mini|Dienstgebäude der ehemaligen Wasserstraßendirektion Kurmark Das Dienstgebäude der ehemaligen Wasserstraßendirektion Kurmark ist ein unter Denkmalschutz stehendes Verwaltungsgebäude in Potsdam, Berliner Straße 98–101 in der Berliner Vorstadt.
Baugeschichte und Nutzung Im Zug der Umgestaltung der Reichshauptstadt durch Albert Speer wurde die Wasserbaudirektion Kurmark (ab 1939 Wasserstraßendirektion Kurmark) von Berlin nach Potsdam verlegt. Auf dem damaligen Grundstück Neue Königstraße 74–77 entstand 1938–1940 ein Verwaltungsgebäude mit zwei Seitenflügeln und einem Querriegel nach dem Entwurf des Architekten Werner March. Die fast 70 Meter lange Fassade an der Berliner Straße ist 21-achsig. Ein über fünf Fensterachsen laufender Balkon, schlusssteinähnliche Schmuckelemente auf den Faschen und ein Dachreiter mit Uhr betonen die Mittelachse. Eine vorgelagerte Freitreppe führt zum Haupteingang und in die mit Solnhofener Platten ausgekleidete Eingangshalle.Architekturführer Potsdam (vgl. Literatur), S. 90 Der zweigeschossige Vierflügelbau umschließt einen begrünten Innenhof, den March mit dem Gartenarchitekten Georg Potente gestaltete und der Gartenbaubetrieb Willi Baumann in Neubabelsberg ausführte.Jörg Wacker: Georg Potente (1876–1945). Die Entwicklung vom Gartengestalter zum Gartendenkmalpfleger zwischen 1902 und 1938 in Potsdam-Sanssouci. Dissertation, Universität Potsdam, 2003, S. 22.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die sowjetischen Streitkräfte das Dienstgebäude.Amtsblatt für die Landeshauptstadt Potsdam, Jg. 16, Nr. 10, Potsdam 2005, S. 21. Zwischen 1950 und 1953 wurde der Vierflügelbau um einen H-förmigen Anbau und 1955 um einen Querriegel erweitert, sodass zwei weitere Innenhöfe entstanden. Ab 1955/1956 beherbergte der Gebäudekomplex das Deutsche Zentralarchiv der DDR, ab 1973 Zentrales Staatsarchiv der DDR sowie die zum Ministerium des Innern gehörende Staatliche Archivverwaltung und von 1990 bis zum Umzug nach Berlin-Lichterfelde 1996 das Bundesarchiv, Abteilung Potsdam. 1993 zog das Bundesvermögensamt, seit 2005 Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Direktion Potsdam, in die Räumlichkeiten. Außerdem ist seit 1998 das Hauptzollamt Potsdam (Tizianstraße 13) in dem Komplex untergebracht.
Neben dem ehemaligen Präsidialgebäude des DRK (August-Bebel-Straße 89 im Stadtteil Babelsberg) ist das Gebäude der ehemaligen Wasserstraßendirektion der einzige Verwaltungsbau in Potsdam aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Literatur Paul Sigel, Silke Dähmlow, Frank Seehausen, Lucas Elmenhorst: Architekturführer Potsdam. Reimer, Berlin 2006, ISBN 3-496-01325-7, S. 90. Bundesarchiv Koblenz (Hrsg.): Das Bundesarchiv. Dienstleister für Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung. Koblenz 2012, ISBN 978-3-89192-141-8.
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Einzelnachweise
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