mini|Sō Yamamura, 1954 Sō Yamamura (jap. , Yamamura Sō, eigentlich: Hirosada Koga (, Koga Hirosada); * 24. Februar 1910 in Tenri; † 26. Mai 2000 in Tokio) war ein japanischer Schauspieler und Filmregisseur. In seiner 44 Jahre andauernden Schaffenszeit wirkte er in 137 Filmen mit und erhielt dafür 7 unterschiedliche Auszeichnungen.

Leben Nachdem Yamamura sein Studium der Germanistik an der Reichsuniversität Tokio 1935 abgeschlossen hatte, trat er der Theatergruppe Taiyō-za bei. Hier engagierte er sich in den Bereichen für Inszenierung und Dramaturgie und sammelte auch erste Erfahrungen als Schauspieler. Im Gründungsjahr der Theatergruppe Bunka-za wurde er 1942 einer der Leiter, bis er schließlich von 1944 bis 1945 seinen Kriegsdienst ableisten musste. Sein Filmdebüt hatte er mit Inochi aru kagiri im Jahr 1946. Sehr schnell entwickelte er sich zu einem gefragten Charakterdarsteller, der das Innenleben seiner Figuren sehr präzise analysierte. In dem Film Dai-ni no Jinsei (1948) spielte er unter der Regie von Hideo Sekigawa einen Fischer, der sich für die Resozialisierung obdachloser Kinder einsetzt. Er trat in Filmen Yasujiro Ozus, Kenji Mizoguchis und Kon Ichikawas auf. In der 1952 gegründeten Produktionsfirma Gendai Production arbeitete Yamamura als Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und als Schauspieler für den Film Kanikōsen (1953), in dem die Ausbeutung japanischer Krabbenfischer geschildert wird. Von 1954 bis 1965 war er Leiter der Ginza Production. In Satsuo Yamamotos Kizudarake no Sanga (1964) verkörperte er einen machtbessenen und schließlich von allen verlassenen Unternehmer. International konnte man ihn in der oscarprämierten US-amerikanisch-japanischen Kriegsfilm-Koproduktion Tora! Tora! Tora! (1970) als Admiral Yamamoto sehen.

Filmografie Schauspieler (Auswahl) 1947: Chikagai nijuyojikan 1947: Die Liebe der Schauspielerin Sumako (Joyū Sumako no koi) 1950: Munekata kyōdai 1950: Kikyō 1953: Die Reise nach Tokyo (Tōkyō monogatari) 1954: Kuroi ushio 1954: Yama no oto 1955: Die Prinzessin Yang (Yōkihi) 1956: Früher Frühling (Sōshun) 1957: Taifun über Nagasaki (Typhon sur Nagasaki) 1958: Der Barbar und die Geisha (The Barbarian and the Geisha) 1959: Barfuß durch die Hölle (Ningen no jōken) 1961: Arega minato no hi da 1961: Todesstrahlen aus dem Weltall (Sekai daisensō) 1964: Kizudarake no sanga 1972–1973: Hissatsu shikakenin (Fernsehserie, 26 Episoden) 1970: Tora! Tora! Tora! 1974: Weltkatastrophe 1999? – Die Prophezeiung des Nostradamus (Nosutoradamusu no daiyogen) 1991: Godzilla – Duell der Megasaurier (Gojira vs. Kingu Gidorā)

Regisseur 1953: Kanikōsen 1954: Kuroi ushio 1955: Sara no hana no toge 1959: Hahakogusa

Auszeichnungen Japanese Academy Award 2001: Spezialpreis für sein Lebenswerk

Blue Ribbon Award 1951: Bester Hauptdarsteller für Munekata kyōdai 1955: Bester Regisseur für Kuroi ushio 1962: Bester Nebendarsteller für Arega minato no hi da

Kinema Junpo Award 1965: Bester Hauptdarsteller für Kizudarake no sanga

Mainichi Film Concours 1951: Bester Nebendarsteller für Munekata kyōdai und Kikyō 1955: Bester Hauptdarsteller für Kuroi ushio und Yama no oto

Literatur Hans-Michael Bock: Lexikon. Film Schauspieler International. Henschel Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-199-7, S. 913. Günter Haasch, Andreas Regelsberger: Japan – Land und Leute. Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH, Berlin 2011, ISBN 978-3-8305-1908-9, S. 268

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Einzelnachweise

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