Das Dekanat Volkach ist ein ehemaliges Dekanat des römisch-katholischen Bistums Würzburg. Der kirchliche Amtsbezirk bestand von 1811 bis 1975.
Geschichte Das Bistum Würzburg bestand in seiner Frühzeit aus einigen wenigen Pfarreien, denen sehr viele Filialdörfer zugeordnet waren. Diese Urpfarreien verloren während des Mittelalters an Bedeutung, weil immer mehr der ehemaligen Filialen zu eigenen Pfarreien aufstiegen. Dies machte eine kompliziertere Organisation des Bistums nötig. Jeweils zehn Pfarreien wurden zu sogenannten Dekanaten zusammengeschlossen. Im 12. Jahrhundert etablierte man außerdem sogenannte Archidiakonate, die einen oder mehrere Dekanatsbezirke verwalteten.
Die Pfarrei Volkach war lange Zeit dem Archidiakonat Gerolzhofen zugeordnet, während die Orte der Umgebung teilweise zum Archidiakonat Dettelbach bzw. zum Archidiakonat Iphofen gehörten. Im Jahr 1584 wurden die Archidiakonate aufgelöst und das Bistum durch Julius Echter von Mespelbrunn in Dekanate eingeteilt. Zwar wechselte in der Folgezeit der Name des Bezirks noch häufiger, jedoch blieb Volkach während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit immer dem Verwaltungsbezirk in Gerolzhofen zugeordnet.
Mit der von Napoleon initiierten Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Hochstift Würzburg als geistliches Territorium aufgelöst und ausschließlich als Bistum der römisch-katholischen Kirche etabliert. Im Jahr 1811 teilte man deshalb auch die Verwaltungseinheiten des Bistums neu ein. Nun entstand das Dekanat Volkach aus Pfarreien der Archidiakonate Dettelbach, Gerolzhofen und Iphofen. Der Dekan wurde von den Pfarrern des Dekanats gewählt und von der Regierung bestätigt.Egert, Gerhard: Die politische Raumordnung im Bereich der Volkacher Mainschleife. S. 269.
Im Jahr 1905 passte man die Anzahl der Dekanate an die Bezirksämter an.Hofmann, Hanns Hubert (u. a.): Unterfranken. S. 378. Durch den Zweiten Weltkrieg und die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Gebieten in Osteuropa stieg die Zahl der römisch-katholischen Pfarreien im ursprünglich konfessionell gemischten Mainfranken stark an. Mit der Auflösung des Dekanats Dettelbach am 1. Januar 1955 wurde das Volkacher Dekanat neuerlich vergrößert.Hofmann, Hanns Hubert (u. a.): Unterfranken. S. 382. Erst 1975 löste man den Verwaltungsbezirk auf, die Pfarreien wurden zwischen den Dekanaten Kitzingen, Schweinfurt-Süd und Würzburg rechts des Mains aufgeteilt.
Gliederung Pfarrei PfarrkircheGeokoordinateTeil des Dekanats(von–bis)Anmerkungen Astheim St. Johannes Evangelist 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Kitzingen Dipbach St. Ägidius 1955–1975 zuvor Dekanat Dettelbach, danach Dekanat Würzburg rechts des Mains Escherndorf St. Johannes Baptist 1905–1975 zuvor Dekanat Dettelbach, danach Dekanat Kitzingen Euerfeld St. Michael 1955–1975 zuvor Dekanat Dettelbach, danach Dekanat Kitzingen Fahr St. Johannes Baptist 1811–1975 danach Dekanat Kitzingen Gaibach Dreifaltigkeitskirche 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Kitzingen Grafenrheinfeld Kreuzauffindungskirche 1811–1905 danach Dekanat Schweinfurt-Süd Heidenfeld St. Laurentius 1811–1905 danach Dekanat Schweinfurt-Süd Hirschfeld St. Kilian 1811–1905 danach Dekanat Schweinfurt-Süd Kolitzheim St. Stephanus 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Schweinfurt-Süd Nordheim am Main St. Laurentius 1905–1975 zuvor Landkapitel Iphofen, danach Dekanat Kitzingen Oberpleichfeld St. Peter und Paul 1955–1975 zuvor Dekanat Dettelbach, danach Dekanat Würzburg rechts des Mains Obervolkach St. Nikolaus 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Kitzingen Prosselsheim St. Bartholomäus 1955–1975 zuvor Dekanat Dettelbach, danach Dekanat Würzburg rechts des Mains Püssensheim Allerheiligenkirche 1955–1975 danach Dekanat Würzburg rechts des Mains Rimbach St. Georg 1811–1975 danach Dekanat Kitzingen Röthlein St. Jakobus 1811–1905 danach Dekanat Schweinfurt-Süd Sommerach St. Eucharius 1905–1975 zuvor Dekanat Stadtschwarzach, danach Dekanat Kitzingen Stammheim St. Bartholomäus 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Schweinfurt-Süd Untereisenheim Mariä Himmelfahrt 1811–1975 danach Dekanat Würzburg rechts des Mains Volkach St. Bartholomäus und St. Georg 1811–1975 zuvor Landkapitel Gerolzhofen, danach Dekanat Kitzingen Wipfeld St. Johannes der Täufer 1811–1905 danach Dekanat Schweinfurt-Süd Zeilitzheim Schlosskapelle 1811–1975Vgl.: Hofmann, Hanns Hubert (u. a.): Unterfranken. danach Dekanat Schweinfurt-Süd
Dekane (Auswahl) Friedrich Hofmann (gen. 1843), Pfarrer von GrafenrheinfeldSchematismus der Diözese Würzburg (Google Books): Dekanat Volkach, abgerufen am 14. Dezember 2017. Philipp Weigand (gen. 1898), Pfarrer von Fahr Simon Himmel (gen. 1957–nach 1962), Geistlicher Rat, Pfarrer von VolkachMeyer, Herbert: Die Volkacher Turmknaufurkunden. S. 243. Johannes Fischer (1969–1975), Pfarrer von Sommerach
Literatur Gerhard Egert: Die politische Raumordnung im Bereich der Volkacher Mainschleife um 1814. In: Ute Feuerbach (Hg.): Unsere Mainschleife. 1978–1992. Volkach 2008. S. 267–270. Hermann Hemmerich, Hans Hubert Hofmann: Unterfranken. Geschichte seiner Verwaltungsstrukturen seit dem Ende des Alten Reiches 1814 bis 1980. Würzburg 1981. Herbert Meyer: Die Volkacher Turmknaufurkunden. In: Ute Feuerbach (Hg.): Unsere Mainschleife. 1978–1992. Volkach 2008. S. 240–246.
Einzelnachweise
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