Phineas Fletcher (geb. 1582; gest. 1650) war ein englischer Dichter und Geistlicher. Er ist der älteste Sohn des Dichters und Diplomaten Giles Fletcher des Älteren,Dem Gesandten der englischen Königin Elisabeth in Moskau und Verfasser von Of the Russe Common Wealth ( der Ausgabe in der Buchreihe der Hakluyt Society). Bruder des Klerikers und Dichters Giles Fletcher des Jüngeren und Cousin des Dramatikers John Fletcher.

Leben und Werk Phineas Fletcher wurde 1582 geboren. Er studierte in Cambridge am King’s College.

Die von Fletcher hinterlassenen Pastoralen, besonders die Piscatory Eclogues (Fischeridyllen), in denen die Charaktere als Fischerjungen an den Ufern des Flusses Cam dargestellt sind, werfen ein interessantes Licht auf den Dichter und seinen Vater (verkörpert in den Figuren Thyrsil und Thelgon). Zu seinen bekannten Werken zählen The Purple Island, or the Isle of Man (Die Purpurinsel oder Menscheninsel), ein Gedicht in zwölf Cantos, das als schwerfällige Allegorie die physiologische Struktur des menschlichen Körpers und den Geist des Menschen beschreibt. In diesem Hauptwerk imitierte er den Stil Edmund Spensers (um 1552–1599).Über die englischen Spenserianer, vgl. die Arbeit von William Bridges Hunter: The English Spenserians. The poetry of Giles Fletcher, George Wither, Michael Drayton, Phineas Fletcher, and Henry More. University of Utah Press, Salt Lake City 1977, ISBN 0-87480-110-9. 1627 veröffentlichte Phineas Fletcher die Jesuitensatire Locustae, vel Pietas Jesuitica (The Locusts or Apollyonists), zwei parallele Gedichte in Lateinisch und Englisch, mit einem wilden Angriff auf die Jesuiten. Herbert Ellsworth Cory (1883–1947) beschrieb in seiner Arbeit über Spenser, die Schule der Fletchers und Milton den Einfluss der Fletchers folgendermaßen:

Friedrich Bouterweck (1766–1828) beschreibt den Dichter der Fischeridyllen und der Purpurinsel als einen „Dichter von feinem Gefühl und nicht gemeiner Phantasie, freilich weit entfernt von dem Musterhaften in der Erfindung, den Gedanken und der Sprache, aber doch werth, der Vergessenheit entrissen zu werden“.Friedrich Ludewig Bouterweck: Geschichte der Poesie und Beredsamkeit seit dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts. Siebenter Band. Göttingen 1809, S. 376 ()

Eine Ausgabe der sämtlichen Werke von Phineas Fletcher (The poems of Phineas Fletcher, for the first time collected and edited: with memoir, essay, and notes) in vier Bänden wurde privat gedruckt von Alexander B. Grosart (1827–1899) (The Fuller Worthies’ Library, 1869). Als ein Standardwerk gilt das über die dichterischen Werke von Giles und Phineas Fletcher (The Poetical Works of Giles and Phineas Fletcher) von Frederick S. Boas (1862–1957) in der Reihe Cambridge English Classics.Band 1: 1908 ; Band 2: 1908 .

Seine Werke fanden Aufnahme in bekannten Sammlungen englischer Dichter wie die von Robert Anderson (British Poets) und von Alexander Chalmers (The Works of the English Poets).The Works of the English Poets. ().

Werke (Auswahl) The Purple Island, or the Isle of Man. Locustae, vel pietas Jesuitica. Piscatory Eclogues. Edinburgh, 1771 (). Sicelides. De literatis antiquae Britanniae.

Literatur

Frederick S. Boas (Hrsg.): Giles and Phineas Fletcher: The poetical Works. 2 Bände, Cambridge University Press 1908, 1909, Cambridge English Classics ().

Fletcher, Phineas and Giles. I: Donald Cheney, Albert Charles Hamilton (Hrsg.): The Spenser Encyclopedia. University of Toronto Press 1997, S. 308 f. ()

Weblinks spenserians.cath.vt.edu: Rev. Phineas Fletcher (1582–1650)

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Einzelnachweise und Fußnoten

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