Rolf Bauer (* 3. August 1938 in Neunkirchen, Saarland) ist ein deutscher Musiker, Komponist und Schauspieler.
Leben und Wirken Der gebürtige Saarländer erhielt mit 14 Jahren Gitarrenunterricht. Ein Jahr später begann er eine Mechanikerlehre, besann sich aber dann wieder seiner künstlerischen Ader und begann mit einem Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst im nahe gelegenen Saarbrücken. 1958 belegte er einen weiteren Studiengang (Schauspielerei) am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Im Jahr darauf bildete er sich an der Fritz-Kirchhoff-Schule in Berlin fort. Mit Beginn der 1960er Jahre konzentrierte sich Bauer zunächst auf die darstellende Kunst und gründete 1961 die Kleinkunstbühne „Die Brennnessel“. Zeitgleich belieferte er das Kinomelodram Riviera-Story mit einem eigenen Lied, Liebelei, seinem ersten Beitrag für den Film. Liebelei erreichte 1962 die Spitzenposition in der italienischen Hitparade.
Im Jahre 1963 schloss sich Rolf Bauer der Berliner Kleinkunstbühne „Die Wühlmäuse“ an, dem er bis 1972 die Treue hielt. Nebenbei schuf er sich ein zweites berufliches Standbein, wurde Musiklehrer für Rockmusik und gründete 1965 ein eigenes Tonstudio. 1968 kam Bauer erstmals mit dem Film in Kontakt. Er erhielt Nebenrollen in der sich anarchisch gebenden Lustspielklamotte Quartett im Bett und wirkte auch in Mehrmals täglich mit, dem ersten Film, in dem sein „Wühlmäuse“-Chef Dieter Hallervorden seine erste Hauptrolle verkörperte. Zeitgleich konnte Bauer an der Seite des Komponistenkollegen Horst A. Hass zu dem im Vorjahr (1967) als Reaktion auf den Sechstagekrieg in Israel gedrehten, hurrapatriotischen Kriegsfilm Schatten über Tiran – Kommando Sinai seine erste Filmkomposition unterbringen.
Zu Beginn der 1970er Jahre lieferte Rolf Bauer Filmmusiken zu einer Reihe von Softsexfilmchen vom Schlage Liebesmarkt in Dänemark, Die goldene Banane von Bad Porno, Der lüsterne Türke und Und mehrmals täglich quietschen die Matratzen. In zwei dieser Streifen wirkte er auch mit, doch mit der Zeit vernachlässigte Bauer seinen schauspielerischen Ehrgeiz, bis er nach 1980 nicht mehr vor die Kamera trat. Ab Mitte der 1970er Jahre kamen kompositorische Aufträge vom Fernsehen hinzu. Hier verfasste er unter anderem die Musiken für die Comedy-Reihe Didi – Der Untermieter mit seinem alten Chef Hallervorden und für die beliebte ARD-Vorabendserie Drei Damen vom Grill, wobei die Titelmusik dieser Serie bereits der Soundtrack des Softsexfilms Das sündige Bett von 1973 war. Bauer ist mit der ehemaligen SFB-Programmansagerin Renate Bauer verheiratet.
Filmografie als Schauspieler 1968: Quartett im Bett 1969: Darf ich Sie zur Mutter machen 1970: Der tägliche Rummel 1971: Die goldene Banane von Bad Porno 1972: Liebe zwischen Tür und Angel 1980: Hollywood, ich komme
als Komponist 1968: Kommando Sinai – Schatten über Tiran 1969: Darf ich Sie zur Mutter machen 1969: Josefine, das liebestolle Kätzchen 1970: Liebesmarkt in Dänemark 1971: Der lüsterne Türke 1971: Die goldene Banane von Bad Porno 1971: Bettkarriere 1972: Jungfrauen-Report 1972: Verführerinnen-Report 1973: Und mehrmals täglich quietschen die Matratzen 1973: Der Tanzstunden-Report 1973: Bettkanonen 1973: Bademeister-Report 1974: Pusteblume 1974: Ob Dirndl oder Lederhose – gejodelt wird ganz wild drauflos 1975: Das Amulett des Todes 1975: Anna und Edith 1976: … und sie genießen die Liebe 1977: Tagebuch eines Liebenden 1977–1992: Drei Damen vom Grill 1978: Das kalte Herz 1980: Scheidung auf französisch 1981: Achtung Zoll! 1982: Der Zappler 1983: Utopia 1984: Funny Boys und Funny Girls 1986: Didi – Der Untermieter 1988: Der Knick – Die Geschichte einer Wunderheilung 1988: Beule 1996: Die Wölfe (Wolves)
Literatur Who’s Who in the Arts, zwei Bände. 2., überarbeitete Auflage, Wörthsee 1978. Erster Band, S. 48
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