Igelpolster (Acantholimon) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae). Die etwa 200 Acantholimon-Arten sind vom östlichen Mittelmeerraum über Zentralasien bis zum westlichen Tibet verbreitet.
Beschreibung mini|Blütenstand von Acantholimon kotschyi mit Blüten im Detail
Vegetative Merkmale Acantholimon-Arten wachsen als posterbildende Halbsträucher oder Zwergsträucher. Meist sind die Pflanzenexemplare stachelig und stark verzweigt.
An den oberen Enden diesjährige Zweige sind sitzenden Laubblätter spiralig angeordnet und bilden oft dichte Blattrosetten. Die Laubblätter bleiben auch verwelkt an den älteren Zweigen. Die Laubblätter können im Frühjahr verschieden sein zu denen des Sommers. Die einfachen Blattspreiten sind meist linealisch-dreieckig, linealisch-nadelartig, fast zylindrisch, pfriemlich; manchmal flach und ziemlich breit und fast immer mit stacheligen bis begranten oberen Ende.
Generative Merkmale In den Achseln der Frühlingsblätter an der Basis diesjähriger Zweige stehen auf Blütenstandsschäften die einfachen oder verzweigten ährigen Blütenstände. Wenn die Blütenstände verzweigt sind, dann setzen sie sich aus ährigen Teilblütenständen, die zweireihig angeordnet sind und jeweils ein bis fünf Blüten enthalten, zusammen. Die Tragblätter sind deutlich kürzer als die Deckblätter der untersten Blüten und ihre Ränder sind häutig. Das unterste Deckblatt ist dem Tragblatt ähnlich und sein Rand ist breit häutig.
Die meist zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es sind zwei Blütenhüllblattkreise vorhanden. Die fünf Kelchblätter sind fast röhrig oder meist trichterförmig verwachsen; die fünf Kelchzipfel sind deutlich kürzer als die fünfnervige bzw. fünfrippige, meist gerade oder manchmal schiefe Kelchröhre. Die fünf oder zehn weißen, rosa- bis purpurfarbenen Kelchlappen sind breit und trockenhäutig. Die fünf Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden; sie sind epipetal, stehen also vor den Kronblättern mit denen die Staubfäden verwachsen sind, es fehlt also der äußere Staubblattkreis. Die fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, linealisch-zylindrischen, meist kahlen Fruchtknoten verwachsen. Es sind fünf freie, meist kahle Griffel vorhanden. Die Narben sind halbkugelig oder fast länglich-kopfig.
Die Kapselfrüchte sind länglich-fadenförmig.
Standorte Acantholimon-Arten gedeihen hauptsächlich in Bergregionen, besonders in mittleren bis größeren Höhenlagen.
Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung Die Gattung Acantholimon wurde 1846 durch Pierre Edmond Boissier in Diagnoses Plantarum Orientalium Novarum Series 1, 7, Seite 69 aufgestellt. Typusart ist Acantholimon glumaceum Der Gattungsname Acantholimon wird etymologisch abgeleitet aus dem altgriechischen Wort ákanthos bzw. ákantha für Stachel, Dorn und der gekürzten Form von Limonium, ebenfalls einer Gattung der Familie der Plumbaginaceae. Synonyme für Acantholimon nom. cons. (Shenzhen ICN Art. 14.4 & App. III) sind: Armeriastrum nom. rej., Statice subg. Armeriastrum
Boissier nennt 1846 22 Acantholimon-Arten. Alexander von Bunge veröffentlichte 1872 die Monografie Die Gattung Acantholimon Boiss. und listet 83 Arten auf. In der Revision der Gattung Acantholimon durch Mobayen von 1964 sind 119 Arten enthalten. Seit Moharrek et al. 2017 enthält Acantholimon s. l. die Arten der bisherigen Gattungen Bamiania, Bukiniczia, Chaetolimon, Cephalorhizum, Dictyolimon, Gladiolimon, Popoviolimon sowie Vassilczenkoa. Acantholimon s. l. ist das Schwestertaxon zur Gattung Goniolimon. Die Gattung Acantholimon wurde in Sektionen gegliedert, diese Gliederung wird auch bei Moharrek et al. 2017 angezweifelt.
Die Gattung Acantholimon gehört zur Tribus Staticeae in der Unterfamilie Staticoideae innerhalb der Familie der Plumbaginaceae.
Die etwa 200 Acantholimon-Arten sind vom östlichen Mittelmeerraum (südliches Albanien, südwestliches Griechenland sowie Kreta) bis zum westlichen Tibet verbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt liegt in Südwest- und Zentralasien, genauer der östliche Mittelmeerraum und die Irano-Turanische Florenregion. Im Iran kommen etwa 79 Arten mit 5 Subtaxa vor; von diesen 84 Taxa kommen 65 nur dort vor. In der Türkei gibt es etwa 52 Arten, 10 Unterarten und 17 Varietäten (Stand 2007). In China kommen etwa elf Arten vor (Stand 1996).
mini|Acantholimon acerosum mini|Acantholimon armenum mini|Habitus von Acantholimon glumaceum mini|Acantholimon hohenackeri mini|Acantholimon kotschyi mini|Acantholimon libanoticum mini|Acantholimon majewianum mini|Acantholimon saravschanicum mini|Acantholimon ulicinum
Es gibt etwa 200 Acantholimon-Arten: Acantholimon acanthobryum Acantholimon acerosum : Sie kommt in der Türkei, in Armenien und im Gebiet von Syrien und Libanon vor. Acantholimon acmostegium Acantholimon aegaeum : Sie kommt auf Samos, Chios und in der westlichen Türkei vor. Acantholimon afanassievii Acantholimon agropyroideum Acantholimon ahangarensis Acantholimon alaicum Acantholimon alatavicum : Sie ist in Kasachstan, Kirgisistan, nördlichen Tadschikistan, Usbekistan und im westlichen Xinjiang verbreitet. Acantholimon alavae Acantholimon albanicum : Sie kommt nur in Albanien vor. Acantholimon albertii Acantholimon albocalycinum Acantholimon alexandri Acantholimon alexeenkoanum Acantholimon amoenum Acantholimon anatolicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon androsaceum : Dieser Endemit kommt nur auf Kreta vor. Acantholimon anisophyllum Acantholimon annae Acantholimon antilibanoticum : Sie kommt im Gebiet von Syrien und dem Libanon vor. Acantholimon anzobicum Acantholimon araxanum Acantholimon argyrostachyum Acantholimon aristulatum Acantholimon armenum Acantholimon artosense : Sie wurde 2004 aus dem östlichen Anatolien erstbeschrieben. Acantholimon arundoscapum Acantholimon aspadanum Acantholimon asphodelinum Acantholimon astragalinum Acantholimon atrofuscum Acantholimon atropatanum Acantholimon auganum Acantholimon aulieatense Acantholimon austroiranicum Acantholimon avanosicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon avenaceum Acantholimon azizae Acantholimon bakhtiaricum Acantholimon balchanicum Acantholimon bashkaleicum : Sie wurde 2004 aus dem östlichen Anatolien erstbeschrieben. Acantholimon ×baubaschatense Acantholimon birandii : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon blakelockii Acantholimon blandum Acantholimon bodeanum Acantholimon bonesseae Acantholimon borodinii : Sie kommt in Kirgisistan und im westlichen Xinjiang vor. Acantholimon brachyphyllum Acantholimon brachystachyum Acantholimon bracteatum Acantholimon brecklei Acantholimon bromifolium Acantholimon butkovii Acantholimon cabulicum Acantholimon caesareum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon calocephalum : Sie kommt in Afghanistan und im Tal des Kurram im westlichen Pakistan vor. Acantholimon calvertii : Sie kommt in der Türkei und in Armenien vor. Acantholimon capitatum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon carinatum Acantholimon caryophyllaceum : Sie kommt in der Türkei und in Armenien vor. Acantholimon catenatum Acantholimon cephalotes Acantholimon cephalotoides Acantholimon chitralicum Acantholimon chlorostegium Acantholimon chrysostegium Acantholimon cleistocalyx Acantholimon collare Acantholimon compactum Acantholimon confertiflorum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon cupreo-olivascens Acantholimon cymosum Acantholimon damassanum : Sie kommt in der Türkei und im Gebiet von Syrien und dem Libanon vor. Acantholimon davisii : Sie wurde 2017 zur Art erhoben. Ein Synonym ist Acantholimon caryophyllaceum subsp. parviflorum . Sie kommt nur im türkischen Anatolien vor. Acantholimon demavendicum Acantholimon densiflorum Acantholimon desertorum Acantholimon dianthifolium Acantholimon diapensioides : Sie kommt in Afghanistan, Pakistan, Tadschikistan und im südwestlichen Xinjiang vor. Acantholimon distachyum Acantholimon distichum Acantholimon diversifolium : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon doganii : Sie wurde 2009 aus der Türkei erstbeschrieben. Acantholimon ecae Acantholimon edmondsonii Acantholimon ekatherinae Acantholimon ekbergianum Acantholimon ekimii : Sie wurde 2007 erstbeschrieben. Diese seltene Art ist nur von ihrem Typusstandort auf eine Hochgebirgssteppe in einer Höhenlage von etwa 2300 Metern zwischen Akçay und Cumaçay im östlichen Anatolien bekannt. Acantholimon embergeri Acantholimon erinaceum Acantholimon erythraeum Acantholimon eschkerense Acantholimon esfandiarii Acantholimon evrenii : Sie wurde 2005 aus dem östlichen Anatolien erstbeschrieben. Acantholimon fasciculare Acantholimon faustii Acantholimon fedorovii Acantholimon festucaceum Acantholimon fetissovii Acantholimon flexuosum Acantholimon fominii Acantholimon gabrieljaniae : Sie kommt in isolierten Populationen nur in Armenien vor. Acantholimon gadukense Acantholimon gaudanense Acantholimon gemicianum : Sie wurde 2017 erstbeschrieben und gedeiht in Steppen in der Türkei. Acantholimon genistoides Acantholimon ghoranum Acantholimon gilliatii Acantholimon gillii Acantholimon glabratum Acantholimon glumaceum Acantholimon glutinosum Acantholimon goeksunicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon gontscharovii Acantholimon gorganense Acantholimon gracillimum Acantholimon graecum : Sie kommt in Albanien und Griechenland vor. Acantholimon grammophyllum Acantholimon griffithianum Acantholimon gulistanum Acantholimon haesarensis Acantholimon halophilum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon hariabense Acantholimon hedinii : Sie kommt in Kirgisistan, Tadschikistan und im südwestlichen Xinjiang vor. Acantholimon heratense Acantholimon heweri Acantholimon hilariae Acantholimon hindukushum Acantholimon hissaricum Acantholimon hohenackeri Acantholimon homophyllum Acantholimon hormozganense Acantholimon horridum Acantholimon hoshapicum : Sie wurde 2004 aus dem östlichen Anatolien erstbeschrieben. Acantholimon huetii : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon hyalinum Acantholimon hypochaerum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon hystrix Acantholimon ibrahimii : Sie wurde 2018 aus dem mediterranen Teil der Türkei erstbeschrieben. Acantholimon iconicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon incomptum Acantholimon inerme Acantholimon jarmilae Acantholimon kandaharense Acantholimon karamanicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon karatavicum Acantholimon karelinii Acantholimon kaschgaricum : Sie gedeiht an Trockenhängen nur im westlichen Xinjiang. Acantholimon katrantavicum Acantholimon kermanense Acantholimon kjurendaghi Acantholimon knorringianum Acantholimon koeiei Acantholimon koelzii Acantholimon koeycegizicum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon kokandense : Sie kommt in Kirgisistan und Xinjiang vor. Acantholimon komarovii Acantholimon korolkovii Acantholimon korovinii Acantholimon kotschyi : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon kuramense Acantholimon kutschanense Acantholimon laevigatum : Dieser Endemit kommt nur in Tianshan in Xinjiang vor. Acantholimon langaricum Acantholimon latifolium Acantholimon laxiflorum : Sie kommt in der Türkei vor. Acantholimon laxum Acantholimon lepturoides Acantholimon leucacanthum Acantholimon leucochlorum Acantholimon libanoticum : Sie kommt in der Türkei und im Gebiet von Syrien und dem Libanomn vor. Acantholimon linczevskianum Acantholimon linczevskii Acantholimon litvinovii Acantholimon longiflorum : Sie kommt in Afghanistan und im westlichen Pakistan vor. Acantholimon longiscapum : Dieser Endemit kommt nur im pakistanischen Baluchistan vor. Acantholimon lycaonicum : Sie kommt in der Türkei vor.