Dieser Artikel behandelt die Schweizer Fussballnationalmannschaft bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2018. Das A-Nationalteam des Schweizerischen Fussballverbands nahm zum elften Mal an der Endrunde teil.

Qualifikation Die Mannschaft qualifizierte sich über die Qualifikationsspiele des europäischen Fussballverbandes UEFA für die Weltmeisterschaft in Russland.

Spiele mini|Haris Seferović, bester Schweizer Torschütze in der Qualifikation Die Schweiz traf in der Gruppe B auf Europameister Portugal, Ungarn, die Färöer, Lettland und Andorra. In den zehn daraus entstandenen Begegnungen trug die Schweizer Mannschaft neun Siege davon, was ihr zuvor in einer WM-Qualifikation noch nicht gelungen war. Zudem stellten die Schweizer mit 23 Toren einen neuen Torrekord auf. Dennoch reichte dies nicht für die direkte Qualifikation, da das letzte entscheidende Spiel um den Gruppensieg gegen Portugal, in dem den Schweizern ein Remis gereicht hätte, mit 0:2 verloren wurde. Dabei unterlief Johan Djourou als einzigem Schweizer in der Qualifikation ein Eigentor, und den Schweizern gelang erstmals selber kein Tor. Da Portugal die bessere Tordifferenz hatte, zogen die Portugiesen am letzten Spieltag noch an den Schweizern vorbei, gegen die sie das erste Spiel mit 0:2 verloren hatten. Die Schweiz hatte aber als bester Gruppenzweiter noch die Chance, über die Playoffs der Gruppenzweiten das WM-Ticket zu buchen. Dabei trafen sie auf Nordirland und gewannen das erste Spiel in Belfast durch einen von Ricardo Rodríguez verwandelten umstrittenen Handspenalty mit 1:0. Den Penalty hielt selbst der ehemalige Schweizer Schiedsrichter Urs Meier für unberechtigt.. In: Aktuelles Sportstudio ZDF. 11. November 2017. Durch ein torloses Remis im Rückspiel qualifizierten sich die Schweizer dann für die WM-Endrunde.

Insgesamt setzte Nationaltrainer Vladimir Petković 29 Spieler ein, von denen 20 schon im Kader für die EM 2016 standen. Nur Haris Seferović kam in allen zwölf Spielen zum Einsatz. Auf elf Einsätze kamen Captain Stephan Lichtsteiner, Admir Mehmedi, Fabian Schär, Torhüter Yann Sommer und Granit Xhaka, der einmal aufgrund einer gelb-roten Karte, die er im ersten Spiel erhielt, im folgenden Spiel nicht eingesetzt werden konnte. Sein erstes Länderspiel bestritt Edimilson Fernandes am 13. November 2016 gegen die Färöer, der damit der einzige Neuling in einem Qualifikationsspiel war.

Bester Torschütze war Haris Seferović mit vier Toren. Je drei Tore erzielten Stephan Lichtsteiner und Ricardo Rodríguez, davon Letzterer zwei durch Penalty. Insgesamt steuerten 14 Spieler mindestens ein Tor bei.

Datum Spielort Gastgeber Gast Ergebnis Torschützen für die Schweiz 06.09.2016 Basel Schweiz – Portugal 2:0 (2:0)Breel Embolo (23.), Admir Mehmedi (30.) 07.10.2016 Budapest Ungarn – Schweiz 2:3 (0:0)Haris Seferović (51.), Ricardo Rodríguez (67.), Valentin Stocker (89.) 10.10.2016 Andorra la Vella Andorra – Schweiz 1:2 (0:1) Fabian Schär (19./Penalty), Admir Mehmedi (77.) 13.11.2016 Luzern Schweiz – Färöer 2:0 (1:0)Eren Derdiyok (27.), Stephan Lichtsteiner (83.) 25.03.2017 Genf Schweiz – Lettland 1:0 (0:0)Josip Drmić (66.) 09.06.2017 Tórshavn Färöer – Schweiz 0:2 (0:1)Granit Xhaka (36.), Xherdan Shaqiri (59.) 31.08.2017 St. Gallen Schweiz – Andorra 3:0 (1:0)Haris Seferović (43., 62.) Stephan Lichtsteiner (68.) 03.09.2017 Riga Lettland – Schweiz 0:3 (0:1)Haris Seferović (9.), Blerim Džemaili (54.), Ricardo Rodríguez (58./Penalty) 07.10.2017 Basel Schweiz – Ungarn 5:2 (3:0)Granit Xhaka (18.), Fabian Frei (20.), Steven Zuber (43., 49.), Stephan Lichtsteiner (83.) 10.10.2017 Lissabon Portugal – Schweiz 2:0 (1:0)

Abschlusstabelle der Qualifikationsrunde

Playoffspiele DatumSpielortGastgeber GastErgebnisTorschützen für die Schweiz 09.11.2017 Belfast Nordirland – Schweiz 0:1 (0:0)Ricardo Rodríguez (58./Elfmeter) 12.11.2017 Basel Schweiz – Nordirland 0:0

Vorbereitung Zur Vorbereitung auf die WM wurden vier Freundschaftsspiele geplant. Der erste Zusammenzug war am 19. März 2018 in Zürich mit direkter Weiterreise nach Athen, anlässlich eines sechstägigen Trainingslagers und des Testspiels gegen Griechenland am 23. März. Am 27. März fand in der Swissporarena in Luzern das zweite Testspiel gegen den WM-Teilnehmer Panama statt. Die Schweiz feierte dabei einen ungefährdeten 6:0-Sieg, wobei sich mit Blerim Džemaili, Granit Xhaka, Breel Embolo, Steven Zuber, Josip Drmić und Fabian Frei sechs verschiedene Torschützen feiern lassen konnten.

Zwei Monate später fand vom 27. Mai bis 8. Juni 2018 ein weiteres Trainingslager in Lugano statt, während dem zwei weitere Testspiele absolviert wurden. In Villarreal trafen die Schweizer am 3. Juni 2018 mit Spanien auf einen weiteren WM-Teilnehmer (1:1). Fünf Tage später bestritt man in Lugano das letzte von vier Testspielen gegen Japan, das man mit 2:0 für sich entschied. Im Anschluss an das Trainingslager erfolgte die Abreise nach Russland, wo man in Toljatti (Toljatti Resort) das Quartier bezog. Die Trainings fanden jeweils im Stadion des russischen Drittligisten FK Lada Toljatti statt.

Datum Gegner Ergebnis Spielort Schweizer Torschützen 1:0 (0:0) Athen Blerim Džemaili (59.) 6:0 (4:0) Luzern Blerim Džemaili (22.), Granit Xhaka (31./Elfmeter), Breel Embolo (33.),Steven Zuber (39.), Josip Drmić (49.), Fabian Frei (68.) 1:1 (1:0) Villarreal Ricardo Rodríguez (62.) 2:0 (1:0) Lugano Ricardo Rodríguez (42./Elfmeter), Haris Seferović (82.) Anmerkung: Kursiv gesetzte Mannschaften sind nicht für die WM qualifiziert.

Kader Valon Behrami ist der erste Schweizer, der zum vierten Mal an einer WM-Endrunde teilnimmt.

Nr.Nummern gemäss . FIFA, S. 30 (PDF; 752 kB). Spieler Verein vor WM-BeginnM = Der Verein wurde im WM-Jahr Meister seines Landes, P = Der Verein wurde im WM-Jahr Pokalsieger seines Landes, D = Der Verein gewann im WM-Jahr das Double aus Meisterschaft und Pokal, ↓ = Der Verein stieg aus der höchsten Liga des Landes ab, R = Der Verein sicherte sich in der Relegation den Verbleib in der höchsten Liga. Länderspiel-einsätzeAngegeben sind nur die Spiele und Tore, die vor Beginn der Weltmeisterschaft absolviert bzw. erzielt wurden (Stand: 8. Juni 2018, nach dem Spiel gegen Japan). Länderspiel-tore Geburtsdatum Spiele Tore WM-TeilnahmenWM-Spiele(vor 2018)WM-Tore(vor 2018) Torhüter 21 Roman Bürki 9 0 2014 0 0 12 Yvon Mvogo 0 0 1 Yann Sommer 35 0 4 2014 0 0 Abwehr 5 Manuel Akanji 7 0 4 20 Johan Djourou 74 2 1 2006, 2014 7 0 4 Nico Elvedi 6 0 6 Michael Lang 24 2 3 12014 10 2 Stephan Lichtsteiner D 100 8 3 2 2010, 2014 70 3 François Moubandje R 18 0 13 Ricardo Rodríguez 53 5 4 2014 40 22 Fabian Schär ↓ 39 7 3 2 2014 20 Mittelfeld und Angriff 11 Valon Behrami Beim Spiel gegen Schweden statt des gesperrten Stephan Lichtsteiner. 79 2 4 2 2006, 2010, 201460 19 Josip Drmić 29 9 3 1 2014 40 15 Blerim Džemaili 65 10 4 1 2006, 201440 7 Breel Embolo 25 3 4 16 Gelson Fernandes P 67 2 2010, 2014 41 8 Remo Freuler 10 0 18 Mario Gavranović M 14 5 2 2014 0 0 9 Haris Seferović 51 12 3 2014 41 23 Xherdan Shaqiri ↓ 70 20 4 11 2010, 2014 53 10 Granit Xhaka 62 9 4 11 2014 41 17 Denis Zakaria 10 0 2 1 14 Steven Zuber 12 3 3 1 Trainerstab Vladimir Petković Trainer 4 Antonio Manicone Trainerassistent Patrick Foletti Torhütertrainer Oliver Riedwyl Konditionstrainer (*) angegeben sind nur die Spiele und Tore, die vor Beginn der Weltmeisterschaft absolviert bzw. erzielt wurden. (Quelle: Spielerliste / Liste de joueurs A - Nationalteam / Sélection nationale A FIFA WORLD CUP RUSSIA 2018, aktualisiert nach den Spielen gegen Spanien und Japan)

Gruppenauslosung

Für die Auslosung der Qualifikationsgruppen am 1. Dezember war die Schweiz dem Topf 2 zugeordnet und hätte daher in eine Gruppe mit Deutschland, Brasilien, Argentinien oder Gastgeber Russland gelost werden können. Die Schweiz traf in der Gruppe E auf Brasilien, Serbien und Costa Rica. Auf Brasilien traf die Schweiz bisher erst einmal bei einem WM-Turnier: 1950 trennten sich beide im ersten Aufeinandertreffen in der Vorrunde 2:2. Danach gab es noch sieben Freundschaftsspiele, von denen die Schweizer zwei gewannen, u. a. das letzte Spiel im August 2013. Drei Spiele wurden verloren, zwei endeten remis. Gegen Costa Rica gab es bisher nur zwei Freundschaftsspiele, von denen jede Mannschaft eins gewann. Auf die Serben trafen die Schweizer bei dieser WM zum ersten Mal, gegen deren Vorgänger Jugoslawien verlor die Schweiz in der Vorrunde der WM 1950 mit 0:3 in ihrem ersten Länderspiel ausserhalb Europas. Von insgesamt 13 Spielen gegen Jugoslawien konnte die Schweiz nur zwei gewinnen, fünf endeten remis und sechs wurden verloren. In allen drei Gruppenspielorten hat die Schweiz noch nicht gespielt.

Gruppenphase In der ersten Runde gegen Brasilien hatte Brasiliens Paulinho in der 11. Minute die erste grosse Chance, nachdem Schär den Ball im Fünfmeterraum unfreiwillig auf ihn abgelegt hatte. In der 20. Minute schoss Coutinho mit einem unhaltbaren Fernschuss das 1:0. Die Schweiz, die in der 1. Halbzeit kaum Torchancen hatte, kam zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einem Eckball zum Ausgleich: Zuber verschaffte sich im Fünfmeterraum Platz gegen seinen Mitspieler Miranda und köpfte zum 1:1 ein. In den letzten Minuten der Partie hatte Brasilien noch einige Möglichkeiten, doch es blieb bei einem Unentschieden, mit dem die Eidgenossen zufrieden sein durften.

Nachdem in der zweiten Runde Brasilien Costa Rica bezwungen und nun vier Punkte auf dem Konto hatte, befand sich die Schweizer Nationalmannschaft etwas unter Zugzwang, die serbische auch, daher war das Spiel entsprechend intensiv. In der fünften Minute köpfte Mitrović ins Schweizer Tor ein. In der Folge war es auch Serbien, das mehrere Chancen hatte, während es der Nati an Durchschlagskraft fehlte, abgesehen davon, dass Džemaili mehrere grosse Chancen hatte. In der zweiten Halbzeit traf Xhaka in der 52. Minute für die Schweiz mit einem Weitschuss zum Ausgleich. Nach dieser Schweizer Druckphase wurde Serbien wieder spielbeherrschend. In der Schlussphase suchten beide Mannschaften das Tor, wobei die Schweiz mehr Zug entwickelte. Ein Konter in der 90. Minute sorgte dann für den Siegestreffer der Schweiz, eingeleitet durch einen weiten Pass von Gavranović auf Shaqiri.

Nachdem die Schweizer Spieler Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner auf dem Platz mit ihren Händen einen Doppeladler geformt hatten, der ein Symbol der Flagge Albaniens darstellt, wurde ihnen von der FIFA im Rahmen eines Disziplinarverfahrens eine Geldstrafe auferlegt, Xhaka und Shaqiri mit je 10'000 Franken, Lichtsteiner mit 5000 Franken. Der serbische Verband hingegen musste 54'000 Franken für «diskriminierende Banner» und Schlachtrufe durch die Fans bezahlen, ihr Trainer Krstajić bekam eine Strafe von über 5000 Franken auf Grund deplatzierter Aussagen gegenüber dem Referee.

So., 17. Juni 2018, 21:00 Uhr (20:00 Uhr MESZ) in Rostow am Don Brasilien – Schweiz 1:1 (1:0) Zuber Fr., 22. Juni 2018, 20:00 Uhr (MESZ) in Kaliningrad Serbien – Schweiz 1:2 (1:0) Xhaka, Shaqiri Mi., 27. Juni 2018, 21:00 Uhr (20:00 Uhr MESZ) in Nischni Nowgorod Schweiz – Costa Rica 2:2 (1:0) Džemaili, Drmić

K.-o.-Runde

Achtelfinal Di., 3. Juli 2018, 17:00 Uhr (16:00 Uhr MESZ) in Sankt Petersburg – Schweiz 1:0 (0:0)

Einzelnachweise

#2018 Schweiz