mini|Provinzial-Heil und Pflegeanstalt Plagwitz am Bober mini|Siegelmarke
Die Provinzial-Heil und Pflegeanstalt Plagwitz am Bober befand sich in Plagwitz am Bober (Stadtteil von Löwenberg), Niederschlesien.
Sie bestand seit Juli 1824 und war im Plagwitzer Schloss eingerichtet worden. Sie diente zunächst zur Unterbringung von körperlich Kranken, ab 1829 dann als Irrenanstalt. Sie wurde 1864 aufgelöst, aber 1869 wiedereröffnet und durch weitere Gebäude ergänzt. Eine zweite Kolonie im Ort entstand am Grüttnergut.Petersen-Borstell: Provinzial-Heil- u. Pflegeanstalt Plagwitz a. Bober. In: Deutsche Heil- und Pflegeanstalten für Psychischkranke in Wort und Bild. Band 1, Halle an der Saale, 1919, S. 365–373 (). Von 1876 bis 1881 war Ewald Hecker Leiter der Anstalt.
Während der NS-Zeit wurden 1941 über 510 Patienten aus Plagwitz nach Sachsen verlegt. Von ihnen fielen 279 Patienten den Krankenmorden in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein zum Opfer. 1944 war die Einrichtung einer Kinderfachabteilung in Plagwitz geplant; aufgrund des Kriegsverlaufs wurden diese Pläne allerdings nicht umgesetzt.
Schloss Plagwitz ist heute noch erhalten. 1945 wurde es kurzfristig Kinderheim für Kriegswaisen (Wolfskind (Zweiter Weltkrieg)).Willenborg, Kinder im Schatten des Krieges, S. 65, wvb-Verlag, Berlin, 2024 Es stand nach dem Zweiten Weltkrieg lange leer. November 1992 erwarb die Baptisten-Kirche das Schloss. Sie organisiert hierin Entzugs- und Reha-Seminare.http://geo.viaregia.org/testbed/index.pl?rm=obj&objid=15066
Siehe auch Liste von Psychiatrien in Polen
Einzelnachweise
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