mini|Die Pfarrkirche St. Michael in Heustreu.Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael beziehungsweise Zu den Heiligen EngelnRoswitha Altrichter et al.: Kirchen im Landkreis Rhön-Grabfeld, S. 126f. (bis 1956: Dreikönigskirche) ist die Dorfkirche von Heustreu, einer Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Heustreu ist ein Teil der Pfarreiengemeinschaft „Um den Michaelsberg“. Die Kirche gehört zu den Baudenkmälern von Heustreu und ist zusammen mit der Kirchhofbefestigung und einem Marienstandbild im Kirchhof unter der Nummer D-6-73-133-32 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.

In Heustreu befindet sich ebenfalls die gleichnamige Friedhofskapelle St. Michael.

Beschreibung mini|InnenansichtDie Kirche ist ein nach Westen ausgerichtetes dreischiffiges Langhaus mit gerade geschlossenem Chor. Sie besitzt ein Satteldach, das sich über den Seitenschiffen abflacht. Der Kirchturm steht östlich in der Mittelachse des Langhauses. Es handelt sich um einen Julius-Echter-Turm mit spitzem Helm und spitzbogigen Schallfenstern mit Maßwerk.

Geschichte Die Pfarrei Heustreu wurde im Jahr 1587 durch den Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn aus der Pfarrei Hollstadt herausgelöstGeschichte der Pfarrei, die ihrerseits aus der Urpfarrei Brend hervorgegangen war. Der Kirchturm ist der älteste Bauteil der Kirche. Er wurde im 14. Jahrhundert errichtet, im Jahr 1617 erhöht und mit der typischen Echterhaube versehen. Im Jahr 1600 wurde die zu klein gewordene Kirche um zwanzig Fuß verlängert und en wenig verbreitert. Aus dieser Zeit ist noch eine Inschrift über dem heutigen rechten Eingang zu erkennen: "Als man Zahlt nach Christi unsers Erlösers gebürt 1600 ist aus gnedigen beuelch und hülff des Hochwürdigen fürsten und Herrn, Hern Julij Bischoffes zu Würtzburgk und Hertzogen zu Franckhen Dists [sic] GottsHauß vonn grundt auff Neu erbautt Worden". Nachdem die Kirche in den 1950er Jahren für die Gemeinde zu eng wurde und ständige Hochwassergefahr herrschte, setzte sich Pfarrer Oeftering dafür ein, dass Architekt Rost einen Neubau des Langhauses und Chores plant. Da jedoch alle seine Vorschläge kein Gefallen in der Gemeinde fanden, wurde Dombaumeister Hans Schädel für die Planung des neuen Kirchenbaus engagiert. Am 1. Mai 1956 wurde der letzte Gottesdienst in der Kirche gefeiert und schon sieben Tage später begannen die Abbrucharbeiten. Der Weihnachtsgottesdienst 1956 konnte dann bereits in der neuen Kirche gefeiert werden. Bischof Stangl weihte den Kirchenneubau 1957 ein unter dem neuen Patrozinium "Zu den heiligen Schutzengeln". Bis dahin stand die Kirche unter dem Patrozinium der Hl. Drei Könige.

Ausstattung mini|Die Orgel In der Kirche ist nur ein Zelebrationsaltar aufgestellt. Hinter dem Altar befindet sich ein großflächiges Wandgemälde. Weiterhin enthält die Kirche eine Madonna aus dem 15. Jahrhundert.

Die Orgel ist an der östlichen Wand angebracht. Sie wurde 1958 vom Orgelbauer Otto Hoffmann aus Ostheim vor der Rhön gebaut. Sie verfügt über 17 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Das Geläut der Kirche umfasst fünf Glocken. Die älteste Glocke des Geläuts (Glocke 2) wurde 1769 von einem unbekannten Gießer gefertigt und überstand als einzige die beiden Weltkriege. Im Jahr 1949 ergänzten zwei von Albert Junker in Brilon gegossene Glocken das Ensemble. Aufgrund des Gussjahres bestehen diese sehr wahrscheinlich aus Briloner Sonderbronze. 1979 wurde dem Geläut durch die Glockengießerei Gebr. Bachert aus Bad Friedrichshall-Kochendorf die Glocken 1 und 5 hinzufügte.

Ehemalige Ausstattung mini|250x250px|Innenansicht vor 1956 Die Pfarrkirche von Heustreu besaß bis zu ihrem Abriss im Jahr 1956 eine barocke Ausstattung. Dem Dombaumeister Hans Schädel war es ein Anliegen, diese auch in der neuen, größeren Kirche unterzubringen. Dagegen sprach sich Pfarrer Oeftering jedoch entschieden aus, sodass die Ausstattung 1958 an die Pfarrkirche in Geldersheim verkauft wurde. Von dem alten Hochaltar blieben nur die Figuren der Heiligen Anna und des Heiligen Joachim, die heute die nachgotische Madonna (ca. 1600) am Marienaltar flankieren.

Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Bayern I: Franken: Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken, Deutscher Kunstverlag Berlin/München 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 374 Roswitha Altrichter, Annette Faber, Reinhold Albert, Hanns Friedrich, Stefan Kritzer: Kirchen im Landkreis Rhön-Grabfeld, 1. Auflage: 1. Oktober 2010, ISBN 978-3-939959-06-9, S. 127–129, S. 126f.

Weblinks

Zwölfuhrläuten der Kirche im Bayerischen Rundfunk Heustreu (D) die Glocken der kath. Kirche Zu Den Heiligen Engeln

Einzelnachweise

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