Emil Spiess (* 5. Januar 1938 in OberschrutenAbschruten (Kirchspiel Willuhnen), Litauen; † 25. Mai 2009 in Klein Kreutz) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Wirken Spiess kam gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie auf der Flucht vor der Sowjetarmee in die sowjetische Besatzungszone. Von 1957 bis 1958 besuchte er die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, an der er anschließend bis 1963 bei Rudolf Bergander und Gerhard Bondzin studierte. Nach dem Studienabschluss war Emil Spiess zunächst drei Jahre als freischaffender Künstler in Brandenburg an der Havel tätig. Er hatte intensive Kontakte zur Nationalen Volksarmee und arbeitete künstlerisch in militärischen Einheiten und organisierte mit weiteren Künstlern Ausstellungen. Er sagte später dazu, dass dies „für mich und meine künstlerische Entwicklung eine echte Bereicherung war …“Über meine Arbeit am Thema „Nationale Volksarmee“. In: Bildende Kunst. Berlin 1974, S. 229

Von 1967 bis 1971 arbeitete Spiess als Assistent für Wandmalerei von Gerhard Bondzin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1977 zog er mit seiner Familie nach Klein Kreutz. Seitdem hielt er sich wiederholt mit Künstlerkolleginnen und -Kollegen aus dem Bezirk Potsdam zum Malen an der Ostsee in Groß Zicker auf.

Von 1966 bis 1990 war Spiess Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1967/1968 an der VI. Deutsche Kunstausstellung in Dresden.

1976 erhielt er den Theodor-Fontane-Preis des Bezirks Potsdam. Er war als Maler bei der Internationalen Friedensfahrt tätig.

Emil Spiess war mit der Künstlerin Monika Spiess verheiratet. Sein Sohn Marc Spiess ist Musiker, Jan Spiess ebenfalls Maler.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken von Spiess (unvollständig)

Beeskow: Kunstarchiv Beeskow Brandenburg an der Havel: Stadtmuseum Brandenburghttps://nat.museum-digital.de/search?q=Emil+Spiess Dresden: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Werkbeispiele

Tafelbilder Brandenburg, Winterlandschaft (um 1966, Öl, 80 × 100 cm) Industrielandschaft (1967, Öl) Soldat der Sowjetarmee (1967, Öl) Sergeant der Sowjetarmee (1967, Öl) Manöverszene (1971; Öl, 70 × 100 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 5/74, S. 229 Manöverpause (1971/1972; Öl, 170 × 205 cm; damals im Armeemuseum der DDR)

Zeichnungen und Druckgrafik

Soldaten und Offiziere im Manöver (1970; Lithografie) Pioniere am Sperrknoten (1970; Pinselzeichnung, 55 × 75 cm) Haubitzen in Stellung / Aus dem Manöver „Waffenbrüderschaft“ (1970; Pinselzeichnung)

Architekturbezogene Werke Neun von ursprünglich fünfzehn Platten des etwa zehn mal vierzehn Meter großen Mosaiks Brandenburg – eine alte und eine neue Stadt, welches bis 2009 an einer Hauswand in der Nähe des Brandenburger Hauptbahnhofs installiert war, wurden 2016 an der Außenwand des Industriemuseums Brandenburg installiert.Brigitte Einbrodt: . Erschienen am 6. November 2016 in Märkische Allgemeine. Eingesehen am 22. Dezember 2017. Das Mosaik war von Spiess in zwei Phasen 1979 und 1981 in Zusammenarbeit mit dem VEB Wohnungsbaukombinat Brandenburg angefertigt und an einem fünfgeschossigen Hochhaus angebracht worden. Das gesamte Mosaik stellt Motive der Stadt Brandenburg, Industriearbeiter und in seinem Zentrum eine rothaarige Frau mit einem Blumenstrauß dar.Informationstafel Kunst am Bau - Das Wandbild des Brandenburger Künstlers Emil Spiess, Industriemuseum Brandenburg an der Havel, eingesehen am 23. Dezember 2017.

Spiess arbeitete am 1968 bis 1969 entstandenen und seit 2001 als Kulturdenkmal ausgewiesenen Wandbild Der Weg der roten Fahne an der Westseite des Kulturpalastes in Dresden unter Gerhard Bondzin mit.

Literatur

Weblinks

https://www.stattbekannt.de/die-ausstellung-2015/die-kuenstler?start=20

Einzelnachweise

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