mini|Die von einem kleinen Friedhof umgebenen Ruinen der Kirche am Ufer der Buna Die Ruinen der Kirche von Shirgj () sind ein Kulturdenkmal in Nordalbanien. Es handelt sich dabei um die Ruinen eines früheren Benediktinerklosters am Ufer der Buna beim Dorf Shirq. Die Kirche St. Sergius (Kisha e Shën Sergjit e Bakut) wurde im Jahr 1290 über einer frühbyzantinischen Basilika von der serbischen Königin Jelena Anžujska errichtet und den Heiligen Sergios und Bakchos gewidmet.

Geschichte mini|Foto aus den 1890er Jahren von Jules Alexandre Degrand An der Stelle, wo Jelena Anžujska, die Ehegattin von Zar Stefan Uroš I., 1290 die Kirche errichten ließ, stand vermutlich bereits ein Vorgängerbau: Gemäß apokryphalen Dokumente soll das ursprüngliche Kloster von Justinian I. errichtet worden sein, während andere Quellen erwähnen, dass es bereits seit dem Jahr 1100 ein Kloster gegeben habe. Die Verwendung einer Säule aus schwarzem Granit aus Syrien, einem Material, das in den albanischen Basilikas aus dem 6. Jahrhundert oft verwendet wurde, legt nahe, dass der Vorgängerbau schon im 6. Jahrhundert erbaut worden war.

In einem Dokument, das mit 22. Oktober 1330 datiert ist, bezeichnet das Kloster als Treffpunkt des Fürsten von Raszien mit Abgesandten aus Ragusa. In einem weiteren Dokument aus dem Jahr 1333 wird das Kloster als Zollstelle des Fürstentums Raszien erwähnt. Oliver Jens Schmitt bezeichnet das Kloster als mit einer Reihe von Läden und Buden und Kaufleuten aus Venedig, Ragusa, Ulcinj und Bar. An diesem Flusshafen, der auch für große Schiffe erreichbar war, wurden unter anderem Blei und Silber aus serbischen Bergwerken und Waren für den Kosovo auf und von Schiffen verladen – weiter oben war die Buna aufgrund Mühlen und Wehre nicht mehr befahrbar. Es wurden Getreide, italienisches Tuch, Tiere und Holz gehandelt, und Shirgj war einer von nur vier Salzmärkten im serbischen Reich.Schmitt (2001), S. 130 f., 158, 172 u. 210. Im Gegensatz zu Shirgj wurde in Shkodra damals kaum Handel getrieben.Schmitt (2001), S. 175. Geschützt wurde die Anlage durch Erdwälle und Palisaden.Schmitt (2001), S. 98. Um das Kloster und den Handelsplatz war auch ein Dorf entstanden; mit 48 Haushalten und rund 200 Einwohnern zu Ende des 14. Jahrhunderts war es eine der größten Siedlungen an der Buna, die schon fast einer Stadt glich.Schmitt (2001), S. 166 u. 175.

In der Chronik des Priesters von Duklja ist verzeichnet, dass mehrere Mitglieder der Vojislavljević-Dynastie hier begraben wurden, darunter Mihailo I, Konstantin Bodin und Dobroslav.

Im 15. Jahrhundert ein wichtiges katholisches Zentrum,Schmitt (2001), S. 175. verlor das Kloster allmählich an Bedeutung: Schlecht wirtschaftende Äbte, kriegerische Wirren und zuletzt die Eroberung der Region durch die Türken im Jahr 1479 führten zum Niedergang des Klosters.Schmitt (2001), S. 576 f., 613 u. 619. Marin III. Bici, Bischof von Bar, schrieb 1611 in einem Bericht an den Vatikan, dass die Kirche stark beschädigt worden sei aufgrund der Anwesenheit der Osmanen in Albanien. 1684 berichtete Pjetër Bogdani, dass die Kirchglocke vergraben worden seien. Im Werk Illyricum Sacrum von Daniele Farlati wird die Kirche ebenfalls erwähnt. Das Kloster war die ganze aktive Zeit über dem Vatikan unterstellt. mini|Die Ruinen ca. im Jahr 1900 Im Jahr 1790 informierte Erzbischof Frang Borci den Jesuiten Coletti, der als Assistent von Farletti an einer Neuauflage arbeitete, dass diese Kirche die schönste von ganz Albanien sei. Architektonisch war die Kirche eine Mischform: Die Bauform ist abendländisch, die Bauweise aber mehr byzantinisch geprägt. In der Klosterkirche, die rund 15 auf 30 Meter groß war, sollen angeblich bis zu 3000 Gläubige Platz gefunden haben.Schmitt (2001), S. 165.

mini|Die Ruinen ca. im Jahr 1900 mini|hochkant|Die verbliebene Mauer und Säule Erosion am Buna-Ufer führten in den letzten 200 Jahren zur allmählichen Zerstörung der Klosteranlage. Aleksandër Meksi erwähnt zudem ein schweres Erdbeben im Jahr 1949. Als der österreichische Konsul Theodor Ippen die Kirche in seinem 1907 publizierten Buch Skutari und die nordalbanische Küstenebene beschrieb, standen noch deutlich mehr Mauern als heute:

Heute ist nur noch ein rund 14 Meter langer Rest der Südmauer der Kirche sowie ein Pfeiler des Innenraums erhalten. Die Ruine wurde 1973 von der sozialistischen Regierung zum Kulturdenkmal erklärt. 2014 besuchte der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej die Ruine. 2018 wurden Restaurierungsarbeiten ausgeführt.

Literatur

Weblinks

Drei Medienartikel gesammelt auf Shkoder.net (albanisch)

Einzelnachweise

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