Peter Gerhard (* 20. August 1907 in Wien; † 29. Juni 1994 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben und Wirken Der Sohn eines Polizeioberkommissars besuchte in seiner Heimatstadt Wien das humanistische Gymnasium und studierte an der Universität der österreichischen Hauptstadt Germanistik. Anschließend ließ sich Gerhard von Jacob Feldhammer zum Schauspieler ausbilden. Frühe berufliche Erfahrungen sammelte Gerhard als Assistent von Feldhammers Chef, dem Theaterintendanten und -Regisseur Max Reinhardt während der Salzburger Festspiele. Anschließend nahm Peter Gerhard Verpflichtungen in die ehemalige k.u.k. Provinz wahr, die ihn ab 1932, beginnend mit Troppau, an kleine Bühnen in Brünn und Mährisch-Ostrau führten, ehe er wieder in Wien eintraf, wo er sich kurzzeitig dem Österreichischen Städtebundtheater anschloss. Infolge des Anschlusses Österreichs im März 1938 geriet Peter Gerhard vorübergehend in Gestapo-Haft und wurde nach seiner Entlassung eingezogen. Obwohl in Uniform, gehörte Gerhard in den beiden Spielzeiten 1942/43 und 1943/44 dem Ensemble des Karlsbader Stadttheaters an.

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Gerhard in seine Heimatstadt zurück und trat dort zunächst am Renaissance-Theater sowie anschließend an den Kammerspielen und am Theater in der Josefstadt auf. Außerdem engagierte er sich beim Radiosender RAVAG und dem amerikanisch kontrollierten Konkurrenten Rot-Weiß-Rot. Gerhard hat auch als Synchronsprecher gearbeitet und ab 1946, unmittelbar nach der Befreiung, eine Reihe von kleinen Filmrollen übernommen. Dabei deckte er beim Kino- wie (ab 1957) auch beim Fernsehfilm die ganze Palette der Edelchargenrollen ab: Mal war er ein Portier, ein Conférencier, ein Lehrer, ein Diener oder ein Tanzmeister, dann aber auch wieder ein Minister, ein Kanzleirat, ein Direktor und immer mal wieder ein Professor. Zu letzterem wurde Gerhard schließlich vom österreichischen Staat im fortgeschrittenen Alter ernannt. Zeitgleich blieb der Künstler dem Theater treu und trat von Fall zu Fall auch gastweise an der Wiener Volksoper auf. Gerhard war aber auch regelmäßig zu Gast bei den saisonalen Festspielen von Melk, Perchtoldsdorf und Stockerau.

Peter Gerhard war von 1960 bis zu seiner Deckung 1970 Mitglied der Freimaurerloge Gleichheit.

Filmografie 1946: Der weite Weg 1946: Die Welt dreht sich verkehrt 1948: Arlberg-Express 1950: Das vierte Gebot 1951: Rausch einer Nacht 1952: Knall und Fall als Hochstapler 1952: Ich hab’ mich so an Dich gewöhnt 1952: 1. April 2000 1953: Flucht ins Schilf 1953: Hab’ ich nur Deine Liebe 1954: Mädchenjahre einer Königin 1955: Ja, so ist das mit der Liebe (Ehesanatorium) 1956: K. u. K. Feldmarschall 1957: Ober, zahlen! 1957: Spiel im Schloß (TV) 1957: Wien, du Stadt meiner Träume 1957: Lachendes Wien 1958: Eva küßt nur Direktoren 1958: Heiratskandidaten 1958: Hallo Taxi 1958: Adams Garten (TV) 1958: Blitzmädels an die Front 1960: Ich heiße Robert Guiscard (TV) 1960: Warum lügst du, Cherie? (TV) 1961: G’schichten aus dem Wienerwald (TV) 1961: Vor Jungfrauen wird gewarnt 1962: Weekend-Party (TV) 1962: Die Schule der Ehe, die Schule der Gatten, die Schule der Gattinnen, ein Kurs für Fortgeschrittene in 2 Lektionen (TV) 1962: Professor Bernhardi (TV) 1962: Die lustige Witwe 1963: Der Bockerer (TV) 1963: Bilanz der Saison (TV) 1963: Leocadia (TV) 1963: Ferien vom Ich 1963: Das alte Hotel (Fernsehserie, 2 Folge) 1964: Hilfe, meine Braut klaut 1964: Volkscafé (TV) 1964: Ein Mensch wie du und ich (TV) 1964: Professor Bernhardi (TV) 1964: … und sowas muß um 8 ins Bett 1965: Radetzkymarsch (TV) 1965: Leinen aus Irland (TV) 1966: Familie Schimek (TV) 1966: Maigret und sein größter Fall 1966: Die Schule der Frauen (TV) 1967: Wiener Schnitzel 1967: Der Bauer als Millionär (TV) 1968: Ein Denkmal fährt Rad (TV) 1968: Die Begnadigung (TV) 1969: Die Eintagsfliege (TV) 1971: Letzte Grüße, lieber Charlie (TV) 1971: Anton und Antonia (TV) 1972: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Fernsehserie, eine Folge) 1974: Arsène Lupin (Fernsehserie, eine Folge) 1980: Der Gute (TV) 1983: Tatort: Mord in der U-Bahn (TV) 1983: Gasparone (TV) 1987: Die liebe Familie (Fernsehserie, eine Folge) 1987–1989: Heiteres Bezirksgericht (Fernsehserie, zwei Folge) 1989: Ignaz Semmelweis – Arzt der Frauen (TV)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 491.

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