Suhescun (baskisch Suhuskune) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015 Iholdy).

Die Bewohner werden entsprechend Suhuskundar genannt. Der Name der Gemeinde leitet sich aus dem baskischen zuhazkun () ab. hochkant|mini|Grabkreuz von 1682

Geographie Suhescun liegt ca. 45 km südöstlich von Bayonne im historischen Landstrich Pays de Cize () der historischen Provinz Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands.

Umgeben wird Suhescun von den Nachbargemeinden:

Suhescun liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Lakako Erreka, ein Nebenfluss der Nive, durchquert das Gebiet der Gemeinde. Der Ruisseau d’Idiondoa, ein Nebenfluss des Ruisseau Arzuby, entspringt in Suhescun.

Geschichte Suhescun wurde im 14. Jahrhundert an einem Pilgerweg nach Santiago de Compostela gegründet. Als ältesten Beleg für eine Besiedelung des Landstrichs dient allerdings ein befestigtes Lager aus der Frühgeschichte an der Grenze zur heutigen Nachbargemeinde Lantabat. Es ist von einem Ring von Brustwehren umgeben, die aus der ausgehobenen Erde der Gräben resultierten. Diese Lager auf unebenem Grund dienten nicht als permanentem Wohnraum, sondern als Wachposten und temporären Unterschlupf für die im Umkreis lebende Bevölkerung im Falle von feindlichen Invasionen. Sie sind die Vorläufer der mittelalterlichen Burgen. Das frühgeschichtliche Lager ist seit dem 15. Februar 1982 als Monument historique klassifiziert.

Nach einer Heirat waren die Grundherrschaften von Suhescun und Lacarre bis zum 17. Jahrhundert vereinigt. 1666 ging sie in die Hände der Familie Lafutsun über, die bis zum 18. Jahrhundert mehrere weitere Territorien besaßen.

Toponyme und Erwähnungen von Suhescun waren: Suescun (1305, 1316, 1350 und 1397, letzte Erwähnung laut Urkunden der Finanzkammer von Navarra), Suhescun (1366), Sanctus-Laurentius de Suescun (1755, Kollationen des Bistums Bayonne) und Suhescun (1750, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des lois).

Wappen links|mini|125x125px|Wappen von Suhescun Das Wappen ist das der ersten Grundherren von Suhescun und lässt sich nach Guy Ascarat, Heraldiker und Historiker, folgendermaßen interpretieren.

Die Jakobsmuscheln verweisen auf die geographische Lage an einem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Die Kuh ist das Symbol für Weidewirtschaft, Fruchtbarkeit und die Eignung des Bodens, die Bewohner zu ernähren.

Einwohnerentwicklung Nach Höchstständen der Einwohnerzahl von rund 535 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte bei kurzen Erholungsphasen eine lange Phase der Stagnation ein, die bis heute andauert.

Jahr19621968197519821990199920062009 Einwohner 276 241 219 194 198 205 197 199

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche mini|Pfarrkirche Saint-Laurent mini|Alte Kreuze und scheibenförmige Grabstelen auf dem Friedhof von Suhescun Die Laurentius von Rom gewidmete Pfarrkirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Von der romanischen Epoche ist aufgrund einer vollständigen Restaurierung im 19. Jahrhundert allein das Eingangsportal an der Westseite aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die Arbeiten waren erforderlich aufgrund des schlechten Zustands des Gotteshauses. Umbauarbeiten, die im Laufe des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, haben die letzten Spuren der ursprünglichen Kirche verwischt. Wie die meisten ländlichen Kirchen, so besitzt diese Pfarrkirche ein einschiffiges Langhaus, das mit einer flachen Apsis verlängert wird. Die mit einem Walmdach gedeckte Sakristei ist am Ende der Apsis angebaut. Der Glockenturm über dem Eingangsvorbau datiert aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Helm ist mit einem Zeltdach aus Schiefer gedeckt. Der Schlussstein des Rundbogens am Eingang des Vorbaus trägt die Inschrift „DOMUS MEA DOMUS ORATIONIS 1931“ () aus den Berichten der Tempelreinigung in den Evangelien. Der Turm birgt eine Glocke, die im 16. Jahrhundert gegossen wurde und die Inschrift „VICIT LEO DE TRIBU DE JUDA“ trägt () nach einer Zeile des Bannspruchs des Antonius von Padua. Die Einfassung der Eingangstür des Eingangsportals ist aus drei Reihen sehr hellen Sandsteins gearbeitet und mit einem Fries verziert.

Im Kircheninneren umsäumt eine Empore das Langhaus auf drei Seiten. Sie ist aus Holz gefertigt mit einer Balustrade aus gedrehtem Holz. Treppen im vorderen und im hinteren Teil der Kirche erlauben den Zugang. An den Seiten befindet sich eine Bankreihe auf der Empore, im Bereich über dem Eingang erstreckt sie sich stufenweise auf fünf Ebenen. Die Emporen sind traditionell den Männern während des Besuchs einer Messe vorbehalten. Dieser Brauch wird heute aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen und der Entwicklung des Tourismus nicht mehr strikt befolgt.

Das Altarretabel stammt aus dem 19. Jahrhundert, belegt die gesamte Rückwand des Chors und besteht aus drei großen Tafeln, in denen Reliefs Szenen des heiligen Laurentius illustrieren. Auf der mittleren Tafel, die die Apotheose des heiligen Laurentius zeigt, wird der Heilige in der priesterlichen Kleidung des 19. Jahrhunderts dargestellt, mit einer weißen Albe und einer roten und goldfarbenen Kasel. Er wird von einem Schwarm von Engeln getragen, der den Großteil der Tafel bedeckt. Jedes Gesicht der Engel ist ein Unikat, und die Spitzen von Flügeln bestimmter Engel sind vergoldet. Vier Säulen korinthischer Ordnung, die von Voluten verlängert werden, tragen einen Baldachin und bilden den Rahmen um die zentrale Tafel. Oben ist eine Taube zu erkennen, Symbol des Heiligen Geistes.

Die linke Tafel zeigt eine Szene des Martyriums von Laurentius. Er ist von Seilen um seinen Rücken, seiner Hüfte und seiner linken Hand gefesselt. Drei Nägel treten aus der Tafel hervor und unterstreichen den vom Künstler gewollten Realismus. Zwei Peiniger sind an seiner Seite und halten glühende Stäbe vor einem bereits in Flammen stehenden Scheiterhaufen. Rauch und Feuer strömen durch das ganze Bild. Der zweite Realismus-Effekt entsteht durch den Fuß von einem der Peiniger, der aus der Tafel heraus auf dem goldenen Rahmen ruht.

Die rechte Tafel zeigt eine andere Szene des Martyriums von Laurentius, in dem er langgestreckt auf einem Gitter auf einer heißen Glut liegt. Zwei Peiniger halten ihn an den Seiten. Ein Engel mit einem Palmzweig in seiner Hand wohnt der Szene bei. Wie bei den anderen Tafeln wurden hier verschiedene Techniken der Malerei und Bildhauerei im Flach- oder Hochrelief angewandt, wie beispielsweise beim Arm des Engels, der vollständig aus dem Hintergrund hervortritt.

Im Zentrum des Retabels befindet sich der Tabernakel. Seine Tür ist in einem Rundbogen eingefasst, der von zwei Säulen korinthischer Ordnung getragen wird. Symbole der Eucharistie schmücken die Tür, ein Ziborium und eine Hostie, die mit einem Kreuz markiert ist. Eine besondere Atmosphäre verleiht der Strahlenkranz um den Kelch und die Wolke am Fuß des Ziboriums. Unterhalb des Rundbogens sind die Köpfe zweier Engel zu sehen.

An den beiden äußeren Enden des Retabels sind zwei Statuen auf Postamenten platziert. Die linke zeigt den heiligen Josef, die rechte eine Madonna mit Jesuskind. Oberhalb des Retabels zeigen zwei ovale Medaillons, die an ihrer Oberseite mit Schwertlilien verziert sind, die Porträts einer Frau und eines Mannes.

Die Kanzel der Kirche ist an der Empore der nördlichen Wand befestigt. Der Kanzelkorb ist aus vier Paneelen zusammengesetzt, die mit Pflanzenornamenten in Form von Herzen verziert sind.

Bauernhof Jauregia mini|Bauernhof Jauregia Im Jahre 1366 wurde das Adelshaus Jauregia erstmals in den Aufzeichnungen erwähnt und wurde das bedeutendste Wohngebäude des Dorfes. Sein Besitzer verfügte über einen Sitz in der Ständeversammlung von Navarra. Erste bauliche Veränderungen wurden 1519 durchgeführt, wie eine Jahreszahl auf einem Balken im Inneren des Hauses belegt. Es sind allerdings noch Reste eines älteren Baus aus dem Mittelalter vorhanden. Laut Dokumenten von 1525 war der Grundherr ein gewisser Jayme. Auf dem Balken ist neben der Jahreszahl „1519“ der Name des Besitzers in der Form IAIME eingraviert. Auf dem Sturz des Haupteingangs ist die Jahreszahl „1590“, der Zeitpunkt einer zweiten Änderung, zu erkennen, sowie die Wappen der neuen Grundherrenfamilie Suhescun und des Königreichs Navarra. Bei dieser baulichen Änderung wurde das Haus vermutlich aufgestockt. Von innen betrachtet, fällt auf, dass der Haupteingang in einem früheren Tor von größerer Dimension zurückgebaut wurde. Die Aufteilung des Bauernhofs entspricht ansonsten der Grundrisse traditioneller, ländlicher Höfe mit einem Stall auf der rechten und hinteren Gebäudeseite, der vom zentralen eskaratz zugänglich ist. Der Heuboden befindet sich im Dachgeschoss. Im 19. und im 20. Jahrhundert wurden bestimmte Fensteröffnungen geändert und eine Scheune errichtet. Das Haus ist mit einem lang gezogenen Satteldach mit Hohlziegeln und einem Halbwalm auf der Rückseite gedeckt. Abgerundete Kreuzstockfenster mit hervorstehenden Sohlbänken geben Licht in den ersten Stock und in das Dachgeschoss. Der Sturz eines Fensters im vorderen Erdgeschoss ist dekoriert mit dem Wappen des Baskenlands, mit Schwertlilien verzierten Kreuzen und Rosetten. An der linken Gebäudeseite sind ein Kreuzstockfenster und ein Zwillingsfenster zu sehen, auf der rechten ein Kreuzstockfenster ohne Kämpferholz. Im eskaratz sind Ständer des Holzfachwerks des Hauses und Keilsteine an den Türen zu bemerken. Das Bauernhaus befindet sich in Privatbesitz und ist als nationales Kulturgut registriert.

Bauernhof Larramendia