Aaly Tokombajew (; geb. in Chon-Kaiyndy, Russisches Kaiserreich; gest. 19. Juni 1988 in Frunse, Kirgisische SSR), auch unter dem Pseudonym Balka bekannt, war ein kirgisischer Dichter.
Leben und Werk Tokombajew begann bereits 1924 mit ersten Veröffentlichungen. 1927 machte er seinen Abschluss an der Zentralasiatischen Kommunistischen Universität in Taschkent und wurde Mitglied in der KPdSU.
In der Folgezeit leistete Tokombajew einen wichtigen Beitrag zur Entstehung und Entwicklung der sowjetischen Kirgisischen Literatur. Er schrieb die Gedichtsammlungen („Über Lenin“, 1927), („Blumen der Arbeit“, 1932) und („Frühe Gedichte“, 1934) sowie die Novellen („Der Dnister mündet ins tiefe Meer“, 1939) und („Das verwundete Herz“, 1940).
Während des Großen Vaterländischen Krieges (1941–1945) schrieb Tokombajew patriotische Gedichte, die poetische Erzählung („Der Landsmann von Manas“, 1941) und die Gedichtsammlung („Dankbarkeit“, 1944). Außerdem verfasste er den Text der Nationalhymne der Kirgisischen SSR (1946) mit. In den Nachkriegsjahren und den 1960ern trat er mit den Erzählgedichten („Mit den eigenen Augen“, 1952), („Meine Geburtsurkunde“, 1955), („Die Melodie der Komuz“, 1960) und („Lebendige Geschichte“, 1969) sowie der Sammlung („Die Stimme der Zeit“, 1966) als meisterhafter Realist in Erscheinung. Tokombajew schrieb auch einen Versroman über den kirgisischen Befreiungskampf gegen den Zarismus, („Vor dem Morgengrauen“), der aus den beiden Bänden („Die blutigen Jahre“, 1935) und „Vor dem Morgengrauen“ (1947) besteht. Das Werk wurde 1966 ins Russische übersetzt, 1967 erhielt Tokombajew dafür den Toktogul-Satylganow-Staatspreis der Kirgisischen SSR.
Tokombajews Werke wurden in viele nationale Sprachen der Sowjetunion übersetzt. Tokombajew übersetzte selbst Werke von Goethe, Schiller, A. S. Puschkin, M. J. Lermontow, W. W. Majakowski, S. J. Marschak, Nezāmi, Abai Qunanbajuly und Schambyl Jabayew. Von 1934 bis 1949 war er Vorsitzender des Kirgisischen Schriftstellerverbandes.
Ehrungen Volksdichter von Kirgisistan (1945) 2 Leninorden (1946, 1974) Ehrenzeichen der Sowjetunion (1951) Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Kirgisischen SSR (1954) 3 Orden des Roten Banners der Arbeit (1955, 1958, 1964) Held der Sozialistischen Arbeit (1974) Orden der Oktoberrevolution (1984)
Werke , 2 Bände, Frunse 1958. , Frunse 1963. , 3 Bände, Frunse 1972–1973. , Frunse 1974.
In russischer Übersetzung: , Frunse 1962. , Moskau 1974.
Literatur Kirgisisch/Russisch Sh. Umetaliew: Aali Tokombaev. Frunse 1964. Istoriia kirgizskoi sovetskoi literatury. Moskau 1970. K. Artykbajew: Izdenüülör jana tabilgalar (A. Tokombaevdin akïndïk ustattïgï jönündö). Frunse 1966. K. Beishembajew: Körköm sözdün cheberi. Frunse 1971. Aaly Tokombajew: Biobibliografich. ukazatel’. Frunse 1971. Deutsch
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Einzelnachweise
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