mini|Zug im Hauptbahnhof Hamburg mini|start-Logo über dem ehemaligen metronom-Logo auf einer Lokomotive in Cuxhaven Die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH war ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), das 2016 gegründet wurde und in den Jahren 2018 bis 2026 regionale Bahnverkehre betrieben hat, bevor es wieder aufgelöst wurde. Das Unternehmen war ein Tochterunternehmen der DB Regio AG, der Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn. Es war in seiner Struktur und Marktposition anderen Privatbahnen nachempfunden, die seit der Liberalisierung des Nahverkehrs in Deutschland die Marktanteile der DB Regio zurückgedrängt haben. Über die kurze Geschichte des Unternehmens gewann die Gesellschaft die Betreiberrechte für fünf Nahverkehrsnetze in Nord-, West- und Mitteldeutschland. Aufgrund anhaltender Schwierigkeiten, den Betrieb störungsfrei aufrechtzuerhalten, wurde Start im August 2026 aufgelöst und der Betrieb in die DB Regio eingegliedert.
Geschichte Das hundertprozentige Tochterunternehmen der DB Regio wurde im Jahr 2016 gegründet. Die Sicherheitsbescheinigung und Zulassung als EVU wurde im November 2017 vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt.
Folgende Tochterunternehmen wurden ursprünglich gegründet: Verkehrsgesellschaft Start Emscher-Münsterland mbH (16. September 2016) Verkehrsgesellschaft Start Niedersachsen mbH (19. September 2016) Verkehrsgesellschaft Start Augsburg mbH (20. September 2016) Verkehrsgesellschaft Start NRW mbH (20. September 2016) Verkehrsgesellschaft Start Ostsachsen mbH, ehemals Verkehrsgesellschaft Start Ruhr-Sieg mbH (20. September 2016) Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH (28. Dezember 2016)
Am 15. September 2020 gab Start bekannt, alle bisherigen Gesellschaften mit der Regionalverkehre Start Deutschland GmbH zu verschmelzen und künftig nur noch unter einem Namen auftreten zu wollen.
Am 20. Januar 2026 beschloss der Vorstand von DB Regio, die Regionalverkehre Start Deutschland aufzulösen und in die DB Regio zu integrieren. Die Auflösung wurde zum 1. August 2026 vollzogen.
Verkehre +SPNV-Netze der Start Deutschland (2017–2026) Netz und Laufzeit Linien Linienweg Aufgabenträger Fahrzeuge vorheriger Betreiber anschließenderBetreiber Unterelbe-Netz(12.2018–12.2027) Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Cuxhaven LNVG, BVM Traxx P160 DE (246) + 5 Doppelstockwagen (Fahrzeuge der LNVG) MetronomDB Regio Nord Dieselnetz Niedersachsen-MitteDie Vergabe erfolgte ursprünglich an die DB Regio.(12.2021–12.2029) Bremen Hbf – Soltau – Uelzen LNVG, Region Hannover, NWL, SKUMS, BVM Alstom Coradia LINT (Fahrzeuge der LNVG) erixx Hamburg-Harburg – Buchholz – Soltau – Hannover Hbf Hildesheim Hbf – Hameln – Löhne – Bünde / Herford NordWestBahn Hildesheim Hbf – Bodenburg Taunus-Netz(12.2022–12.2034) Bad Soden (Taunus) – Frankfurt-Höchst(ab 01.04.2023) RMV Alstom Coradia iLINT Hessische LandesbahnDB Regio Mitte Königstein – Kelkheim – Frankfurt-Höchst – Frankfurt Hbf Brandoberndorf – Friedrichsdorf (Taunus) – Bad Homburg (– Frankfurt Hbf) Friedberg (Hess) – Friedrichsdorf (– Bad Homburg)(ab 01.04.2023) Dieselnetz Sachsen-Anhalt II(12.2024–12.2032) (RE 11a) Berlin Ostbahnhof – Berlin Hbf – Potsdam Hbf – Brandenburg Hbf – Genthin – Burg (Magdeburg) – Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Thale Hbf / – Goslar NASA, TLBV, RGB LINT 41 Abellio Rail MitteldeutschlandDB Regio Südost Halle (Saale) Hbf – Könnern – Sandersleben – Aschersleben – Halberstadt Hbf – Wernigerode Hbf – Goslar Magdeburg Hbf – Haldensleben – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf Magdeburg Hbf – Schönebeck – Güsten – Sangerhausen – Sömmerda – Erfurt Hbf Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Quedlinburg – Thale Hbf Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Wernigerode Hbf – Vienenburg – Goslar Halle (Saale) Hbf – Könnern – Sandersleben – Aschersleben – Halberstadt Hbf Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Blankenburg Stendal Hbf – Gardelegen – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf Magdeburg Hbf – Magdeburg-Neustadt – Barleben – Haldensleben – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf Magdeburg Hbf – Staßfurt – Güsten – Aschersleben Magdeburg Hbf – Osterweddingen – Oschersleben Halberstadt Hbf – Wegeleben – Aschersleben Halle (Saale) Hbf – Könnern – Bernburg Hbf – Calbe (Saale) Ost – Schönebeck – Magdeburg Hbf Dessau Hbf – Köthen – Bernburg Hbf – Güsten – Aschersleben Naumburg (Saale) Ost – Naumburg (Saale) Hbf – Laucha – Nebra – WangenMaas-Wupper-Express(12.2026–12.2040)Zur Aufnahme des Verkehs unter der Marke „Start“ kam es nicht mehr.Hamm Hbf – Hagen Hbf – Wuppertal Hbf – Düsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf – Venlo – Eindhoven CentraalVRR, NWL, IenWStadler Flirt 3XL (Mehrsystem)eurobahnDB Regio NRW
Unterelbe-Netz (2018–2026) mini|Ein Wagen der Start Unterelbe in Cadenberge Als erstes Netz übernahm Regionalverkehre Start Deutschland den Betrieb der Linie Hamburg Hbf–Cuxhaven (RE 5) von Dezember 2018 bis Dezember 2027 mit der Tochter Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe, Sitz Cuxhaven. Diese Linie wurde zuvor von der Metronom Eisenbahngesellschaft betrieben. Für den Betrieb werden 8 Diesellokomotiven sowie 38 Doppelstockwagen aus dem landeseigenen Fahrzeugpool der LNVG angemietet, die bereits zuvor auf der Strecke im Einsatz waren. Ebenso wurde den bisherigen Metronom-Mitarbeitern ein Übernahmeangebot gemacht. Die Züge wurden weiterhin vom Hersteller Bombardier in Bremervörde instand gehalten.
Dieselnetz Niedersachsen-Mitte (2021–2026) mini|LINT 41 im Dieselnetz Niedersachsen-Mitte Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) vergaben das Dieselnetz Niedersachsen-Mitte im September 2020 zunächst an DB Regio. Im November 2020 wurde bekanntgegeben, dass das Netz an Regionalverkehre Start Deutschland übertragen wird, die den Betrieb im Dezember 2021 aufnahm.
Das Netz umfasst zwei bisher getrennt vergebende Teilnetze: die Linien RB 37 (Bremen Hbf–Soltau–Uelzen) und RB 38 (Hannover Hbf–Soltau–Buchholz (Nordheide)–Hamburg-Harburg) waren vorher als Heidekreuz von Erixx, betrieben worden. Das Weser-/Lammetalbahn-Netz mit den Linien RB 77 (Hildesheim Hbf–Hameln–Löhne–Bünde) und RB 79 (Hildesheim–Bodenburg) betrieb vorher die NordWestBahn.
Es kommen weiterhin die Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia LINT aus dem Fahrzeugpool der LNVG zum Einsatz. Firmensitz der Start Niedersachsen Mitte war seit November 2021 Soltau. In Hannover und Hildesheim, gab es je eine Zweigstelle. Es wurden etwa 170 Mitarbeiter beschäftigt.
Nach der Übernahme des Netzes kam es zu Kritik an Start Niedersachsen, da der Betrieb unzuverlässig sei. Es komme vermehrt zu Fahrtausfällen, Verspätungen und verpassten Anschlüssen, und die Fahrgäste würden nicht gut informiert. Der Start drohte eine Abmahnung durch den zuständigen Aufgabenträger, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Start Niedersachsen erhielt im November 2022 eine erste Vertragsstrafe in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Start legte gege die ausgesprochenen Strafen Widerspruch ein, da die Fahrzeuge der LNVG in einem schlechten Zustand seinen. Ab Juni 2023 kam es erneut zu Ausfällen – vor allem auf der RB37 – und viele Züge fuhren verkürzt. Im Juli 2023 kam es zu einer weiteren Abmahnung durch die LNVG. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte die LNVG mehrfach auf, den Vertrags mit Start zu kündigen und einen Notbetrieb vorzubereiten.
In den von der LNVG veröffentlichten Kennzahlen zur Betriebsqualität 2023 schnitt Start Niedersachsen im Vergleich zu anderen Verkehrsunternehmen schlecht ab. So verzeichnete Start im Jahr 2023 die meisten Zugausfälle im Netz der LNVG. Die geringste Zuverlässigkeit im Hinblick auf kurzfristige Ausfälle im Gebiet der LNVG wiesen 2023 die Linien RB 37 (Bremen–Uelzen) und RB 77 (Hildesheim–Bünde) auf. Die Linie RB 38 (Hannover–Buchholz) wies im Jahr 2023 die geringste Pünktlichkeitsquote aller untersuchten Linien auf. Aufgrund der mangelhaften Leistungen forderte die LNVG den DB-Konzern auf, bei Start einzugreifen.
Taunus-Netz (2022–2026) mini| iLint-Triebwagen unterwegs zur Wasserstofftankstelle im Industriepark Höchst mini|LINT 41 für das Taunus-Netz noch ohne Logo kurz nach Fahrplanwechsel Im März 2022 gab der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bekannt, dass Start ab Dezember 2022 den Betrieb im Taunus-Netz übernimmt. Dieses umfasst die Linien RB 11 (Bad Soden–Frankfurt-Höchst), RB 12 (Frankfurt–Königstein), RB 15 (Bad Homburg–Brandoberndorf) und RB 16 (Bad Homburg–Friedberg). Start übernahm diese von der Hessischen Landesbahn. Eingesetzt werden 27 neue Triebzüge der Alstom-Gruppe des Typs iLINT mit Wasserstoffantrieb. Da zur Betriebsaufnahme nicht genügend Neufahrzeuge ausgeliefert waren, setzte Start in den ersten Monaten auch Leihfahrzeuge ein – u. a. Baureihe 644 der Deutschen Bahn aus Dortmund und Lint 48 der DB Regio aus Schleswig-Holstein. Bei Erstaufnahme der Verkehre durch Start sorgte ein IT-Problem bei den Neufahrzeugen für zeitweise Totalausfälle.
Nach monatelangen Einschränkungen durch die zunehmende Verschlechterung der Einsatzbereitschaft der Wasserstoffzüge wurde der Betrieb der Linie RB11 ab dem 25. September 2023 an die S-Bahn Rhein-Main der DB Regio vergeben. Seit März 2024 ist der Betrieb der Linie RB11 komplett eingestellt, um die Strecke für den Bau der Regionaltangente West vorzubereiten.
Maas-Wupper-Express (2026)
Im Dezember 2021 gaben der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und das Niederländische Verkehrsministerium bekannt, dass Start Deutschland ab Dezember 2026 die Regional-Express-Linie Maas-Wupper-Express (RE 13) zwischen Hamm und Eindhoven mit Fahrzeugen des Typs Stadler Flirt betreiben sollte. Die Linie wird bisher von der Eurobahn gefahren. Nach Auflösung der Start GmbH wird die DB Regio diese Linie nun stattdessen übernehmen.
Netz Mitteldeutschland (2024–2026) Am 7. Juli 2023 erteilte die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) an die Start Deutschland den Zuschlag für das Dieselnetz Sachsen-Anhalt („DISA II“) – neu benannt auch als „Netz Mitteldeutschland“. Der Betrieb begann mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024, es war eine Laufzeit von acht Jahren vorgesehen. Zum Einsatz kamen 57 Züge des Typs Alstom Coradia LINT 41, davon wurden 54 Fahrzeuge vom bisherigen Betreiber Abellio Rail Mitteldeutschland übernommen. Drei Triebwagen sind angemietet. Diese werden weiterhin von der Verkehrs Industrie Systeme Halberstadt unterhalten. Nach der Auflösung von Start übernimmt DB Regio Südost die Verkehre, die ab 2026 schrittweise mit dem neuen Landesdesign der NASA („Mein-Takt.de“) unterwegs sind.
Erfolglose Ausschreibungen Ostsachsennetz (geplant 2019) Am 26. April 2018 gaben der ZVON (Oberlausitz), der ZVOE (Oberelbe) sowie die tschechischen Regionen Liberec und Ústí bekannt, dass ab Dezember 2019 die Verkehrsgesellschaft Start Ostsachsen mbH die Verkehrsleistungen auf den Linien Dresden–Görlitz, Dresden–Zittau–Liberec und Liberec–Zittau–Seifhennersdorf für 12 Jahre erbringen sollte. Gegen diese Entscheidung legte Die Länderbahn, die die Linien mit ihrer Marke trilex bedient, im Mai 2018 Einspruch bei der Vergabekammer der Landesdirektion Sachsen ein. Nach einer mündlichen Verhandlung am 14. September 2018 gab die Vergabekammer am 30. Oktober 2018 bekannt, dass der Zuschlag für das Streckennetz nicht an Start erfolgen darf, da das Unternehmen, nach Kammerauffassung, für diesen Auftrag nicht geeignet sei. Start Ostsachsen klagte im November 2018 gegen das Urteil der Vergabekammer beim Oberlandesgericht Dreseden. Nach Verhandlung am 31. Januar 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Dresden am 15. Februar 2019 die Entscheidung der Vergabekammer. Demnach mussten die Aufgabenträger eine neue Zuschlagsentscheidung treffen und durften dabei das Angebot der Start Ostsachsen nicht berücksichtigen. Der neue Zuschlag wurde am 2. April 2019 dem bisherigen Betreiber „Die Länderbahn“ erteilt.
Mittelrheinbahn (geplant 2023)