mini|Der Anfang der Bismarckstraße am Hafermarkt, links im Bild. Rechts der Anfang der Glücksburger Straße. mini|Die Goethe-Schule Flensburg an der Bismarckstraße von oben mini|Das Gebäude der Willy-Weber-Schule das zur Goethe-Schule gehört. Die Bismarckstraße (dänisch: Bismarcksgade) ist eine Hauptstraße in Flensburg-Jürgensby. Sie beginnt am Hafermarkt unweit der Flensburger Innenstadt und endet beim Stadtteil Fruerlund, wo sie in die Mürwiker Straße übergeht, welche weiter zum Stadtteil Mürwik führt.
Hintergrund Schon 1874 war St. Jürgen eingemeindet worden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts begann Flensburg verstärkt an zu wachsen (vgl. Einwohnerentwicklung von Flensburg). Im Vorort Mürwik wurden seit Anfang des Jahrhunderts zahlreiche militärische Gebäude für die Kaiserliche Marine errichtet. Im Jahr 1900 wurde Jürgensgaard eingemeindet, womit der gesamte Bereich von Jürgensby seitdem zur Stadt gehörte.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 413Flensburg Atlas, Flensburg 1978, Karte 16 Die vom Hafermarkt abgehende nordöstlich verlaufende, Jahrhunderte alte Wegverbindung,Flensburg Atlas, Flensburg 1978, Karte 8 und 11 welche zuvor das Jürgensbyer Gebiet mittels der Jürgensgaarder Straße erschlossGerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. S. 109 sowie über die Bachstraße, der Brücke über die Kieler Eisenbahn und den Lautrupsbach im Bereich Mühlenholz, weiter in die Fruerlunder Straße nach Klosterholz und Twedter Holz führte, genügte den neuen Ansprüchen nicht mehr. Der Weg war in einem so schlechten Zustand, dass die Marine von der Torpedostation in Mürwik einen Dampfer namens „Wiking“ und ein Verkehrsboot namens „Grauer Esel“ einsetzte, damit ihre Soldaten zu Besuchen in die Stadt kamen.Flensburger Tageblatt: 100 Jahre Eingemeindung: Der graue Esel und des Kaisers Piste, vom: 6. Mai 2010; abgerufen am: 4. März 2015 Daher wurde eine neue Straßenverbindung geplant, welche auf die von 1907 bis 1910 hin errichtete Marineschule Mürwik angelegt wurde.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 484
Die bis 1906 errichtete neue Straße, die zunächst nur bis zur Jürgensgaarder Straße reichte, wurde zunächst auf Grund ihrer optischen Wirkung im Bereich des Hafermarktes zunächst „Durchbruchstraße“ genannt. 1907 wurde die Straße nach Flensburgs Ehrenbürger Otto von Bismarck benannt. Bismarck hatte Flensburg während des Deutsch-Dänischen Krieges, genauer in der Zeit vom 21. April bis zum 23. April 1964, auf dem Weg nach Düppel, besucht.Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN , Artikel: Bismarckstraße Einer Legende nach soll eine erste Flensburger Benennung nach Bismarck die des Bismarckherings sein. Kurz bevor die Bismarckstraße ihren Namen erhielt, war Bismarck schon durch die Benennung und Gestaltung des Bismarckbrunnens auf dem Südermarkt geehrt worden, der heutzutage aber nicht mehr existiert. Ab der Jürgensgaarder Straße verlief zunächst noch als Verlängerung der Bismarckstraße ein Feldweg weiter nach Fruerlund. Im Jahr 1910 wurden letztlich Twedt und Engelsby sowie Fruerlund und Twedter Holz (denen zuvor noch das Mürwiker Gebiet gehörte) eingemeindet.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 413 Erst danach, aber schon bis ungefähr zum Jahr 1911 hin, wurde die Bismarckstraße auf ihre heutige Länge, von ungefähr ein Kilometer, vervollständigt.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 63 und S. 484
Seit 1908 begann die Bebauung entlang der Bismarckstraße. Der Bau der Marineschule Mürwik stellte einen starken Impuls zum Wachstum der Stadt dar.Vgl. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 22. Um 1908 ließ ein privater Bauherr in der Flensburger Clädenstraße, nahe dem Hafermarkt, hochwertige Mehrfamilienhäuser durch den Architekten Karl Bernt errichten. Dort hoffte der private Bauherr den zu erwartenden Bedarf höherer Marinechargen bedienen zu können. Da die Marineschule später als der Bauherr sich dies erhoffte fertig wurde, blieben die Marineoffiziere als Kundschaft aus und der Bauherr geriet in Insolvenz. Die Stadt ersteigerte 1911 die 3,5 Kilometer von der Marineschule entfernt gelegenen Gebäude.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 496 ff.Stadtgeschichte. Faszination Clädenstraße. In: Flensburger Tageblatt vom 4. Dezember 2009; abgerufen am 29. Dezember 2016Die Claedenstraße gehörte nach ihrem Bau zeitweise zu den Postkartenmotiven der Stadt. Schon 1909 erhielt der an der Bismarckstraße gelegene Bremerplatz seinen Namen.Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN , Artikel: Bremerplatz Der danebenliegende St.-Jürgen-Platz erhielt erst 1949 offiziell seinen Namen.Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN , Artikel: St.-Jürgen-Platz Nach und nach wuchs die Bebauung entlang der Straße, immer weiter in Richtung Mürwik. Auch viele diese Wohnhäuser entstanden nach Plänen des Architekten Karl Bernt.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 98 und 486 ff. Am Anfang der Straße besitzen die Wohnhäuser zumeist eine Putzfassade. Der letzte Abschnitt der Wohnbebauung an der Bismarckstraße entstand als Rotbacksteingebäude. Eine große Anzahl der Gebäude entlang der Bismarckstraße stehen heutzutage unter Denkmalschutz.
Durch das Wachstum der Stadt wurde die Straße nach und nach zu einer Innerortsstraße. In Verbindung mit der Bismarckstraße wurden weitere Straßen gebaut und ausgebaut. Wichtige von der Bismarckstraße abgehende Straßen wurden die Parsevalstraße, welche bis zur St. Jürgen-Kirche führt sowie der Adelbyer Kirchenweg, der bis nach Adelby und der dortigen Sankt Johannis-Kirche führt. Am nordöstlichen Ende der Bismarckstraße liegt zudem die zur Straße gehörige Teufelsbrücke. Die Brücke ist dort offensichtlich als Teil der Bismarckstraße genannt: Stadtarchiv Flensburg: Straßen und Plätze B Die weiterführende Straße nach Mürwik entstand später (vgl. Mürwiker Straße). Nach dem Bau der Bismarckstraße wurde eine Linie der Flensburger Straßenbahn eingerichtet, die bis Anfang der 1960er Jahre entlang der Bismarckstraße fuhr. Verschiedene Buslinien ersetzten danach die Straßenbahn in diesem Bereich.Flensburger Tageblatt: Blick auf die Jahresringe der wachsenden Stadt, vom 11. August 2012; abgerufen am: 26. Februar 2015 Buslinien die vom Zentralen Omnibusbahnhof Flensburg kommend, entlang der Bismarckstraße langfahren, sind heute die Linie 3 und die Linie 7.
Besondere Gebäude mini|hochkant=0.8|Von der ehemaligen Flensburger Straßenbahn verblieb an der Bismarckstraße, unterhalb der Clädenstraße, ein Straßenbahnmast. Bismarckstraße 1-3: Das viergeschossige Eckhaus liegt am Hafermarkt. Es wurde im Jahr 1926 nach Plänen des Architekten Guido Widmann errichtet. Das Mietwohnungshaus besitzt eine weitgehend verputzte Fassade, mit Ausnahme der Sockelzone und der Erdgeschosszone die aus Backsteinmauerwerk bestehen. Im Giebel wurde eine stilisierte, weibliche Keramikfigur des Kieler Künstlers Fritz Theilmann angebracht. (Weitere Arbeiten von Theilmann sind in Flensburg, im Parkhof sowie am Haus Fördestraße 1, zu finden, also in dem Stadtteil wohin die Bismarckstraße in Verbindung mit der Mürwiker Straße hinführt.)Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 485 ff. Bismarckstraße 2-4: Zwei 1930 errichtete viergeschossige Wohnhäuser die dem Erscheinungsbild des Eckhauses Bismarckstraße 1–3 ähneln, also eine Putzfassade sowie eine backsteinerne Sockel- und Erdgeschosszone besitzen.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 486 f. der Bismarckstraße 11 gegenüber befinden sich Wohnhäuser, welche optisch ebenfalls zur Bismarckstraße gehören, aber die Adresse der dort 1908 eingerichteten Zugangsstraße namens Clädenstraße erhielten: Clädenstraße 3-10: Diese viergeschossigen Wohnhäuser wurden in den Jahren 1908–1913 für höhere Marinechargen errichtet. Außer Nr. 4 und 5 wurden sie nach Plänen des Architekten Karl Bernt gebaut. Im Gebäudebestand Clädenstraße 6/7 befindet sich eine aus drei Toren für Straße und Bürgersteige bestehende Durchfahrt zur Beselerstraße.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 496 und 498. Clädenstraße 11: 1914–1918 wurde außerdem die besagte Villa Clädenstraße 11 nach einem Entwurf von Karl Bernt errichtet.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 498. Bismarckstraße 41: Goethe-Schule Flensburg (1914–1919, 1927); zum Gebäudebestand der Goethe-Schule gehört auch die Willy-Weber-Schule, in der Jürgensgaarder Straße 42, (schräg gegenüber).Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 508 ff. Bismarckstraße 40-52: mehrgeschossige Wohnhäuser, von denen Nummer 40, 48 und 50 einen Geschäftshausbereich besitzen. Am Gebäude Nr. 46 sind einige Jugendstilornamente angebracht. Gebäude Nr. 48 besitzt zwei Erker die nach oben hin jeweils durch einen fachwerkgeschmückten Zwerchgiebel abgeschlossen werden. Die Backsteinfassade von Haus Nr. 50 zeigt eine altertümlich historisierende Formgebung. Das Eckhaus Nr. 52 entstand im Stil der Reformarchitektur.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 486 ff. der Bismarckstraße 52 gegenüber befindet sich der Bremerplatz mit umliegender Bebauung: Bremerplatz 2-3: Wohnhäuser von 1908–1910 nach Plänen von Karl Bernt; Eckhaus Nr. 3 mit Geschäftshausbereich.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 490 f. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt das besagte Wohn- und Geschäftshaus Kriegsschäden im Dach (vgl. Luftangriffe auf Flensburg), woraufhin das Dach erneuert wurde. Oberhalb der Ecktür befindet sich ein deutlich präsenter, goldener Adler, der dort ehemals befundenen Adler-Apotheke (gegründet 1938),Anschrift Adler-Apotheke St.Jürgen, Bremer Platz 3 in 24943 Flensburg – Apotheke, abgerufen am: 21. November 2018 die sich heute in Handewitt befindet.Adler Apotheke in Handewitt, abgerufen am: 21. November 2018