Richard Finke (* 27. August 1908 in Schlichtingsheim bei Glogau; † 28. April 2007 in OberviechtachMonika Bugl: Professor Richard Finke 98-jährig verstorben - Mit Wildschweinen auf Tuchfühlung. In der Natur ein Paradies gefunden. Onetz. 15. Mai 2007, abgerufen am 8. Dezember 2017.) war ein deutscher Maler, Jäger und Verhaltensforscher.Gertraud Portner: Kaum bekannt: Professor Richard Finke (96) als Porträtmaler - Bildergalerie im Wohnzimmer. "Verflucht fein beobachtet". Onetz. 4. September 2004, abgerufen am 8. Dezember 2017.

Finke studierte in Berlin und arbeitete anschließend als Gymnasiallehrer, zunächst in Bad Karlshafen. Seine Zeichnungen und Ölgemälde erschienen in Publikationen wie den Ostdeutschen Monatsheften, dem Schlesier, dem Türmer.

Nach eigenem Bekunden war Finke 54 Jahre lang selbst Jäger. Es gelang ihm, das Vertrauen einer Wildschweinrotte zu gewinnen, die er von 1959 bis 1966 begleitete; Heinz Sielmann bezeichnete dies als „Sensation“. Finke wurde danach ein Jagdgegner.Interview mit Richard Finke. In: Freiheit für Tiere, Sonderheft Natur ohne Jagd, S. 32 (PDF).Gertraud Portner: Sielmann und Lorenz würdigten die Forschungsarbeit. Sieben Jahre als Keiler. Onetz, 6. Januar 2007. Er publizierte seine Forschungsergebnisse in FachmagazinenProfessor Richard Finke (98) ist der älteste Bürger der Eisenbarth-Stadt. Phänomenales Gedächtnis, Onet, 29. August 2006. und beschrieb seine Erfahrungen später in einem autobiografischen Text.Dagmar Schmauks: Freundschaft zwischen Ungleichen. Kognitive und Semiotische Aspekte in Texten über Mensch-Tier-Beziehungen, in: Sigrun Kanitscheider, Oliver Bender, Alfred K. Treml (Hrsg.): Gleichheit und Ungleichheit, Symmetrie und Asymmetrie. Erscheinungs- und Verlaufsformen, Funktion und Folgen in Natur und Kultur. Books on Demand, Norderstedt 2013, S. 172 f. Finkes Bilder von Jagdmotiven wurden unter anderem von der Deutschen Jägerzeitung, Wild und Hund und Pirsch abgedruckt.Veröffentlichungen Im "Türmer" und der "Pirsch", Onetz, 4. September 2004. Wegen seiner Forschungen zu Wildschweinen gab ihm Konrad Lorenz den Spitznamen Keiler h.c.Dagmar Schmauks, S. 172

Ähnlich gelang es Heinz Meynhardt in den 1970er Jahren eine Rotte über mehrere Jahre hinweg zu begleiten und ihre Verhaltensweisen zu erforschen.Heinz Meynhardt, Schwarzwild-Report. Vier Jahre unter Wildschweinen, Leipzig, Radebeul: Neumann Verlag, 1978 Schon 1967 legte Heinz Gundlach in Göttingen seine Dissertation über das Verhalten von Wildschweinen vor, die ebenfalls auf Freilandbeobachtungen beruhte. Er vermied es als Verhaltensforscher aber im Gegensatz zu Finke die Tiere anzufüttern und in zu engen Kontakt zu geraten, auch wenn seine Beobachtungen in Wildgehegen eine Gewöhnung an den Menschen ausnutzten.

Finke lebte von 1974 bis zu seinem Tod in Oberviechtach.

Auszeichnungen Ehrenprofessur

Werke Auf Tuch- und Borstenfühlung. Tagebuch des „Keilers h.c.“. Mit einem Geleitwort von Heinz Sielmann. Forstner, Oberviechtach 1998, ISBN 3-00-003614-8.

Einzelnachweise

Kategorie:Verhaltensforscher Kategorie:Maler (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 2007 Kategorie:Mann