Lothar Götz (* 11. Juli 1925 in Karlsruhe; † 17. April 2018) war ein deutscher Architekt, Baumanager und Hochschullehrer.
Leben Lothar Götz, eines der Kinder des Diplom-Ingenieurs Karl Götz und dessen Ehefrau Leonie Götz geb. Noltze, legte 1943 das Notabitur am Goethe-Realgymnasium Karlsruhe ab. Nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft erlangte er 1946 an der Universität Kiel das Abitur für Kriegsteilnehmer, woraufhin er ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe aufnehmen konnte.Götz, Lothar. In: Wer ist Wer?: Das deutsche Who’s Who. Band 15, Arani, 1967, S. 569. 1950 schloss Götz das Studium mit Auszeichnung bei Otto Ernst Schweizer ab. In den Jahren 1950 bis 1953 arbeitete er als Leiter der Bauabteilung für Südwestdeutschland der BP Benzin und Petroleum AG.
Für Tankstellen der BP entwickelte er ein Schwingendach, wobei zwei eingespannte konische Kastenstützen mit Unterzug bei dieser Konstruktion die Kragträger trugen. Das Dach wurde aus Stahlbeton oder aus Stahlteilen gebaut. Eine der beiden Stützen enthielt eine Ableitung für das Regenwasser, das sich auf dem Dach sammelte, die andere Stütze die Stromleitungen für die Beleuchtung. In der Zeitschrift Denkmalpflege in Baden-Württemberg erschien 2018 ein Artikel über die Typen-Tankstellen der Nachkriegszeit, der Autor Peter Huber ging dort auf Götz’ Konstruktion ein und konstatierte: „Von dieser Bauform konnte bisher noch kein denkmalgeschütztes Objekt entdeckt werden.“Peter Huber: Maßgeschneidert von der Stange. Typen-Tankstellen der Nachkriegszeit. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Jahrgang 2018, Heft 1, S. 18–22, hier S. 20 (Digitalisat) In der Bevölkerung, so Huber, nehme aber die Wertschätzung der alten Tankstellenbauten zu und sie würden immer öfter Gegenstand denkmalpflegerischer Tätigkeit.
Im Jahr 1953 wurde Götz an der Technischen Hochschule Karlsruhe wissenschaftlicher Assistent bei Egon Eiermann; eine Tätigkeit, die er bis 1961 ausübte. 1963 wurde Götz zum Direktor des Instituts für Baustofflehre, Bauphysik, Technischer Ausbau und Entwerfen an der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule Stuttgart (ab 1967 Universität Stuttgart) berufen. Diese Funktion übte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1993 aus.
Götz war von 1965 bis 1993 Mitglied des Kuratoriums des Instituts für Bauphysik der Fraunhofer-Gesellschaft. 1966 bis 1970 war er Erster Vorsitzender des Deutschen Werkbunds Baden-Württemberg und von 1970 bis 1988 Mitglied des Forschungsrats beim Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Von 1981 bis 1983 war er Dekan der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart.Pressemitteilung der Universität Stuttgart vom 8. Januar 2006 Von 1997 bis 2002 stand er als Erster Vorsitzender der Egon-Eiermann-Gesellschaft vor.
Bis 1999 betrieb Götz ein 1967 gegründetes eigenes Architekturbüro, in den Jahren 1970 bis 1991 in Partnerschaft mit Klaus Unruh und von 1991 bis 1999 mit Mario Hägele.
Mit seiner Ehefrau Hannelore († 2014) hatte er sieben Kinder. Die Biologin Magdalena Götz ist seine Tochter.
Bauten mini|St. Paul in Heidelberg-Boxberg mini|Wasser- und Schifffahrtsamt und Wasserschutzpolizei in Heidelberg 1951: Tankstelle der Firma Opel-Fahr in Fulda 1956–57: Neubau der Fleischer-Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft in Heidelberg 1959–61: Schwestern- und Personalgebäude I der Universität Heidelberg 1961: Wohnhaus Ammann in Heidelberg, Turnerstraße 114d 1964–66: Innenausbau der Schlosskirche Bruchsal 1967–68: Kindergarten und Gemeindehaus der Pfarrei St. Bartholomäus in (Heidelberg-)Wieblingen 1965–72: Pfarrzentrum St. Paul in Boxberg 1965–67: Schwestern- und Personalgebäude II der Universität Heidelberg 1972–74: Schwestern- und Personalgebäude III der Universität Heidelberg 1977: Ortszentrum bestehend aus Rathaus, Dienstleistungszentrum mit Geschäften und Wohnungen, in Illingen 1978–82: Rathaus in Östringen 1980–82: Einkaufszentrum „Ipf-Treff“ in Bopfingen 1980–82: Feuerwehrhaus in Illingen 1986–94: Dienstgebäude für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Heidelberg und die Wasserschutzpolizei in Heidelberg 2001–03: Umbau und Sanierung des Rathauses in Edingen-Neckarhausen 2004: Neckarterrasse in Edingen
Literatur
Weblinks Bestand zu Lothar Götz beim Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau Homepage von Lothar Götz
Einzelnachweise
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