Konrad Wickler (* 12. Dezember 1935 in Berlin; † 11. April 2011 in München) war ein deutscher Kameramann, Fotograf und Dokumentarfilm-Produzent. mini|Konrad Wickler mit Regisseurin Katja Raganelli mini|Kameramann Konrad Wickler
Jugend und Ausbildung Konrad Wickler wuchs mit drei Geschwistern im Vorkriegsberlin als Sohn einer Lehrerin und eines Diplom-Ingenieurs auf. Nach Kriegsende flüchtete die Familie in den Westen. Seine Gymnasialzeit verbrachte Konrad Wickler in Siegen und begann danach eine Ausbildung zum Kameraassistenten beim FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) in München, der sich von 1957 bis 1959 ein Studium am Deutschen Institut für Film und Fernsehen (DIFF – Vorläufer der Hochschule für Fernsehen und Film München) anschloss. Von 1959 bis 1962 studierte Wickler an der Staatslehranstalt für Photographie in München.
Berufliche Karriere Wickler wurde 1963 als Kameramann und Realisator beim Bayerischen Rundfunk fest angestellt. Dort drehte er unter anderen mit den Regisseuren Percy Adlon, Hans Jürgen Syberberg, Reinhard Raffalt, Antony Isaacs, Jörg Grünler. Anfang der 1970er Jahre entwickelte Konrad Wickler mit dem leitenden BR-Redakteur und Grimme Preisträger Harald Hohenacker ein Vorschul-Kinderprogramm für das Fernsehen, die Serie Das feuerrote Spielmobil, in der er als Realisator, Kameramann und Schauspieler mitwirkte. Mit seiner Darstellung als Conny in der Serie wurde er zu einer der Lieblingsfiguren des Kinderprogramms. Der Serie wurde die Goldene Kamera 1972 wie auch der Adolf-Grimme-Preis verliehen.
Zusammen mit der Regisseurin Katja Raganelli gründete er 1976 in München die Diorama Film GmbH, um Kulturdokumentationen zu produzieren. Zu den wichtigsten Themen der Firma gehörten Frauen hinter der Kamera, und es entstanden Dokumentationen über die Stummfilm-Regisseurinnen Dorothy Arzner, Margery Wilson und Lois Weber, die Silhouetten-Filmpionierin Lotte Reiniger, wie auch über zeitgenössische Regisseurinnen wie Agnès Varda, Margarethe von Trotta, Valie Export und Mai Zetterling.
Privatleben Konrad Wickler war zweimal verheiratet, zuletzt ab 1998 mit der Regisseurin Katja Raganelli. Er hat eine Tochter aus erster Ehe. Sein älterer Bruder ist der Verhaltensforscher Wolfgang Wickler.
Filmografie Filme als Kameramann 1966: Pitchi Poi (R: Franz Josef Wild) 1968: Einführung in die Verhaltungsforschung mit Prof. Konrad Lorenz 1969: Der Sechste Tag (Serie) 1970–1975: Das feuerrote Spielmobil (Idee und Regie: Harald Hohenacker) 1971: Das Altern (R: Frieder Mayrhofer) 1975: Golubic, einmal im Jahr (Reihe: A la carte BR, R: K. Raganelli) 1976: Vom Trinken zum Trinker – Welt der Wissenschaft (R: H. Andre) 1976: Die orientalische Schlamminger (R: Percy Adlon) 1976: 1001Ferri Faroksad – Ein Entertainer in Person (R: Percy Adlon) 1995: Wer einmal da ist ... bleibt – Praterleute (R: Barbara Rohm) 2006: Marcel – ein Kämpfchen, das wär‘ schön (R: Juliane Schuler)
Filme als Produzent und Kameramann, alle mit Regisseurin K. Raganelli 1976: Annot – Portrait einer Malerin und Pazifistin 1977: Die Frauen sind auf natürliche Art schöpferisch – Agnès Varda 1978: Die Frauen müssen zweimal geboren werden – Liliane de Kermadec 1978: Die Liebe ist ein Mythos – Delphine Seyrig 1979: Márta Mészáros – Portrait einer ungarischen Filmregisseurin 1979: Margarethe von Trotta – Portrait einer Filmregisseurin 1979: Winter-Frühling-Sommer-Herbst (Reihe: A la carte BR) 1981: Valie Export – Portrait einer Filmregisseurin 1981: Unsichtbare Frauen – Filmemacherinnen in Hollywood 1981: Abschied vom Winter (Reihe: A la carte BR) 1982: New York – Babylon der Küchen (Reihe: A la carte BR) 1982: Vielleicht bin ich ein Zauberer – Portrait des Schauspielers Peter Lühr 1982: Wege zu Lear 1983: Johan Micklin Silver – Begegnung mit der New Yorker Filmregisseurin 1983: Leierkasten ist meine Freiheit – Helga Leiendecker verwirklicht ihren Traum 1984: Bilder aus Westfalen (Reihe: A la carte BR) 1984: Smetana – Mein Vaterland 1984: Nicht Mann, nicht Frau, nur Rabe 1984: Those beautiful Queens – Unterwegs mit Ragtime und Blues 1985: Sehnsucht nach Frauen – Dorothy Arzner 1985: New Orleans – Unterwegs mit Jazz und Gospel 1985: Fotografinnen – Begegnungen mit Karin Székessy, Cindy Sherman, Roswitha Hecke, Charlotte March, Regina Relang Photogaphinnen, Süddeutsche Zeitung 31. Oktober 1985, Seite 75 1986: Vom Mythos Liebe – Sigfrit Steiner – Portrait eines Schauspielers 1987: Ich möchte gerne strahlenförmig leben – Anja Breien, Filmregisseurin in Norwegen 1987: Die Magier des Spiels – Leinwandhelden, ihre Wünsche, Träume und Erfolge 1987: Die Kraft der Frauen steckt in ihrer Phantasie – Hans W. Geißendörfer und seine Filme 1988: Alle beneiden und um unsere Mutter… Töchter und ihre Mütter am Beispiel von Mirjam Pressler 1989: Aus unseren Ateliers „Das Pfarrhaus“ 1989: Ich bin Wanda – Portrait der Schauspielerin und Regisseurin Barbara Loden 1989: Vielleicht bin ich wirklich eine Zauberin – Filmregisseurin Mai Zetterling und ihre Filme„Die Kraft der Frauen steckt in ihrer Phantasie“, Katja Raganelli und Konrad Wickler - Film über die schwedische Regisseurin Mai Zetterling, Süddeutsche Zeitung vom 22. August 1989, Seite 13 1990: Mehr als nur Spiele – Die Kids und ihr Computer 1990: Hallentheater in München – Geht es weiter 1990: Landestheater in Coburg – Ein Sprungbrett für junge Talente 1990: Freie Tanzszene in München 1991: Jean-Luc Godard 1993: Die Frauen in Ingmar Bergmans FilmenDie Frauen in Igmar Bergmanns Filmen, Katalog der Norddeutschen Filmtage Lübeck 1993, Seite 58 1996: Margery Wilson – Braunauge erinnert an die Anfänge der Filmkunst 1996: Alice Guy-Blaché – Hommage an die erste Filmemacherin der Welt 1997: Lotte Reiniger – Hommage an die Erfinderin des Silhouetten Films
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Einzelnachweise
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