Sam & Dave waren ein US-amerikanisches Soul-Duo. Sie waren eines der ersten erfolgreichen Duos und gelten als prägend für den Soul der 1960er Jahre, insbesondere den Memphis Soul.

Werdegang mini|hochkant|Sam & Dave, 1966 Samuel „Sam“ David Moore (* 12. Oktober 1935 in Miami; † 10. Januar 2025Sam Moore, Soul Man Who Scored Hits With Sam and Dave, Dead at 89 in Coral Gables) und David „Dave“ Prater (* 9. Mai 1937 in Ocilla, Oregon; † 9. April 1988 bei Sycamore, Georgia) begannen ihre Sangeskarrieren in Gospelchören. Im „King Hearts Club“ in Miami trafen sie sich erstmals und traten dort 1961 auch zum ersten Mal gemeinsam auf. Der Clubmanager wurde ihr Manager. Erste Singles erschienen ab 1962 bei Roulette Records.

1965 unterschrieb das Duo einen Vertrag bei Atlantic Records. Aus politischen Gründen wurden ihre Alben jedoch bei Stax Records produziert und aufgenommen, mit denen Atlantic Records einen Vertrag hatte. Ihre erste Platte dort war Hold On, I’m Comin’ von 1966. Nun ging es Schlag auf Schlag: der Titelsong und You Don’t Know Like I Know waren der Beginn einer Hit-Serie, von denen viele in die Top Ten gelangten. Besonders seinen Live-Auftritten verdankte das Duo seinen Spitznamen Double Dynamite, der auch der Name eines ihrer Alben ist.

1968 lief der Vertrag zwischen Stax und Atlantic Records aus. Da das Duo jedoch bei Atlantic unter Vertrag war, konnten sie künftig weder auf die Hilfe der Stax-Produzenten und Songschreiber Isaac Hayes und David Porter zurückgreifen, noch auf Booker T. & the M.G.’s, welche als Hausband von Stax fungierten. Die ständigen Labelwechsel und die Tatsache, dass sie keine weiteren Hits mehr produzierten, verschlechterten die Beziehung des Duos derart, dass es sich 1970 zunächst trennte.

In den 1970er Jahren kamen Sam und Dave immer wieder zusammen und produzierten 1978 ein neues Album. Mit dem Erfolg des Blues-Brothers-Films kamen Sam & Dave 1980 erneut zusammen. Dabei ist zu bemerken, dass im Film nicht nur die Musik des Duos läuft, sondern John Belushi und Dan Aykroyd neben dem Lied Soul Man vor allem die Bühnenshow von Sam & Dave covern. 1981 ging das Duo auf große Tournee und trat Silvester dieses Jahres letztmals gemeinsam auf.

1988 verunglückte Dave Prater, der zeitlebens mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte und deswegen auch im Gefängnis saß, bei einem Autounfall tödlich.

Von Sam hörte man lange Zeit nichts mehr. 1986 nahm er mit Lou Reed das Lied Soul Man für den gleichnamigen Film auf. 1988 stand er für einen Film selbst vor der Kamera. Musikalisch trat Sam 1992 wieder in Erscheinung, als er beim Album Human Touch von Bruce Springsteen mitwirkte. Im selben Jahr wurde das Duo in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Sam and Dave in der Rock and Roll Hall of Fame Im Herbst 2006 veröffentlichte er das Album Overnight Sensational, bei dem u. a. Wynonna, Bruce Springsteen, Jon Bon Jovi, Sting, Eric Clapton, Steve Winwood, Mariah Carey, Zucchero, Vince Gill und Billy Preston mitwirkten.

Der Rolling Stone listete Sam Moore 2008 auf Rang 85 der 100 größten Sänger aller Zeiten.

Diskografie

Alben

Weitere Alben 1967: On Stage Live (mit Booker T. & the M.G.’s, Carla Thomas, The Mar-Keys, Eddie Floyd, Otis Redding) 1974: Back at ’Cha! 1978: Sweet & Funky Gold 1982: Soul Study Volume 1 1982: Soul Study Volume 2

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1966: Sam & Dave (alternativer Albumtitel: Soul Party Number 1) 1983: Hold On We’re Coming 1983: Soul Man 1985: Greatest Hits 1990: An Anthology – The Stax Years 1965 to 1968 (2 CDs) 1992: Two Soul Man 1993: Soothe Me (Special Editions) 1995: The Very Best of Sam & Dave

Singles

Weitere Singles 1962: Keep a’Walkin’ 1962: She’s Alright 1962: No More Pain 1963: You Ain’t No Big Thing Baby 1963: I Got a Thing Going On 1963: Listening for My Name 1964: Never, Never 1965: A Place Nobody Can Find 1965: I Take What I Want 1966: It Feels so Nice 1969: Ooh, Ooh, Ooh 1970: I’m Not an Indian Giver 1970: One Part Love – Two Parts 1970: Knock It Out in the Park 1975: Under the Boardwalk 1977: We Can Work It Out 1977: Why Did You Do It 1984: Live Medley

Gastbeiträge

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2022: für die Single Hold On, I’m Comin’

Literatur Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3., überarbeitete Auflage. St. Martin’s Press, New York 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 597f.

Weblinks

Musikbeispiele

Einzelnachweise

Kategorie:Duo (Musik) Kategorie:Soulband Kategorie:US-amerikanische Band Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame