Titanic ist ein deutscher Propagandafilm aus dem Jahr 1943 von Herbert Selpin,Titanic Filmplakat bei dhm.de fertiggestellt von Werner Klingler, der vom Untergang des Transatlantik-Liners Titanic im Jahr 1912 erzählt. In den Hauptrollen agieren Sybille Schmitz, Hans Nielsen, Kirsten Heiberg, Ernst Fritz Fürbringer und Karl Schönböck.

Der Film richtete sich gegen die britische Elite, die aus Gewinnsucht das Schiff mit überhöhter Geschwindigkeit in ein Gebiet mit Eisbergen habe fahren lassen. Weil der Film das deutsche Publikum an die Schrecken im Krieg erinnern konnte, ließ Propagandaminister Goebbels ihn nicht mehr in deutschen Kinos zeigen. In der Bundesrepublik sah man erst 1950 eine gekürzte Fassung.

Entstehung des Films Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda forderte 1939 von den Filmstudios die Entwicklung antibritischer Stoffe. 1940 legte die Tobis Filmkunst GmbH ein Drehbuch nach dem Roman von Josef Pelz von Felinau vor, das der Autor und Werner Bergold verfasst hatten. Die Erzählung beruht auf den Aussagen von Max Dittmar Pittmann, der behauptete, Dritter Offizier auf der Titanic gewesen zu sein. Pelz von Felinau gab an, sich selbst auf der Carpathia befunden zu haben, was er aber später widerrief. Da Propagandaminister Joseph Goebbels umfangreiche Änderungen forderte, stieg Pelz von Felinau wieder aus dem Projekt aus.

1941 legte dann der Erziehungswissenschaftler August Christian Riekel unter dem Pseudonym Harald Bratt ein neues Drehbuch vor, das jedoch von der ursprünglichen Version stark abwich. Für die Regie war Herbert Maisch angekündigt. Dieser lehnte aber ab, da er mit anderen Projekten beschäftigt war. Andere Quellen behaupten, Maisch habe der plumpe Drehbuchentwurf missfallen. Weitere Regisseure lehnten ebenfalls ab, weil sie sich die Darstellung eines Katastrophenfilms unter diesen Vorgaben nicht zutrauten. Am Ende fiel die Entscheidung auf Herbert Selpin. Ausschlaggebend soll dabei gewesen sein, dass Selpin bereits Erfahrungen mit maritimen Filmen hatte. Er hielt das Drehbuch von Harald Bratt allerdings für unzureichend und verlangte, seinen Freund Walter Zerlett-Olfenius hinzuzuziehen. Selpin und Zerlett-Olfenius überarbeiteten das Drehbuch erneut. Selpin veranschlagte 87 Drehtage, was selbst für große Hollywood-Produktionen ein sehr hoher Maßstab gewesen wäre. Für die Produktion wurden vier Millionen Reichsmark (2016 ca. 17 Millionen EuroWas wäre eine Reichsmark wert? In: Freie Presse, abgerufen am 1. September 2016.) bereitgestellt.

Die Dreharbeiten gestalteten sich von Anfang an schwierig und waren von „verhängnisvollen Zwischenfällen“ überschattet. Bereits während der Dreharbeiten in Gotenhafen kam es zu „Ausschreitungen, Trinkexzessen und Streitereien“. Zurückzuführen war das auch darauf, dass man mit jeder Menge Komparsen zusammenarbeiten musste, die keine Erfahrung in der Filmarbeit hatten.Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp. Sämtliche deutsche Spielfilme von 1929–1945 mit zahlreichen Künstlerbiographien. Jahrgang 1943, 1944 und 1945, Verlag Medium Film Karlheinz Wendtland, Berlin, Film 65/1943, ISBN 3-926945-05-2, S. 60–61.

Handlung mini|Karl Schönböck, der den John Jacob Astor spielt Zu Beginn des Films spricht J. Bruce Ismay vor den Aktionären der White Star Line. Er berichtet von unvorhergesehen Zwischenfällen, welche den Bau des größten Schiffes der Welt teurer als geplant gemacht hätten. Man habe große Kredite aufnehmen müssen. In kleinerer Runde erklärt Ismay, dass er den Kursverfall der Aktie gelassen sehe. Man solle sogar Anteile verkaufen, um den Fall noch anzutreiben. Später könne man die Aktien wieder billig aufkaufen.

Auf der Titanic, im Festsaal, verspricht Ismay dem Kapitän Smith eine Prämie, wenn die Titanic planmäßig in New York ankommt. Für jede früher geschaffte Stunde erhalte er je weitere 1000 Dollar. Ismay lässt eine geheimnisvolle Frau an seinen Tisch bitten, die große Reichtümer in Russland habe. Am Tisch sitzt bereits Gloria, die Frau, die er später heiraten wolle. Die große Treppe zum Festsaal kommen weitere Gäste herab, darunter John Jacob Astor und dessen Frau. Ismay hält im Ballsaal eine Rede und informiert, dass die Titanic mit 46.000 Tonnen das größte Schiff der Welt sei, dass sie nach Meinung der britischen Fachwelt das sicherste sei, und es sei auch das schnellste. Im Moment fahre sie 26,5 Seemeilen, das sei Weltrekord. Umgehend eilen Ismays Kollegen zum Telegrafen-Büro, um Aktien aufzukaufen. Die übrigen Gäste stehen zur britischen Nationalhymne auf.

Ein Offizier verspricht den Männern im Kesselraum einen Bonus, wenn die Geschwindigkeit beibehalten wird. Danach unterhält sich der deutsche Offizier an Bord, Petersen, mit einem Kollegen. Petersen klagt, dass die hohe Geschwindigkeit die Maschinen ruinieren werde.

Im Funkraum besprechen sich währenddessen die beiden Funker, die zunächst die Nachricht des Präsidenten Ismay an die Presse funken, dass die Titanic mit Rekordgeschwindigkeit fahre. Sie haben bereits die Telegramme in den Händen, mit denen 450.000 Aktien gekauft werden sollen.

An einem späteren Tag reißt der ältere Funker, Phillips, ein Kalenderblatt ab: Es ist Sonntag, der 14. April. Tags darauf, so der Funker, werde man in New York ankommen. Ismay streitet währenddessen mit seinen Kollegen über die Aktie, da die Kurse noch nicht steigen. Ismay bekräftigt, dass der Titanic das Blaue Band sicher sei.

mini|Die Titanic, als sie am 10. April aus Southampton abfuhr Die Zuschauer erfahren, dass Astor hinter der fallenden Aktie steht, der weiterhin Anteile verkauft. So will Astor an die Titanic kommen, ein Wert, der ihm auch Macht einbringen werde. Astor weicht der Frage seiner jungen Frau Madelaine aus, ob er sie oder seine Geschäfte mehr liebe. Ismay sucht Gloria auf und beklagt, dass der Kurs nicht steigt, während Astor versucht, Lord Douglas in seine Geschäfte zu verwickeln.

Petersen verabschiedet sich von der Brücke gen Bar, wie er dem Offizier Lightoller meldet. Lightoller und ein Kollege unterhalten sich über den einzigen deutschen Offizier an Bord; dieser fahre nur mit, weil ein Engländer kurzfristig krank geworden sei.

Gloria spricht den Offizier Petersen an. Sie kennen einander von einer früheren Reise. Sie hat erfahren, dass Passagiere den Maschinenraum nicht betreten dürfen, und so verlangt sie von Petersen, ihr den Maschinenraum zu zeigen. Gloria sorgt bald darauf dafür, dass Ismay Petersen anweist, sie in den Maschinenraum zu führen.

Ein Offizier besucht den Funkraum, wo er von Funker Philipps eine weitere Eiswarnung erhält. Der Offizier weist den Funker an, alles andere zurückzustellen und weitere Eiswarnungen zu erhalten. Mit dem hinzugekommenen Petersen stellt der Offizier fest, dass man in ein Gebiet mit Treibeis fahre. Auch sei die Temperatur weiter gefallen. Petersen sucht den Kapitän auf und berichtet, dass er die Geschwindigkeit habe drosseln lassen und den Kurs ändern werde. Der anwesende Ismay beschwert sich darüber, denn die Titanic sei unsinkbar, und man werde einen Eisberg ja wohl rechtzeitig entdecken. Ismay befiehlt dem Kapitän, mit voller Geschwindigkeit weiter zu fahren. Petersen warnt, dass im Fall einer Katastrophe die Rettungsboote nicht annähernd für die 2000 Menschen an Bord ausreichen werden. Ismay wirft Petersen vor, kein Interesse am Blauen Band zu haben. Smith unterwirft sich dem Willen Ismays.

mini|Der echte Kapitän der Titanic: Edward Smith, der beim Unglück umgekommen ist. Nachts erhält Smith auf der Brücke eine Nachricht von der Baltic, mit dem dringenden Rat, langsamer zu fahren. Smith wirft die Nachricht auf den Boden. Er erklärt den anwesenden Offizieren, dass die Titanic bei der Höchstgeschwindigkeit bleibe.

Die geheimnisvolle Frau, Sigrid Olinsky, erhält ein Telegramm: Ihr Vermögen in Russland sei eingezogen worden. Ismay will sie in der Hoffnung aufsuchen, an ihr Geld zu gelangen. Zuvor aber sucht Petersen Olinsky in ihrer Kabine auf, obwohl das Offizieren verboten ist. Er bittet sie, mit ihrem Geld auf Ismay Einfluss zu nehmen, so dass die Titanic langsamer fahren wird. Sie lehnt ab, sie könne ihm jetzt nicht mehr helfen.

Im Festsaal spricht Olinsky Ismay darauf an, dass die Titanic durch ein gefährliches Eisgebiet fahre. Ismay lehnt eine Navigationsänderung ab. Petersen bittet im Festsaal auch Gloria, auf Ismay Einfluss zu nehmen. Sie nimmt ihn nicht ernst.

Astor spricht im Festsaal Ismay an: Im April sei Eisgefahr in dieser Gegend. Ismay unterstellt Astor, dass es diesem wohl angenehm sei, wenn die Titanic langsamer fährt. Astor zweifelt an, dass eine Rekordfahrt Ismay retten werde.

Der Ausguck meldet Eis voraus, die Offiziere auf der Brücke lassen Scheinwerfer einschalten. Der Befehl „Ruder hart Backbord“ wird gegeben. Wegen einer kaputten Kurbel könne der Scheinwerfer nicht eingesetzt werden. Da streift die Titanic den Eisberg, und Wasser dringt ein. Auf der Brücke meint ein Offizier, es sei alles gut gegangen, sonst hätte die „Zentrale“ schon längst etwas anderes gemeldet. Petersen geht trotzdem nach unten, um sich zu vergewissern. Petersen erfährt von Wassereinbruch im Kesselraum; die Männer im Maschinenraum entscheiden, die Maschinen zu stoppen.

Petersen holt im Festsaal den Kapitän ab; beide eilen zur Brücke. Während im Festsaal weitergetanzt wird, haben die einfachen Passagiere bemerkt, dass die Maschinen nicht mehr laufen. Sie machen sich voller Sorgen zum Kapitän auf. Im Festsaal konfrontieren sie die reichen Passagiere mit der Situation.

Auf der Brücke erfährt Smith, dass die Titanic vom Bug bis zur Kommandobrücke aufgeschlitzt sei. In zwei Stunden würden die Propeller in die Luft ragen. Smith weist den anwesenden Funker Philipps an, das Notsignal CQD zu senden: Die Titanic sei beschädigt und erbitte dringend Hilfe. Dem Ersten Offizier Petersen befiehlt Smith, die Passagiere mit der Erklärung zu beruhigen, Treibeis habe ein Schiffsmanöver erforderlich gemacht. Als die Passagiere des Zwischendecks dies im Festsaal von Petersen hören, gehen sie wieder zurück, und die reichen Passagiere tanzen weiter.

Unterdessen stellt ein Passagier in seiner Kabine Wassereinbruch fest. Astor erfährt von seinem Assistenten Hopkins, dass der Funkraum keine Telegramme mehr aufnehme. Astor vermutet dahinter eine List von Ismay.

Der Kapitän weist die Offiziere auf der Brücke an, den Passagieren Rettungswesten auszuteilen. Man solle ihnen sagen, dass es sich um ein Manöver handele. Erst auf ein Sirenensignal hin sollten sie in die Rettungsboote geführt werden. Frauen und Kinder zuerst. Petersen solle die wichtigsten Passagiere zuerst informieren.

Astor vermisst die Schmuckkassette seiner Frau. In einem angespannten Gespräch erklärt Astor seiner Frau, dass Douglas bankrott sei. Astor unterstellt ihr, dass sie ihrem Liebhaber Douglas die Schmuckkassette gegeben habe. Sie werden von Petersen unterbrochen, der ihnen sagt, wegen eines Manövers sollten sie vorsorglich Rettungswesten anlegen. Astor weist darauf hin Hopkins an, seine Frau zum Bootsdeck zu begleiten.

Petersen informiert in gleicher Weise Passagiere, denen er auf dem Gang begegnet; dem Schiffseigner Ismay hingegen erklärt er, dass die Titanic sinke. In wenigen Stunden würden ein paar tausend Menschen Ismays wegen zugrunde gehen. Die Rettungsboote würden für höchstens ein Drittel der Passagiere ausreichen. Ismay verlangt die Reservierung eines Rettungsbootes für sich und bietet ihm 10.000 Dollar, aber Petersen nimmt keine Befehle von ihm entgegen. Ismay streitet sich auch mit Gloria, die Angst vor dem Untergang hat.

Ein Offizier erklärt einer Menschenmenge: alle Männer auf die Steuerbordseite, Frauen und Kinder auf die Backbordseite. Die Menge wird unruhig, die Crew sorgt für die Durchführung des Befehls. Frauen und Kinder erhalten Schwimmwesten und werden zum Deck geführt.