Der Kaukasische Natternkopf, auch Persisches Borretschkraut (Echium amoenum) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie ist im Kaukasusraum, in Aserbaidschan und vielleicht im nördlichen Iran heimisch, wo sie in Höhenlagen von bis zu 2200 Metern wächst.

Beschreibung

mini|links|Die Blüten nach der Ernte in Gilan.

Vegetative Merkmale Der Kaukasische Natternkopf wächst als zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 50 Zentimetern. Den borstig behaarten Stängeln und Laubblättern verdankt sie den persischen Namen (golgāvzabān, etwa „Kuhzungenblume“). Generative Merkmale Die Blüten haben eine Länge von etwa 3 Zentimetern.

Taxonomie Die Erstbeschreibung von Echium amoenum erfolgte 1838 durch Friedrich Ernst Ludwig von Fischer und Carl Anton von Meyer in Index Seminum, quae Hortus Botanicus Imperialis Petropolitanus pro Mutua Commutatione Offert, Band 4, Seite 35.

mini|Der Tee, bereitet aus getrockneten Blüten, ist pH sensitiv. Gesäuert mit Zitronensaft erscheint er leuchtend rot. Wirkung Der Kaukasische Natternkopf ist eine wichtige Heilpflanze in der traditionellen iranischen Medizin.David Hooper: Useful Plants and Drugs of Iran and Iraq. Chicago, USA: Field Museum of Natural History; 1937, online.M. Nadi, N. Mosaffa, F. Karimi, M. Kamalinejad, B. Farrokhi, A. Anissian, P. Pakzad: Iranian black tea and cowslip extracts induce tumor necrosis factor-alpha secretion from mouse macrophage cell culture. In: Iranian journal of pharmaceutical research : IJPR. Band 9, Nummer 1, 2010, S. 83–87, PMID 24363711, . Die getrockneten Blüten werden als Tee zubereitet, dem eine Linderung zahlreicher Beschwerden nachgesagt wird.

Der Blütentee soll entzündungshemmend und entspannend wirken und wird traditionell beispielsweise bei Erkältungen angewendet.M. R. Heidari, E. M. Azad, M. Mehrabani: Evaluation of the analgesic effect of Echium amoenum Fisch & C.A. Mey. extract in mice: possible mechanism involved. In: Journal of ethnopharmacology. Band 103, Nummer 3, Februar 2006, S. 345–349, , PMID 16185831. Speziell die schmerzstillende, sedierende und angstlösende Wirkung wurde wissenschaftlich untersucht.M. Rabbani, S. E. Sajjadi, G. Vaseghi, A. Jafarian: Anxiolytic effects of Echium amoenum on the elevated plus-maze model of anxiety in mice. In: Fitoterapia. Band 75, Nummer 5, Juli 2004, S. 457–464, , PMID 15261383.S. Adel Pilerood, J. Prakash: Evaluation of nutritional composition and antioxidant activity of Borage (Echium amoenum) and Valerian (Valerian officinalis). In: Journal of food science and technology. Band 51, Nummer 5, Mai 2014, S. 845–854, , PMID 24803690, . Der Wirkmechanismus ist noch nicht aufgeklärt, jedoch reduziert Naloxon die analgetische Wirkung was auf eine Involvierung von Opioidrezeptoren hinweisen könnte. Andere Studien spekulieren über Flavonoide als Wirkstoffe, die an Benzodiazepinrezeptoren binden könnten.

Heilpflanzen mit ähnlicher Verwendung in Europa sind der Schmalblättrige Sonnenhut und das Echte Johanniskraut.

Inhaltsstoffe Der Kaukasische Natternkopf enthält Flavonoide und Anthocyanidine neben verschiedenen Pyrrolizidinalkaloiden und Rosmarinsäure.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Natternköpfe Kategorie:Heilpflanze Kategorie:Persische Medizin