mini|Rechts im Zentrum das Lycée Louis-le-Grand, davor die Rechtsfakultät, links die Sorbonne
ist der Name einer renommierten Eliteschule im in Paris (123 , 5. Arrondissement), die ein sowie vorbereitende Klassen für die Aufnahmeprüfungen der umfasst.
Die traditionsreiche Schule ging aus dem 1564 von den Jesuiten als Stipendiatenheim gegründeten hervor und war früher auch als Jesuitenkolleg von Paris bekannt. Sie war von 1595 bis 1618 und im Jahr 1762 vorübergehend geschlossen und wurde mehrmals umbenannt.
Name mini|Lycée Louis-le-Grand, Ansicht von der rue St Jacques
Das ursprüngliche Collège leitete seinen Namen von Guillaume Duprat († 23. Oktober 1560), Bischof von Clermont ab, dessen Stiftungen den Jesuiten die Gründung dieser Einrichtung ermöglichten, die später wie folgt bezeichnet wurde:
(1674) aus Ehrerbietung und Dank für einen Besuch, den König Ludwig XIV. der Schule abstattete, (1792) und (1794) während der französischen Revolution, (1800) unter dem Konsulat, (1805–1815) in der Zeit des Ersten Kaiserreiches, (1815) während der Restauration der Bourbonenherrschaft, (1848).
Ihren heutigen Namen trägt die Schule seit 1849.
Geschichte mini|Ein bekannter Zögling des : Franz von Sales im Alter von 12 Jahren in Paris
Bereits 1540 hatten die Jesuiten ein gegründet, ließen ihre Zöglinge – in Ermangelung eines eigenen Hauses – aber vom , bzw. ab 1542 vom beherbergen, bis Guillaume Duprat ihnen 1550 ein Haus () übereignete und 1560 per Testament eine Summe zukommen ließ, welche ihnen 1562 den Erwerb der geräumigen früheren Residenz der Bischöfe von Langres in der gestattete. Dort eröffneten sie 1564 das eigentliche , zu dessen Kapellenbau 1582 der König Heinrich III. den Grundstein legte.
Der Mordanschlag, den der ehemalige Schüler Jean Châtel (1575–1594) am 27. Dezember 1594 auf König Heinrich IV. verübte, gab Anlass zu der vorübergehenden Vertreibung der Jesuiten aus Frankreich und der Schließung des von 1595 bis 1618. In diesem Jahr kehrten die Ordensbrüder zurück, nahmen den Unterricht wieder auf und beauftragten 1628 den Neubau ihrer Schule, in welche sie später die benachbarten Gebäude des (1641) und des (1682) integrierten.
Infolge einer erneuten Vertreibung der Jesuiten 1762 abermals geschlossen, übernahm die Schule, die 1763 unter einen Verwaltungsrat gestellt wurde, dem der Erzbischof von Reims vorstand, in dem letztgenannten Jahr sämtliche Stipendiaten der 26 geschlossenen sogenannten auf.
Dem von 1820 bis 1822 renovierten Schulkomplex wurden 1822 die angrenzenden früheren Gebäude des angegliedert. Ein Teil der alten Gemäuer wurde in den Jahren von 1885 bis 1893 von dem Architekten Charles Lecoeur durch einen Neubau ersetzt. Die Fassade der Hofseite steht unter Denkmalschutz.
Das Lycée heute Das Secondaire des Lycée, entsprechend der deutschen Gymnasialklassen 10 bis 12, besuchen zurzeit (2007) rund 850 Schüler, die Classes préparatoires, die die Aufnahme in die Grandes Écoles vorbereiten, rund 950, davon 15 % den Wirtschaftszweig, 60 % den naturwissenschaftlichen und 25 % den literarischen Zweig. Das Lycée ist für seine hohe Erfolgsquote bei den Grandes Écoles bekannt. Etwa ein Zehntel der Schüler sind Ausländer aus rund 40 Ländern (speziell im Bereich Secondaire Européenne). Die Schule steht jedem offen und ist kostenlos. Es gibt aber ein strenges Auswahlverfahren. Der Schule ist ein Internat mit 339 Plätzen (Jungen und Mädchen) für Schüler angeschlossen, die in den Classes Préparatoires sind. Die Schüler werden als magnoludoviciensLudovicus magnus, lateinisch für „Ludwig der Große“. bezeichnet. Seit 1995 liefen umfangreiche Renovierungsarbeiten.
Zurzeit (2016) wird es von Jean Bastianelli, dem ehemaligen Leiter der französischen Schule (Lycée français de Vienne) in Wien und des Lycée Pierre-de-Fermat in Toulouse, geleitet.
Bekannte Schüler und Lehrer Schüler Schriftsteller und Philosophen Alain-Fournier Jean-Henri Azéma Alain Badiou Charles Baudelaire Joseph Bédier Louis Abel Beffroy de Reigny Alain de Benoist Ferdinand Brunetière Pierre Bourdieu Paul Bourget Flavia Bujor Eugène Burnouf Michel Butor Cyrano de Bergerac Marcel Bénabou René Castel Aimé Césaire Paul Claudel René Clair Prosper Jolyot Crébillon Alfred Auguste Cuvillier-Fleury Léon Daudet Régis Debray Nicolas Félix Deltour Jacques Derrida Denis Diderot Maurice Druon Émile Durkheim Charles Simon Favart Théophile Gautier Jean Baptiste Louis de Gresset Jean Guéhenno Jean Guitton Louis Hachette Claude Hagège Jean-Barthélemy Hauréau Ernest Hello Victor Hugo Paul Janet Jules Janin Joseph Kessel Valery Larbaud Bernard-Henri Lévy André Lichtenberger Émile Littré Robert Merle Maurice Merleau-Ponty Molière Charles Péguy Bertrand Poirot-Delpech Romain Rolland Marquis de Sade Jean-Paul Sartre Voltaire
Maler und Bildhauer mini|Eingang
Frédéric-Auguste Bartholdi Pierre Bonnard Edgar Degas Eugène Delacroix Marcellin Desboutin Théodore Géricault Georges Méliès Claude René Gabriel Poulleau Jacques Rigaut
Wissenschaftler Boubakar Ba Henri Becquerel Jean-Baptiste Biot Jean Bernard Michel Chasles Alfred Croiset Louis-Marie Stanislas Fréron Évariste Galois Jacques Hadamard Claude Hagège Félix Hubert d’Hérelle Charles Hermite Gabriel Lamé Laurent Lafforgue Vincent Lafforgue Louis Massignon Louis Leprince-Ringuet Urbain Le Verrier Pierre-Louis Lions Arthur Morin Paul Painlevé Henri Poincaré Marie-Antoinette Tonnelat Jean-Christophe Yoccoz
Politiker Karine Berger Robert Brasillach Thierry Breton Auguste Burdeau Jacques Chirac Aimé Césaire Pierre Cot Michel Debré Régis Debray Paul Deschanel Camille Desmoulins Édouard Drouyn de Lhuys Laurent Fabius Étienne-François de Choiseul Michel Gaudin Valéry Giscard d’Estaing Jean Jaurès Alain Juppé Pierre Mendès France Pierre Messmer Milan I. (Serbien) Alexandre Millerand Nikola (Montenegro) Maurice Papon Edgard Pisani Alain Poher Raymond Poincaré Georges Pompidou Maximilien de Robespierre Augustin Robespierre Michel Rocard Léopold Sédar Senghor Jean Tiberi Anne Robert Jacques Turgot, baron de l’Aulne Abel-François Villemain Maxime Weygand
Andere André Citroën, Automobilkonstrukteur Claude de la Colombière, Jesuit Raoul Diagne, Fußballnationalspieler Louis-Marie Stanislas Fréron, Politiker Louis Fronsac, Notar am Grand Châtelet Casimir Gaillardin, Historiker Jules Girard, Literaturhistoriker Kardinal Retz, Politiker, Memoirenschreiber Jacques Isorni, Rechtsanwalt Robert Judet, Orthopädischer Chirurg Marquis de Lafayette, General und Politiker André Michelin, Industrieller Franz von Sales, Ordensgründer, Mystiker (Schüler 1578 bis 1588) Antoine Vitez, Schauspieler und Theaterdirektor
Lehrer Lehrer am LLG waren u. a.: Henri Abraham Michel Alexandre Ferdinand Alquié Jules Barni Amédée Beaujean André Bellessort Denis Bérardier Casimir Bonjour Émile Borel Jean-Claude Bouquet Hubert Bourgin Auguste Burdeau René Castel Bernard Chambaz Marc-Antoine Charpentier Charles-Louis Clérisseau Jean-Philibert Damiron Xavier Darcos Constant Dubos Louis Gallouédec Auguste Geffroy, Historiker Marcel-Jules-Marie Guéhenno (Jean Guéhenno) Charles Antoine Gidel (Rektor ab 1878) Jean Gaston Darboux Eugène Despois Léon Feugère André Lagarde Louis Lavelle Henri Léon Lebesgue Michel Le Tellier Lucien Poincaré Chrétien-Siméon Le Prévost d'Iray Hippolyte Rigault Raoul Rochette Adolphe Roehn Romain Rolland Eugène Rosseeuw Saint-Hilaire Paul Tuffrau
Literatur
Weblinks
„Das Lycée Louis-le-Grand stellt sich vor“ Kurze Biografie des Louis de Fronsac mit einer Beschreibung der Lebensbedingungen im Collège de Clermont
Anmerkungen
Einzelnachweise
Louis le Grand Kategorie:Monument historique im 5. Arrondissement (Paris) Kategorie:Ludwig XIV. als Namensgeber Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1564 LouisleGrand Kategorie:Monument historique seit 1926 Kategorie:Ehemaliges Kolleg der Jesuiten LouisleGrand Kategorie:Bauwerk in Paris Kategorie:Bauwerk aus Kalkstein