mini|Villa Bellemaison in Höllriegelskreuth Die Villa Bellemaison in Höllriegelskreuth, einem Gemeindeteil von Pullach im Isartal im Landkreis München, wurde 1908 für den Dichter Carl Sternheim (1878–1942) errichtet. Die Villa liegt am Hochufer der Isar mit der Adresse Zugspitzstraße 15.
Die palastartige, zweigeschossige Anlage auf hohem Kellergeschoss mit Mansardwalmdach, Mittelrisalit, reicher architektonischer Fassadengliederung und Freitreppe wurde im Louis-seize-Stil nach Plänen des Architekten Gustav von Cube (1873–1931) erbaut. Der Architekt war der Schwager des Bauherrn Carl Sternheim. Die Villa steht in einem großzügigen Park mit marmornem Brunnenbecken.
In den Besitzwechseln und unterschiedlichen Funktionen am Höllriegelskreuther Isarhochufer errichteten Dichterresidenz – der aufwendigsten, die in Deutschland je gebaut wurde – spiegelt sich die politische und kulturelle Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Von 1908 bis 1912 wohnte der Dramatiker und Erzähler in der Villa. Im Jahre 1911 wurden gegenüber der Villa auf der westlichen Bahnseite die „Elektrochemischen Werke“ errichtet. Sternheim war der Lärm und Geruch des Werks zuwider, sein Kampf gegen die Fabrik war aber ohne Erfolg. Infolge des Konkurses seines Vaters, dem er finanziell half, verkaufte Sternheim das Anwesen und zog 1912 nach Brüssel.
Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde das Spital des Münchner homöopathischen Spitalvereins aus dem Hahnemann-Haus in der Münchner Paul-Heyse-Straße vor die Tore der Stadt in das leerstehende Schloss Belle Maison in Höllriegelskreuth ausgelagert. Nach dem Krieg wurde ein vernünftiges Arbeiten in den engen Räumlichkeiten immer schwieriger. Auf Basis des Erbbaurechts stellte die Landeshauptstadt München der Stiftung Homöopathisches Krankenhaus ein Grundstück auf dem Areal des Harlachinger Krankenhauses zur Verfügung.
Von der Bombardierung der benachbarten Industrieanlagen wurde die Villa verschont. Die Linde AG kaufte 1985 die Villa. Sie sollte abgerissen werden, doch dazu kam es nicht, da zwischenzeitlich die Villa unter Denkmalschutz gestellt wurde. 1986 wurde nordseitig ein Anbau in Glas-Stahl-Architektur für Bürozwecke errichtet.
Denkmalschutz Die Villa Bellemaison steht unter Denkmalschutz und ist unter der Aktennummer D-1-84-139-27 in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erfasst.
Literatur
Michael Davidis: Bellemaison – Eine Dichterresidenz im Zeitalter der Extreme (Pullacher Schriftenreihe Band 7), Gemeinde Pullach im Isartal 2017.
Weblinks
Einzelnachweise
Bellemaison Kategorie:Bauwerk des Historismus in Bayern Kategorie:Bauwerk in Pullach im Isartal Kategorie:Baudenkmal in Pullach im Isartal Kategorie:Erbaut 1908 Kategorie:Carl Sternheim Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis München