mini|Bei der Arbeit. Sizilien (1997) mini|Am Bach III Öl auf Nessel 150 × 200 cm (2015)
Lisa Maria Stybor (* 1953 in Aachen; meist Lisa M. Stybor, weitere Maler-Identitäten: Elisa Corvino, Lisa Leonhardsdottir, Anna Raabe und Max Richter) ist eine deutsche Malerin und Zeichnerin. Sie unterrichtete Farbe, Fläche, Raum / Bildnerisches Gestalten an der Hochschule Anhalt in Dessau.
Leben mini|Morgenröte Monte Subasio Assisi, Italien Acryl auf Papier 18 × 26 cm (2013) mini|Zerstörte Stadt. Das Erdbeben von L’Aquila 70 × 100 cm Graphit auf Papier (2017)
Stybor wuchs in Aachen auf. Von 1981 bis 1986 studierte sie Design, Malerei und Plastik an der Fachhochschule Aachen. 1987/1988 brachte sie ein Fulbright-Stipendium für anderthalb Jahre an die University of Oklahoma, Norman (USA), wo sie den Abschluss als Master of Fine Arts in Art (Painting) erlangte.
Von 1989 bis 1991 hatte Stybor Lehraufträge an der Fachhochschule Aachen sowie 1992 und 1993 Lehraufträge an der Fachhochschule Düsseldorf.
Von 1989 bis 2017 war sie Mitglied in der Darmstädter Sezession.
Von 1993 bis 2016 war Stybor Professorin für Künstlerische Grundlagen in den Fachbereichen Design und Architektur, Hochschule Anhalt, Dessau (FH).
Von 2018 bis 2023 war sie Mitglied im Werkbund Berlin.
Stybor lebt in Berlin.
Werk mini|See Graphit auf Karton 29,2 × 20,1 cm Riesengebirge (Polen, 2009)
Stybor stellt mit ihrer Arbeitsweise, dem Konzept der Präsentation ihres Œuvres, die Linearität der Zeit radikal in Frage. In ihrer OPER/A „Lied von der Erde“, die circa 100 Arbeiten aus 20 Jahren ihres Schaffens vereint, bricht sie mit der linearen Entwicklung des künstlerischen Schaffens ebenso wie mit der linearen Wahrnehmung. Durch unterschiedlichste Ausdrucksweisen und Themen stellt sie das zeitliche Nebeneinander von vier Aspekten der Welt dar – Geburt, Entfaltung, Zerstörung sowie das Unfassbare, die Verwandlung.
Versuch über die Gleichzeitigkeit Lisa M. Stybor zeigt mit den von ihr erschaffenen vier verschiedenen Maler-Identitäten Elisa Corvino, Lisa Leonhardsdóttir, Anna Raabe und Max Richter, die nur zu einer Person gehören, verschiedene Aspekte und Blickrichtungen auf die Welt, „... die sich gleichzeitig auseinander wachsend und ineinander greifend entwickelten.“
Völkermord an den Armeniern Der Völkermord an den Armeniern ist, seitdem Stybor das erste Mal um 1998 von einem armenischen Studenten davon hörte, zu einem Kernstück ihrer Arbeit geworden. Sie widmete diesem Thema den Zyklus zum Völkermord an den Armeniern. Stybor hat dieses Thema unter anderem in ihrer Ausstellung „1915 – AGHET – Weg der Tränen“ verarbeitet.
Von Licht und Raum – Das Rheinprojekt Genau 200 Jahre nach der Rheinromantik von William Turner begab sich Lisa Maria Stybor 2017 auf eine eigene Reise entlang des Rheines. 41 kleine Bilder im Format von 18 × 26 cm erzählen in einer ganz eigenen Sprache von ihrer Reise und brechen mit den tradierten Normen der Landschaftsmalerei. Stybor stellte sich während ihres Projektes die Frage, ob sie die Sehnsucht nach Licht, Atmosphäre, Raum und Ferne hervorrufen könne, wenn sie sich in einem Bild nur auf die gegebenen Farben konzentriere und „alles Gegenständliche wie Schlösser, Burgen, Wald und Wasser wegfallen lässt.“ Entstanden ist ein Gesamtbild des Flusses – von der Mündung in die Nordsee bis zur Quelle, hoch in den Alpen in der Schweiz, im Laufe des Jahres.
Lehre und Projekte mini|Wandbild DER_KEIN_BUCH_LESENDE (Dessau, 2011)
Im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit entwickelte Stybor gemeinsam mit Studenten eines zweiten Semesters 2011 Ideen zum Thema „2020 – Kulturfreie Zone Dessau?“. Realisiert wurde der Entwurf der Studentin Arlett Streich DER_KEIN_BUCH_LESENDE.
Preise und Auszeichnungen 1987 + 1988 Studium der Malerei, MfA in Art, University of Oklahoma, Norman, USA (Fulbright Stipendien) 1988 T.G.Mays Purchase Award, Uni. Oklahoma 1988 Stipendium aus dem Ben Barnett Memorial Fund, Uni. Oklahoma 1989 Preis für junge Künstler der neuen Darmstädter Sezession, Darmstadt 1990 Preis zur Förderung von jungen Künstlern der Stadt Aachen, Suermondt-Museum Aachen 2013 und 2014 AIR artestudioginestrelle, Assisi, Italien 2015 AIR_Tyrone Guthrie Art Center, Annaghmakerrig, Irland 2016 AIR_Award_Baer Art Center, Island 2017 Artist In Residence_Finnish Artists Studio Foundation, Helsinki, Finnland 2018 AIR_Kunstmuseum Ilulissat, Grönland 2019 Artist In Residence (AIR)_ Skaftfell Center for Visual Art, Seydisfjödur, Island
Bibliografie
Weblinks
Website von Lisa M. Stybor Lisa M. Stybor, Lehrende an der Hochschule Anhalt (archiviert vom Original am 26. Dezember 2017; abgerufen am 16. Juni 2018) „Über die Arbeiten von Lisa M. Stybor – Lied von der Erde.“ von Anne Simone Krüger: „Das Werk als Symphonie der Gleichzeitigkeit“ zur Vernissage im Palais für aktuelle Kunst, Glückstadt, 2. Juli 2017 Hatto Fischer: Insight Into The Life Of Artist Lisa Stybor In: POIEIN KAI PRATTEIN, 24. Mai 2010
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Dessau-Roßlau) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Frau