Saal ist ein historischer Ortsteil im Stadtteil Lückerath von Bergisch Gladbach. Die Saaler Straße erinnert an den ehemals eigenständigen Wohnplatz. Sie ist die Hauptverkehrsstraße von Bensberg zum Bensberger See und den dort liegenden Sportstätten.
Lage der Saaler Straße Die Saaler Straße nimmt ihren Anfang an der Kreuzung Gladbacher Straße und Buddestraße in Bensberg. Sie verläuft in westlicher Richtung bis zum Abzweig der Straße Saaler Mühle. Die Straße schwenkt dann am östlichen Ufer des Bensberger Sees nach Norden und geht am Abzweig Obersaal in die Golfplatzstraße über, welche weiter nach Alt Refrath führt.
Abzweigende Straßen Die Saaler Straße berührt folgende Straßen von Ost nach West: Jakob-Busch-Straße (rechts), Karl-Theodor-Straße (links) und Jakob-Euler-Straße (re), Im Luchsfeld (re), Karl-Philipp-Straße (li), Lückerather Weg (re), Graf-von-Spree-Straße (li), Ferdinand-Schmitz-Straße (li), Am Pützchen (re), Fußweg zur Richard-Zörner-Straße (li), Saaler Mühle (li).
Sehenswürdigkeiten und Sportstätten Die Saaler Straße führt von Bensberg zum Ostufer des Bensberger Sees, den dort liegenden Parkplätzen und folgenden Sportanlagen: Mediterana, Eissportarena Bergisch Gladbach, Golfplatz Golf- und Land-Club Köln. Geschichte Die Ortsbezeichnung Saal und die Straßenbezeichnung Saaler Straße nehmen Bezug auf die hochmittelalterliche Siedlungsgründung Haus Saal, die in den Steuer-, Pacht- und Huldigungslisten von 1487 zur Steuerhonschaft Bensberg gehörte. Saal leitet sich aus dem althochdeutschen salida/selida (= Haus, Hütte, Wohnung) ab.Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen. Zweite von Albert Eßer ergänzte und neu bebilderte Auflage. Bergisch Gladbach 2015. ISBN 978-3-9813488-4-2. Saal und seine Ländereien war seinerzeit aus dem umgebenden Frankenforst herausgerodet. Er gehörte ebenso wie dieser im 13. Jahrhundert dem Kloster Meer. Im Laufe der Zeit wurde Saal zum Rittersitz, gleichwohl ist keine Adelsfamilie Saal nachweisbar. 1528 ist David von Zweiffel Eigentümer.
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Freihof kategorisiert wurde und mit Sahl bezeichnet wurde.
Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Saal. Aus ihr geht hervor, dass Saal zu dieser Zeit Teil der Honschaft Refrath im Kirchspiel Bensberg war.Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Saal wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Saaler Mühle verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Saal, Saaler Mühle oder ohne Namen verzeichnet.
Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Saal Teil von Bergisch Gladbach.
+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn-
gebäude Kategorie Politische / kirchliche Zugehörigkeit 1830Friedrich von Restorff: Topographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830 12 Bauerngut und Mühle Bürgermeisterei Bensberg, Pfarrgemeinde Bensberg Saal genannt 1845Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], 17 2 Mühle und Bauergut Bürgermeisterei Bensberg, Pfarre Bensberg Saal genannt 1871 64 8 Hofstelle Bürgermeisterei Bensberg Saal genannt 1885Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888. 50 10 Wohnplatz Bürgermeisterei Bensberg, Kirchspiel Refrath 1895Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897. 16 2 Wohnplatz Bürgermeisterei Bensberg, Kirchspiel Refrath 1905Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909. 18 2 Wohnplatz Bürgermeisterei Bensberg, katholische Pfarre Refrath Die Zahlen beinhalten auch den Wohnplatz Saaler Mühle.
Siehe auch Saaler Mühle Obersaal
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Lückerath (Bergisch Gladbach)