mini|Ansicht des Gebäudes im Jahr 2012 vor der Sanierung Das Hotel Orania.Berlin unter den Adressen Oranienplatz 17 und Oranienstraße 40–41 in Berlin-Kreuzberg ist ein Boutique-Hotel. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist auch als Kaufhaus Brenninkmeyer bekannt. in der Berliner Denkmaldatenbank

Geschichte des Gebäudes Im Jahr 1912 beauftragte Kaufmann und Stadtrat Leopold Jacobi (1847–1917) das Architektenbüro Cremer & Wolffenstein mit dem Bau eines neuen, repräsentativen Bürogebäudes in der Oranienstraße 40/41 in der historischen Luisenstadt. Das Gebäude verfügte über das Café Oranienpalast im Erdgeschoss und Büros in den oberen Etagen. Ab 1913 bot das Café Oranienpalast seinen Gästen Konzerte und Kabaretts unter der Leitung von Oscar Barton. Die Obergeschosse wurden von AEG, einem Verleger und einem Modegeschäft gemietet. In den 1920er Jahren waren der Zentralverband der Angestellten und die „Berliner Privat Telefon Gesellschaft“, Ableger der Deutsche Privat Telefongesellschaft, Mieter. Bauherr Leopold Jacobi starb im Jahre 1917 und 1924 schloss das Café Oranienpalast seine Türen. Das Erdgeschoss wurde 1925 in das Kaufhaus Brenninkmeyer von C & A Brenninkmeyer umgewandelt. Die oberen Etagen nutzte das Hotel „Ahlbecker Hof“. 1933 übergab Cäcilia Jacobi, die Witwe von Leopold, das Eigentum an ihre Kinder Ernst, Frieda und Charlotte. Das Grundstück wurde 1934 an C & A verkauft und das gesamte Gebäude in ein Warenhaus umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Gebäude von Schäden verschont. C&A zog 1956 aus und die Cunda-Kleiderfabrik nutzte das Haus.Mark Spoerer: C&A – Ein Familienunternehmen 1911–1961. C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69824-8. Das Kreuzberger Familienunternehmen Möbel Pögel (Erich Pögel, Geschäftsinhaberin Martha Pögel), das seine Immobilie an der Oranienstraße 159 an den Kommunistischen Bund Westdeutschland verkauft hatte, übernahm es 1976. Es folgten Clubs„Rock it“ im Alten Kaufhaus Berliner Kurier, 1. Juni 2001, abgerufen am 9. März 2015„Statt ‚Trash‘ nun ‚Das alte Kaufhaus‘“ Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung AHGZ Online, 20. Oktober 2001, abgerufen am 17. März 2015 und ein Plus-Lebensmitteldiscounter.Der geplünderte Supermarkt wird wieder eröffnet. In: Berliner Zeitung, 3. Mai 2002

1995 wurde das Gebäude als nationales Denkmal gelistet und der Club Trash eröffnete im ersten Stock.

Der Münchner Anwalt Dietrich von Boetticher von „KanAm Grundinvest“, dem auch das schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Oranienplatzes liegende ehemalige Textilkaufhaus Maaßen gehört, erwarb das Geschäftshaus zum 16. April 2008. Er investierte in die Renovierung und ermöglichte in der Leerstandsphase kulturelle Zwischennutzungen. Die Berlin Biennale,Berlin-Biennale: Flecken im Fenster. In: Der Tagesspiegel, 6. Juni 2010; abgerufen am 9. März 2015 die Kunsthochschule WeißenseeKunsthochschule Weißensee. In: taz, 11. Juli 2012; abgerufen am 8. März 2015 und die Ostkreuz Bildagentur entdeckten den „morbiden Charme“ der Gewerberäume für Kunstausstellungen. Im Rahmen des Projekts „Kunst braucht Fläche“ vermittelte die Werbeagentur „AV Tour“ Plakatflächen am Gebäude an Nachwuchskünstler.Thomas Schubert (tsc): Agentur startet das Projekt „Kunst braucht Fläche“. In: Berliner Woche, 18. Juli 2013; abgerufen am 15. März 2015 Es besteht eine „Altes Kaufhaus Veranstaltungs GmbH“.

2014 wurden Dietmar Mueller-Elmau und das Architekturbüro Hilmer Sattler Architekten mit der Restaurierung der Fassaden und dem Innenausbau mit dem Ziel beauftragt, das Café Oranienpalast wiederherzustellen. Das Orania Berlin wurde im August 2017 eröffnet.

Literatur Christiane Borgelt, Veronika Keckstein: Kaufhäuser und Warenhäuser in der Luisenstadt. Ihr Aufstieg und ihr Niedergang. Berlin 1988, S. 33 ff. Wolfgang Schäche, David Pessier: Vom Geschäftshaus Jacobi zum Hotel Orania.Berlin - Geschichte und Wandel einer architektonischen Wiederentdeckung am Oranienplatz, JOVIS Verlag Berlin 2019, ISBN 978-3-86859-525-3

Weblinks

orania.berlin Jennifer Wilton: „Luxus scheucht in Berlin alle auf“, Die Welt, 28. August 2017

Einzelnachweise

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