Die Aquäduktbrücke über die Yonne () führt den Aqueduc de la Vanne über die Yonne, also die rund 156 km lange Wasserleitung, die in den Jahren 1866 bis 1874 von Eugène Belgrand zur Verbesserung der Wasserversorgung von Paris errichtet wurde und nach wie vor in Betrieb ist.

Beschreibung Die Aquäduktbrücke steht etwa 2,5 Kilometer südöstlich von Pont-sur-YonnePont-sur-Yonne hat seinen Namen von einer seit dem Mittelalter existierenden Brücke, nicht aber von dem Aquädukt bei der kleinen Gemeinde Villeperrot. Sie überquert (von West nach Ost) die Départementstraße D58, vier neben dem Fluss verlaufende Gleise, eine schmale Uferstraße, die Yonne und nach 160 m die D606, wo sie mit einem großen Bogen in einer langen Gerade mündet, die schließlich in den Feldern unter dem Boden verschwindet.

Auf der Aquäduktbrücke liegt der insgesamt 3737 Meter lange Siphon, mit der die Wasserleitung das Tal der Yonne überquert. Der Siphon besteht aus zwei parallelen gusseisernen Rohren von 1,10 Meter Innendurchmesser. Er beginnt weit im Osten der Brücke an einem Einlaufbauwerk an der D23 und endet im Westen auf dem steilen Hochufer der Yonne. Er hat eine Pfeilhöhe von 40 m.Eugène Belgrand: Les Eaux Nouvelles. S. 200, 206Bei einem Siphon bezeichnet die Pfeilhöhe den Höhenunterschied zwischen dem Rohr an der obersten und an der untersten Stelle

Das Brückenbauwerk selbst ist 1493 Meter lang und bestand ursprünglich aus 162 Bögen. Die Brücke über die Yonne wurde von drei Bögen mit einer lichten Weite von 30 + 40 + 30 m gebildet, an denen sich auf dem linken Ufer ein Bogen über die Uferstraße mit 30 m und ein Bogen über die Eisenbahngleise von 22,60 m lichte Weite anschloss. Die übrigen Bögen teilten sich auf in 45 Bögen mit einer lichten Weite von 6 m, 21 mit 7 m, 80 mit 8 m, 10 mit 12 m und einen Bogen über die damalige RN6, eine bescheidene Chaussée, mit 30 m lichter Weite.Eugène Belgrand: Les Eaux Nouvelles. S. 209

Die Konstruktion der Hauptbrücke war für ihre Zeit sehr modern. Die bis dahin meist verschlossenen Bogenzwickel wurden geöffnet und durch von schmalen Scheiben getragene Rundbögen ersetzt, die die Brückentafel mit den zwei gusseisernen Rohren trägt. Da es in der ganzen Gegend außer Flusssand kein brauchbares Baumaterial gab, wurde die Brücke aus béton aggloméré nach dem System von Coignet, also aus Stampfbeton gebaut.Emploi de béton aggloméré (système Coignet) dans la construction de l'aqueduc de la Vanne Sie dürfte damit zu den ersten größeren Brücken aus diesem Material gehören.

Die D58 und die dafür erforderliche größere Brücke wurde erst später gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bögen über der Yonne 1940 bombardiert.Giles Souchet: Les Ponts-Aqueducs Beim Wiederaufbau wurde das äußere Erscheinungsbild der Brücke beibehalten, aber die ursprünglichen breiten BrückenbögenHistorisches Foto der Brücke wurden aufgelöst in je zwei schmale, parallel nebeneinander stehende Bögen, die nur durch wenige Stege miteinander verbunden sind. Der Flusslauf wurde geringfügig nach Osten verschoben, so dass nur noch ein Pfeiler im Fluss stand. Die Uferstraße wurde unter den nun vollständig im Trockenen stehenden westlichen Bogen verschoben und der dadurch freigewordene nächste Bogen für eine zweite Bahnstrecke benutzt. Bei der Modernisierung und Erweiterung der RN6, der heutigen D606, zu einer dreispurigen Straße wurde eine Balkenbrücke anstelle der früheren Bögen eingesetzt.Google streetview

Siehe auch Aquäduktbrücke über den Loing

Literatur

Weblinks

Giles Souchet: Les Ponts-Aqueducs mit Fotogalerie auf der Website der Association de sauvegarde de l'environnement de Pont-sur-Yonne et ses alentours Aufriss (linker Teil), auf Gallica Aufriss (rechter Teil), auf Gallica Historisches Foto der Brücke Aqueduc de la Vanne Drohnen-Video auf YouTube (8:34)

Einzelnachweise

Yonne Kategorie:Bogenbrücke Kategorie:Stampfbetonbrücke Kategorie:Erbaut 1874 Kategorie:Bauwerk im Département Yonne Kategorie:Yonne