhr UTC erreichte Daniel seine größte Stärke mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 75 km/h. Am 25. Juni um 15:00 Uhr UTC zog Daniel über Gewässer, die kühler als 25 °C waren und begann sich abzuschwächen. Drei Stunden später wurde Daniel zu einem tropischen Tiefdruckgebiet zurückgestuft. Am 26. Juni um 15:00 Uhr UTC degenerierte Daniel in ein Resttief, das die Konvektion völlig verloren hatte und nur noch aus einem Wirbel bodennaher Wolken bestand.

Tropischer Sturm Emilia

Am 23. Juni stellte das NHC fest, dass eine tropische Welle, die gerade Costa Rica überquerte, Potential für eine tropische Zyklogenese hatte, und die Bedingungen in der Umgebung waren auf dem weiteren Weg nach Westen günstig. Das System organisierte sich dann über warmen Wasser stetig fort und entwickelte sich am 27. Juni um 21:00 Uhr UTC zum Tropischen Tiefdruckgebiet, etwa 770 km südwestlich von Manzanillo, Mexiko gelegen. das System intensivierte sich bis 09:00 Uhr UTC am 28. Juni. Gegen 21:00 Uhr UTC am 29. Juni erreichte Emilia die Spitzenintensität mit Windgeschwindigkeiten von 95 km/h; war allerdings bereits starker Windscherung ausgesetzt. Die Windscherung forderte Emilia ihren Tribut ab und am nächsten Tag um 15:00 Uhr UTC hatte sich der Sturm zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt. Schließlich zerfiel Emilia am 2. Juli um 0:00 Uhr UTC in ein Resttief ohne Konvektion, das nur noch aus einem kleinen Wolkenwirbel bestand.

Hurrikan Fabio

Das NHC stellte am 24. Juni um 18:00 UTC das Potential einer tropischen Welle über Honduras und Nicaragua fest. Das System entwickelte sich über warmen Wasseroberflächen und wurde am 30. Juni um 21:00 Uhr UTC etwa 790 km südwestlich von Acapulco, Mexiko zum tropischen Tiefdruckgebiet Sieben-E erklärt. Das System verstärkte sich weiter um intensivierte sich um 09:00 Uhr UTC am 1. Juli zum tropischen Sturm. Bei Wasseroberflächentemperaturen von 30 °C und fast fehlender Windscherung, verstärkte sich Fabio gegen 15:00 Uhr UTC am 2. Juli zum Hurrikan. Die Meteorologen des NHC erwarteten zunächst eine weitere Intensivierung Fabios in einen schweren Hurrikan, was allerdings nicht geschah, weil Fabios Höhepunkt mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 175 km/h knapp unter der Schwelle zur Kategorie 3 verblieb. Weil Fabio dann über kühleres Wasser zog, setzte eine rasche Abschwächung ein, und am 6. Juli um 15:00 Uhr UTC verlor das System weitab der Küste von Niederkalifornien seine tropischen Eigenschaften.

Tropischer Sturm Gilma

Am 22. Juli entwickelte sich mehrere hundert Kilometer südsüdöstlich des Golfs von Tehuantepec ein Tiefdruckgebiet. Während der nächsten paar Tage entwickelte sich das System langsam, während es nordwestwärts zog. Die mit dem Tief verbundene Schauer- und Gewitteraktivität begann am 26. Juli, sich rasch zu organisieren und führte um 21:00 Uhr UTC am 26. Juli zur Klassifizierung als tropisches Tiefdruckgebiet. Am nächsten Tag um 09:00 Uhr UTC intensivierte sich das Tiefdruckgebiet zum Tropischen Sturm Gilma. Allerdings stellte nordwestliche Windscherung das Zirkulationszentrum schon bald frei, sodass Gilma sich am 28. Juli um 18:00 Uhr UTC in ein tropisches Tiefdruckgebiet abschwächte. Um 21:00 Uhr UTC am 29. Juli degenerierte das System in ein Resttief, das bereits zwölf Stunden ohne tiefe Konvektion gewesen war.

Tropisches Tiefdruckgebiet Neun-E

Das NHC begann am 4. Juli mit der Überwachung eines disorganisierten Gebietes mit niedrigem Luftdruck. Das System entwickelte sich stückweise, als es westwärts zog, und am 26. Juli hatte es sich ausreichend organisiert, um als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert zu werden. Allerdings konnte das Tief sich nicht weiter intensivieren, und das Zentrum war schon bald auf Satellitenaufnahmen kaum noch erkennbar. Nach weniger als einem Tag als tropische Zyklone öffnete sich das Tiefdruckgebiet am 27. Juli in einen Trog, der in die Innertropische Konvergenzzone eingebettet war.

Hurrikan Hector