Sólveig Anspach (* 8. Dezember 1960 in Heimaey, VestmannaeyjarHarris M. Lentz III: Obituaries in the Performing Arts, 2015. McFarland, Jefferson 2016, S. 11.; † 7. August 2015 im Département DrômeDécès de Solveig Anspach. In: Luxemburger Tageblatt, 10. August 2015) war eine isländisch-französische Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Leben Anspach wurde in Island als Tochter der isländischen Architektin Högna Sigurðardóttir und eines Deutsch-Amerikaners geboren. Sie wuchs jedoch in New York und Paris auf. In Paris studierte sie Philosophie und klinische Psychologie sowie anschließend Filmregie an der La Fémis.Gabriele Schneider: . icelandreview.com, 11. August 2015. Ihr Filmstudium schloss sie 1990 mit dem Kurzdokumentarfilm Par amour ab, in dem eine Strafgefangene berichtet, wie sie ihren Mann umgebracht hat. auf institutfrancais.com

Zunächst arbeitete Anspach im Dokumentarfilmbereich und schuf zahlreiche Kurzdokumentarfilme, darunter Vestmannaeyjar (1990) über den Vulkanausbruch auf den Westmännerinseln im Jahr 1973,Vulkane – Leidenschaft der Natur. In: Frankfurter Rundschau, 23. September 1995, S. 23. Sandrine à Paris (1992) über eine Pariser Taschendiebin, Barbara, du bist nicht schuldig (1998) über Groschenromane und ihre Leserinnen, sowie verschiedene Folgen der Reihe Alla la terre. Ihr Spielfilmregiedebüt gab sie 1999 mit Kopf hoch!. In der Geschichte einer schwangeren Frau, die bei einer Routineuntersuchung erfährt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist, verarbeitete Anspach auch ihre eigene Brustkrebserkrankung.(hes): Neu im Kino: Haut les cœurs!. In: Tagesanzeiger, 17. August 2000, S. 53. Für Haut les cœurs! erhielt sie 2000 ihre erste César-Nominierung in der Kategorie Bestes Erstlingswerk. Ihre Komödie Bin gleich zurück wurde 2008 beim Locarno International Film Festival mit dem Variety Piazza Grande Award ausgezeichnet. Die Französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart widmeten Anspach 2013 eine Retrospektive.Monique Cantré: 30 Jahre – 30 neue Filme. In: Reutlinger General-Anzeiger, 24. Oktober 2013.

Ihr Film Treibsand (2013) war ebenfalls sehr erfolgreich. Bei der Verleihung des Césars 2015 war sie für ihre Drehbuch-Adaption nominiert und brachte den teilnehmenden Darstellern mehrere Nominierungen und Auszeichnungen ein: Claude Gensac war für den César als beste Nebendarstellerin nominiert, Bouli Lanners für den belgischen Filmpreis Magritte als bester Hauptdarsteller und Karin Viard gewann den Prix Lumières als beste Darstellerin.

Anspach verstarb 2015 in ihrem Haus im Département Drôme an Brustkrebs. Zu dem Zeitpunkt befand sich ihr aktueller Film Der Effekt des Wassers gerade in der Postproduktion. Er wurde durch Jean-Luc Gaget, Anne Riegel, Skuli Fr. Malmquist, Patrick Sobelman sowie Martin Wheeler fertiggestellt auf filmfesthamburg.de und im Mai 2016 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt. Anspach wurde in Cannes postum mit dem Prix SACD ausgezeichnet und erhielt 2017 gemeinsam mit Jean-Luc Gaget einen César in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch.

Die Drehbuchidee zum 2021 veröffentlichten Film Im Herzen jung stammt von Anspach.

Filmografie Spielfilme 1999: Kopf hoch! (Haut les cœurs!) 2003: Stormy Weather 2006: Grenzgänger (Les Européens) 2008: Bin gleich zurück (Skrapp út) 2009: Louise Michel (TV) 2010: Anne et les tremblements (Kurzfilm) 2012: Queen of Montreuil 2013: Treibsand (Lulu femme nue) 2016: Der Effekt des Wassers (L’effet aquatique) – mit Cameo-Auftritt

Dokumentarfilme (Auswahl) 1990: Par amour (Kurzfilm) 1990: Vestmannaeyjar (Les iles Vestmannaeyar) (Kurzfilm) 1991: Sandrine, une autre vie (Kurzfilm) 1991: Le chemin de Kjolur (Kurzfilm) 1992: Sandrine à Paris 1995: Bonjour, c’est pour un sondage 1995: Sarajevo, paroles de Casques Bleus 1995: Bistrik, Sarajevo 1995: Alla la terre: Le toucher 1995: Alla la terre: les loups 1996: Alla la terre: le origines 1997: Le theatre des marionettes 1998: Barbara, du bist nicht schuldig (Barbara, tu n’es pas coupable) (TV) 1999: Die Amazonen der Provence (Que personne ne bouge!) (TV) 2001: Reykjavik, des elfes dans la ville 2001: Made in the USA 2002: La revue Deschamps Makeief 2004: Gefälschte Bilder tausendfach (Faux tableaux dans vrais paysages islandais) 2005: Le secret 2007: Willkommen bei … (Bienvenue chez …) (TV-Reihe, 2 Folgen) 2009: Christine (TV-Kurzdokumentation)

Auszeichnungen 1999: Nominierung Gold Hugo, Chicago International Film Festival, für Haut les cœurs! 1999: Preis für die Beste Regie, Film Fest Gent, für Haut les cœurs! 1999: Nominierung Grand Prix, Film Fest Gent, für Haut les cœurs! 1999: Nominierung Goldene Ähre, Semana Internacional de Cine de Valladolid, für Haut les cœurs! 2000: César-Nominierung, Bestes Erstlingswerk, für Haut les cœurs! 2001: François Chalais Award, Internationale Filmfestspiele von Cannes, für Made in the USA 2003: Nominierung Prix Un Certain Regard, Internationale Filmfestspiele von Cannes, für Stormy Weather 2008: Variety Piazza Grande Award des Locarno International Film Festival, für Bin gleich zurück 2012: Lina Mangiacapre Award der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, für Queen of Montreuil 2015: César-Nominierung, Bestes adaptiertes Drehbuch, für Treibsand 2016: Prix SACD, Internationale Filmfestspiele von Cannes 2016, für Der Effekt des Wassers 2017: César, Bestes Originaldrehbuch, für Der Effekt des Wassers 2017: Nominierung Edda, Regisseur des Jahres, für Der Effekt des Wassers

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Einzelnachweise

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