Ein Stümper (umgangssprachlich auch Stümperer) war laut Grimms Deutschem Wörterbuch ursprünglich eine „bemitleidenswerte, untüchtige“ Person. Deren Untüchtigkeit beruhte auf einer Beeinträchtigung, einer Verstümmelung, denn die älteste Bedeutung des etymologisch verwandten Wortes stumpf ist „verstümmelt“.

Früh schon tauchte der Begriff in der übertragenen Bedeutung „arm, sich in schlechten Verhältnissen befindend“ (Grimm) auf, wie ein Zitat aus Valentin Trillers ein Schlesisch singebüchlein (1555)Zitiert nach: belegt:

Die heutige Verwendung des Adjektivs stümperhaft und des Verbs (rum)stümpern leitet sich aus der weiteren Entwicklung ab: Der stümpler war ein Handwerker, der mit stumpfem Werkzeug, also unzulänglich, am (wertvollen) Werkstoff arbeitete und ihn so meistens vermurkste. Dies wurde oft auch jenen Handwerkern nachgesagt, die sich den Zünften entzogen. Laut Röhrich wurde diesen Pfuschern „mit Geldstrafen, Beschlagnahme der Arbeiten und des Werkzeugs gedroht, vor allem deshalb, weil sie die Preise unterboten“.Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Herder Verlag, Freiburg / Basel / Wien 1994, S. 1583 Der heutige verächtliche Gebrauch, vor allem im übertragenen Sinne, als Dilettant, als „Nichtskönner“, „der sich an etwas versucht, das er nicht recht versteht und beherrscht“, liegt damit nahe.Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Herder Verlag, Freiburg / Basel / Wien 1994, S. 1583

Ein früher Roman von Patricia Highsmith (1954) trägt den Titel Der Stümper ().

Literatur

Franz Freiherr von Lipperheide (Hrsg.): Spruchwörterbuch. Haude & Spener Verlag, Berlin 1907 ff. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter Verlag, Berlin. 20. Auflage 1967 und 23., erw. Auflage 1995. Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Herder Verlag, Freiburg / Basel / Wien 1994, ISBN 3-451-04400-5

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schimpfwort (Person)