Anto Drobnjak (kyrillische Schreibweise: Анто Дробњак; * 21. September 1968 in Bijelo Polje, SFR Jugoslawien) ist ein ehemaliger jugoslawischer, später serbisch-montenegrinischer, Fußballspieler auf der Position eines Stürmers und jetziger montenegrinischer Fußballtrainer und -funktionär.
Nach dem Karrierebeginn in seiner Heimat führte es ihn über Frankreich und Japan zurück nach Frankreich, wo er seine Karriere als Aktiver ausklingen ließ. Von 2011 bis 2015 trat er unter Branko Brnović als Assistenztrainer der montenegrinischen Fußballnationalmannschaft in Erscheinung.
Sein älterer Bruder Branislav Drobnjak (* 1961) war ebenfalls Fußballspieler und war unter anderem in Österreich aktiv.
Vereinskarriere Karrierebeginn beim FK Jedinstvo Bijelo Polje Anto Drobnjak wurde am 21. September 1968 in der Kleinstadt Bijelo Polje im Nordosten Montenegros geboren, wo er auch aufwuchs und seine Laufbahn als Fußballspieler begann. Hier kam er anfangs in den Nachwuchsmannschaften des Lokalvereins FK Jedinstvo Bijelo Polje zum Einsatz und stieg in der Saison 1986/87 zur Herrenmannschaft auf. In dieser Spielzeit brachte er es für den jugoslawischen Drittligisten auf fünf für ihn persönlich torlose Meisterschaftseinsätze. Mit der Mannschaft rangierte er in der Endtabelle auf dem dritten Platz hinter dem OFK Igalo (Zweiter) und dem FK Mladost (Erster). In der nachfolgenden Spielzeit 1987/88 konnte Drobnjak nicht nur seine Einsatzzeiten verbessern, sondern kam auch bereits des Öfteren zum Torerfolg. Nach 24 Ligaspielen und sieben -treffern rangierte er im Endklassement der jugoslawischen Drittklassigkeit mit dem FK Jedinstvo Bijelo Polje auf dem zweiten Tabellenplatz hinter dem FK Bokelj Kotor und schaffte damit nur knapp nicht den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. Einen Leistungseinbruch musste der großgewachsene Stürmer daraufhin in der Saison 1988/89 verzeichnen, als er es auf lediglich 14 Ligaeinsätzen brachte und nur einmal zum Torerfolg kam. Der siebente Platz in der Liga war sinnbildlich für diese Leistung. In der darauffolgenden Drittligaspielzeit 1989/90 wurde Drobnjak jedoch zum Torgaranten. Mit seinen 19 Toren aus 27 Spielen machte er auch die Verantwortlichen in den oberen Ligen auf sich aufmerksam, auch wenn es sein Team im Endklassement lediglich auf den achten Tabellenplatz brachte.
Wechsel in die höchste jugoslawische Fußballliga Nach der Auflösung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien verpflichtete ihn der amtierende jugoslawische Meister und zugleich Rekordmeister FK Roter Stern Belgrad noch in der Sommerpause vor der Saison 1992/93. Beim Verein in der nunmehrigen Bundesrepublik Jugoslawien kam Drobnjak unter dem erfahrenen Trainer Milan Živadinović, einem ehemaligen Schützling von Hugo Ruševljanin, als Stammspieler im Angriff zum Einsatz. Dabei kam er in 35 der 36 Ligaspiele in dieser Saison zum Einsatz und steuerte 22 Treffer bei. Mit diesen wurde er, zusammen mit Vesko Mihajlović vom FK Vojvodina, der es auf ebenso viele Treffer brachte, Torschützenkönig der Prva liga SR Jugoslavije. Im Endklassement rangierte er mit der Mannschaft hinter dem in dieser Spielzeit übermächtigen Stadtrivalen FK Partizan Belgrad auf dem zweiten Tabellenplatz.
Diese Platzierung erreichte er mit dem Rekordmeister auch in der nachfolgenden Saison 1993/94, als es der Angriffsspieler auf 17 Tore bei 29 Ligaauftritten brachte. Während es das Team 1992/93 noch bis ins Finale des Fußballpokals der Bundesrepublik Jugoslawien geschafft hatte und dort den Lokalrivalen Partizan Belgrad erst im Rückspiel im Elfmeterschießen bezwang, scheiterte Roter Stern 1993/94 bereits im Halbfinale gegen Partizan. Drobnjak war es auch, der Roter Stern im Pokalrückspiel 1992/93 noch im Rennen hielt, nachdem er in 50. Spielminute zur 1:0-Führung trat, selbst aber nach 79 absolvierten Minuten nach Gelb-Rot das Spielfeld frühzeitig verlassen musste. Aufgrund seiner herausragenden Offensivleistungen in der höchsten Fußballliga des Landes wurden auch diverse internationale Klubs auf den 1,86 m großen Stürmer aufmerksam. Vor allem in Frankreich hatte man ein Auge auf den kopfballstarken Drobnjak geworfen.
Erste Jahre in Frankreich Kurz nach der Ermordung des ehemaligen Klubpräsidenten Jean-François Filippi wechselte Drobnjak im Sommer 1994 nach Korsika, wo er beim dort ansässigen SC Bastia unter Vertrag genommen wurde. Dort wurde er anfangs noch von Léonce Lavagne trainiert, ehe der bisherige Nachwuchstrainer Frédéric Antonetti das Traineramt beim damaligen französischen Erstligisten übernahm. In seiner Anfangszeit in Frankreich ließ er sich auch die Haare wachsen und trägt bis heute (Stand: 2017) diese schulterlange Frisur. Unter Trainer Antonetti kam Drobnjak von Beginn an als Stammspieler zum Einsatz und brachte es bei 38 möglich gewesenen Ligaspielen auf 31 Einsätze, bei denen er insgesamt zwölf Mal zum Torerfolg kam. Die Saison 1994/95 schloss er mit dem SC Bastia, der erst in der vorangegangenen Saison den Aufstieg aus der Division 2 geschafft hatte, auf dem 15. Tabellenrang ab. In der Coupe de France 1994/95 unterlag Drobnjak mit dem SC Bastia der AS Nancy mit 0:1 im Achtelfinale und schied so vom laufenden Wettbewerb aus. In der Coupe de la Ligue hingegen schaffte es der Stürmer mit dem SC Bastia bis in das Finale des Coupe de la Ligue 1994/95 und unterlag in diesem mit 0:2 gegen Paris Saint-Germain.
In der Meisterschaft 1995/96 konnte Drobnjak seine Offensivleistungen deutlich verbessern und brachte es bei Einsätzen in 36 von 38 möglich gewesenen Meisterschaftsspielen auf eine Bilanz von 20 Treffern, wobei er beinahe die Hälfte aller Tore, die seine Mannschaft in dieser Spielzeit erzielte, beisteuerte. Mit dieser Trefferanzahl führte er die mannschaftsinterne Torschützenliste mit erheblichem Abstand an und rangierte in der Torschützenliste der Division 1 lediglich mit einem Tor Rückstand auf Sonny Anderson von der AS Monaco auf dem zweiten Platz. Obgleich seiner Torgefährlichkeit kam der SC Bastia abermals nicht über einen vierten Platz hinaus, was mitunter der anfälligen Defensive zuzuschreiben war. In der Coupe de France 1995/96 fand der SC Bastia ein jähes Ende, als er bereits im Erstrundenspiel, dem Zweiunddreißigstelfinale, dem Fünftligisten CS Blénod mit 0:1 unterlag. Die Coupe de la Ligue 1995/96 beendete er mit dem Team ebenfalls bereits nach dem ersten Spiel, als er im Sechzehntelfinale gegen den Le Havre AC mit 0:1 verlor.
Auch in der Saison 1996/97 setzte ihn Trainer Antonetti als Stammspieler im Angriff des korsischen Vereins ein, wobei er es bei 33 Meisterschaftseinsätzen auf 18 Tore brachte, womit er abermals zu den torgefährlichsten Spielern der Liga zählte. Nur fünf Spieler erzielten in dieser Spielzeit mehr Tore als Drobnjak; innerhalb der Mannschaft war er abermals mit Abstand der beste Torschütze. Dies brachte ihm zunehmende Aufmerksamkeit in der eigenen Liga, sowie im europäischen Ausland, woraufhin er von diversen Teams umworben wurde. Am Saisonende konnte er sich mit Bastia nach zwei schlechtplatzierten Jahren in Folge von der hinteren Tabellenhälfte lösen und rangierte auf dem siebten Platz, was einen Startplatz im UEFA Intertoto Cup 1997 bedeutete. Im französischen Pokal schaffte es der Angriffsspieler mit seiner Mannschaft 1996/97 bis ins Sechzehntelfinale, in dem das Team erst im Elfmeterschießen dem Ligakonkurrenten OGC Nizza unterlag. Ebenfalls erst im Elfmeterschießen stieg das Team noch im ersten Spiel der Coupe de la Ligue 1996/97 aus. Aufgrund seiner konstant starken Offensivleistung wurde Drobnjak in dieser Saison auch erstmals in die Fußballnationalmannschaft der Bundesrepublik Jugoslawien einberufen und debütierte hier unter Nationaltrainer Slobodan Santrač.
Französischer Meister mit dem RC Lens Noch vor dem Start der Division 1 1997/98 wechselte Drobnjak innerhalb der französischen Erstklassigkeit zum RC Lens, der die abgelaufene Saison auf dem 13. Rang beendet hatte. Hier kam er unter Daniel Leclercq als Mittelstürmer zum Einsatz, begleitet an den Flügen unter anderem von Vladimír Šmicer und Tony Vairelles. Auch der früh verstorbene Marc-Vivien Foé gehörte zu seinen damaligen Teamkameraden, sowie diverse weitere Nationalspieler. Unter Leclercq startete Drobnjak wie gewohnt als Stammspieler im Angriff und war dabei vor allem zu Beginn der Saison zumeist von Anfang an und über die volle Spieldauer im Einsatz. Seine ersten Ligatreffer für den RC Lens gelangen ihm im vierten Saisonspiel, einem 3:2-Auswärtssieg über Olympique Marseille, wobei er alle drei Treffer seines Teams beisteuerte. Nach zehn Spielen ohne Torerfolg traf der 1,86 m große Stürmer erst wieder in der 15. Runde und erzielte nur eine Runde später erneut einen Hattrick. Beim 5:4-Heimsieg über die AS Cannes erzielte er all seine Treffer zwischen der 11. und 22. Spielminute und verhalf dem Team zu einer frühen 4:0-Führung, welche die AS Cannes aber in der zweiten Hälfte aufholte und Lens das Spiel erst durch den zweiten Treffer von Stéphane Ziani für sich entschied. Vor allem im sehr erfolgreichen letzten Saisondrittel steuerte der Montenegriner noch einige wichtige Tore bei und verhalf dem Klub zum ersten Meisterschaftstitel in der höchsten französischen Spielklasse in der Vereinsgeschichte. Mit 14 Treffern aus 32 Ligaeinsätzen führte er die mannschaftsinterne Torschützenliste noch vor Vairelles mit neun Toren und Šmicer mit sieben Toren an. In der Torschützenliste der Division 1 rangierte er zusammen mit Lilian Laslandes von Girondins Bordeaux auf dem vierten Platz. Nur Victor Ikpeba (16 Tore), David Trezeguet (18 Tore; beide AS Monaco) und Stéphane Guivarc’h von der AJ Auxerre (21 Tore) kamen auf eine noch bessere Torbilanz.
In der Coupe de France 1997/98 schafften es die Nordfranzosen nach 1948 und 1975 wieder bis ins Finale, scheiterten dort aber wie in den beiden letztmaligen Finalteilnahmen nur knapp. Diesmal unterlagen sie Paris Saint-Germain mit 1:2; auch ein später Anschlusstreffer durch Vladimír Šmicer konnte nicht die Wende für Lens bringen. Auch in der Coupe de la Ligue 1997/98 unterlag das Team aus der einstigen Bergbaustadt dem Team aus der Pariser Vorstadt. Im Halbfinale scheiterte Lens ebenfalls mit 1:2, wobei Paris Saint-Germain auch das nachfolgende Finalspiel gegen Girondins Bordeaux im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte.
Als Nationalspieler nach Japan