Johannes Strubbe, auch Johannes Strube oder Ioannes Strubius (* um 1510 in Deventer; † 7. August 1558) war ein niederländischer Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.
Leben Johannes Strubbe wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Deventer geboren. Am 24. Oktober 1531 wurde er an der Artistenfakultät der Universitas Studii Coloniensis immatrikuliert. Er absolvierte an der der Universität angeschlossenen Laurentiana-Burse sein Studium zum Bakkalaureus artium, gefolgt vom Studium zum Bakkalaureus iur. an der Kronenburse (Tricoronatum) bis zur Promotion 1539. Am 17. März 1540 promovierte er zudem zum Lizenziat leg. Danach hatte er an der Juristischen Fakultät eine Professur (ius civile) inne.Eintrag im RAG, siehe Weblinks.1531, 571, #11, Joh. Strubbe, Daventriensis. In: Hermann Keussen (Hrsg.): Die Matrikel Der Universität Köln. siehe Literatur.
Um der in den Reformationswirren niedergehenden Universität Rostock wieder zu einem Ruf zu verhelfen, wurde Andreas Eggerdes 1540 im Rostocker Senatsauftrag nach Köln entsandt, um dort mit finanzieller Hilfe mehrerer Hansestädte Lehrer für die Rostocker Akademie anzuwerben. Zu den von den Ratsherren Umworbenen zählten Gisbert Longolius aus Utrecht, Johannes Bronkhorst aus Nimwegen und Strubbe.Marko A. Pluns: Die Universität Rostock 1418–1563: siehe Literatur. 1542 kamen die genannten nach Rostock, wo sie gemeinsam am 11. November an der Philosophischen Fakultät vom damaligen Rektor Eggerdes immatrikuliert wurden.Eintrag im Rostocker Matrikelportal, siehe Weblinks.
Strubbe erhielt an der Juristischen Fakultät die rätliche Professur der Rechte (ius civile). In den Semestern 1544/45 war er Rektor der Universität und zudem ab 1542 Syndicus der Stadt.Johann Bernhard Krey: Andenken an die Rostockschen Gelehrten … siehe Literatur. Strubbe bereitete mit Longolius und unter dessen Federführung eine Reform der Universität vor, die nach Longolius’ Tod 1544 posthum publiziert wurde.Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen … S. 177. Siehe Literatur.Gisbertus Longolius: Studii Litterarii Publici In Academia Rostochiensi, Diligens Et Accurata Restauratio. Dyetz, Rostochii 1544.Darin enthalten: Johann Strube: De optima Ratione discendi iurisprudentiam tractatus.(Nachweis)
Strubbe verließ Rostock 1545 und wurde Syndicus am Domstift zu Lübeck. 1549 wechselte er nach Hamburg und 1556 wieder zurück nach Lübeck, wo er zum königlich-dänischen Rat ernannt wurde. Strubbe verstarb im folgenden Jahr.
Literatur
Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen, Für gute Freunde. Andres Jahr, MDCCXXXVIII. Warningck, Rostock 1738, S. 177 u. S. 715 f. (Digitalisat RosDok) Johann Bernhard Krey: Andenken an die Rostockschen Gelehrten aus den drei letzten Jahrhunderten. Band 7, Adler, Rostock 1816, S. 25. ( Digitalisat bei Google Books) Otto Krabbe: Die Universität Rostock im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. 2. Teil, Adlers Erben, Rostock 1854, S. 443–453. (Digitalisat RosDok)
Hermann Keussen (Hrsg.): Die Matrikel Der Universität Köln. II. Band, 1476–1559. Hanstein, Bonn 1919, S. 912. (Digitalisat Uni Düsseldorf) Marko A. Pluns: Die Universität Rostock 1418–1563: eine Hochschule im Spannungsfeld zwischen Stadt, Landesherren und wendischen Hansestädten. Böhlau, Köln/Weimar 2007, ISBN 978-3-412-20039-8, S. 328. ()
Weblinks Eintrag zu Ioannes Strubbe im Rostocker Matrikelportal Eintrag zu Johannes Strubbe im CERL Thesaurus
Johannes Strubbe (ID: -1414858656) im Repertorium Academicum Germanicum (RAG), abgerufen am 13. Dezember 2017. Literatur von und über Johannes Strubbe im Gemeinsamen Verbundkatalog
Einzelnachweise
Kategorie:Syndicus (Rostock) Kategorie:Rechtswissenschaftler (16. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universitas Studii Coloniensis) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Rostock) Kategorie:Rektor (Universität Rostock) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1558 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Universität zu Köln