mini|hochkant|Lew Tolstoi, Porträt von Iwan Kramskoi, 1873 Die drei Greise, auch Die drei Starzen (, Tri starza), ist eine fromme Legende von Lew Tolstoi, die 1886 entstand und im selben Jahr in der Nr. 13 des Wochenblattes Niwaru:Нива (журнал), auf Deutsch: Die Flur erschien. 1982 kam der Text im Bd. 10 Powesti und Erzählungen 1872–1886 der 22-bändigen Tolstoi-Ausgabe im Verlag für Künstlerische Literatur in Moskau heraus.russ. Л.Н. Толстой. Собрание сочинений в 22 томах, Bd. 10 Vermutlich hat Wassili Petrowitsch Schtschegoljonokru:Щеголёнок, Василий Петрович (1817–1894) dem Autor die Legende erzählt.russ. Lidija Opulskaja: Anmerkungen zum Text Tolstoi zitiert eingangs seine Erzählabsicht nach Matthäus.

Inhalt Zusammen mit einer Pilgerschar fährt der Bischof auf dem Segelschiff hinaus zum Kloster auf den Solowezki-Inseln. Unterwegs macht einer der Passagiere auf ein Eiland am Horizont aufmerksam. Der Bischof lässt sich vom Kapitän das Fernglas reichen und macht mit der Zeit drei nebeneinander stehende greise Einsiedler aus, die da anscheinend am Ufer zu Gott beten. Der Kapitän erfüllt den Wunsch des Bischofs nach seelsorgerischer Betreuung der drei und lässt ein Beiboot zu Wasser. An Land gerudert worden, vernimmt der Bischof den Wortlaut jenes Gebets zu Gott: „Drei seid ihr, drei sind wir, erbarm dich unser.“Verwendete Ausgabe, S. 179 Mitte Zwar würdigt der Bischof lächelnd die trinitarische Gebetsformel, doch er muss diese Christen die rechte Anbetung Gottes lehren. Als er den drei Greisen nach stundenlangem Vorsprechen das Vaterunser beigebracht hat, senkt sich der Abend hernieder. Der Bischof nimmt Abschied und die Schifffahrt kann endlich in Richtung der Solowezki-Inseln fortgesetzt werden. In der Dunkelheit leuchtet heckwärts über den Wassern so etwas wie ein schwacher Heiligenschein auf. Der rührt von den drei Greisen her, die über den See dem Bischof zu Fuß nacheilen – so sicher, als ob sie auf fester Straße liefen. Den dreien ist der „neue“ Gebetstext entfallen und sie bitten um Wiederholung. Der Bischof winkt ab, verneigt sich und spricht: „Auch euer Gebet gelangt zu Gott, ihr heiligen Greise. Nicht ich habe euch zu lehren. Bittet für uns Sündige!“Verwendete Ausgabe, S. 182 unten

Deutschsprachige Ausgaben Die drei Greise. S. 175–182 in: Tilly Bergner, Marina Renner: Tolstoi. Ein Lesebuch für unsere Zeit. Thüringer Volksverlag, Weimar 1952 (verwendete Ausgabe) Die drei Greise. Deutsch von Alexander Eliasberg. S. 137–145 in: Gisela Drohla (Hrsg.): Leo N. Tolstoj. Sämtliche Erzählungen. Fünfter Band. Insel, Frankfurt am Main 1961 (2. Aufl. der Ausgabe in acht Bänden 1982)

Weblinks Der Text Die drei Greise in Leo Tolstoi: Volkserzählungen, Märchen und Skizzen online im Projekt Gutenberg-DE, Verlag Josef Habbel, Übersetzerin: Hanny Brentano Wikisource Три старца (Толстой) (russisch) online bei tolstoy-lit.ru (russisch) online bei RVB.ru (russisch) Eintrag in der Werkeliste Volkserzählungen (1872–1887) Eintrag bei fantlab.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Werk von Lew Nikolajewitsch Tolstoi Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Erzählung