Maria Theresia ist eine österreichisch-tschechische Miniserie von Robert Dornhelm mit Marie-Luise Stockinger (Teil 1 und 2, 2017), Stefanie Reinsperger (Teil 3 und 4, 2019) und Ursula Strauss (Teil 5) als Maria Theresia.
Teil 1 und 2 wurden am 11. Dezember 2017 im Schloss Esterházy präsentiert„Maria Theresia“ im Schloss Esterhazy. In: orf.at, 12. Dezember 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017. und am 27. und 28. Dezember 2017 im ORF erstmals ausgestrahlt.ORF Nachlese 12/2017, S. 7. ORF nachlese, Ausgabe 12/2017, S. 7.ORF Nachlese 12/2017, S. 163. ORF nachlese, Ausgabe 12/2017, S. 163. In: tvheute.at, abgerufen am 2. Dezember 2017. 2019 entstand unter dem Arbeitstitel Maria Theresia II eine zweiteilige Fortsetzung mit Stefanie Reinsperger in der Titelrolle, die am 27. und 28. Dezember 2019 erstmals im ORF ausgestrahlt wurde. Der fünfte und letzte Teil wurde am 30. Dezember 2021 auf Flimmit veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ORF erfolgte am 6. Jänner 2022.
Handlung Teil 1 und 2 erzählen rund zwei Jahrzehnte österreichischer Geschichte von 1723 bis zur Krönung Maria Theresias zur ungarischen Königin am 25. Juni 1741. Im Mittelpunkt steht dabei die Liebesgeschichte zwischen Maria Theresia und ihrem Mann Franz Stephan von Lothringen.Robert Dornhelm macht Marie-Luise Stockinger zur jungen „Maria Theresia“. In: orf.at, abgerufen am 2. Dezember 2017. Teil 3 und 4 erzählen die Zeit bis zur Krönung zur böhmischen Königin 1743.
Teil 1 Prag 1723. Die sechsjährige Maria Theresia sieht ihren Lebensweg klar vorgezeichnet, sie wird eines Tages Franz Stephan von Lothringen heiraten und mit ihm viele Kinder bekommen. Alle warten auf den ersehnten männlichen Nachkommen von Maria Theresias Vater Karl VI., neun Jahre später ist dieser noch immer nicht geboren. Der Mediziner Professor Gottfried Philipp Spannagel hat mittlerweile aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel alle Hoffnung aufgegeben, es kann nur noch um ein Wunder gebetet werden. Er empfiehlt daher, die Erziehung der erstgeborenen Maria Theresia zu vertiefen, um sie auf eine mögliche Regentschaft vorzubereiten.
Karl VI. bittet Eugen von Savoyen, die Hochzeits-Verhandlungen mit Franz Stephan von Lothringen zu beginnen. Prinz Eugen hat allerdings andere Pläne, er hat einen anderen Bräutigam für Maria Theresia vorgesehen, der garantieren soll, dass es keinen Krieg mit Preußen gibt. Eugen beginnt Verhandlungen mit Friedrich Wilhelm von Grumbkow, Maria Theresia soll nach deren Plänen mit Kronprinz Friedrich vermählt werden. Außerdem bietet er Franz Stephan Maria Theresias Schwester Maria Anna zur Frau, Franz Stephan stimmt dem Vorschlag zunächst zu. Maria Theresia möchte jedoch nur Franz Stephan als Gemahl.
Maria Theresias Beichtvater, Pater Ignatius Kampmüller, schlägt ihr vor, gar nicht zu heiraten und stattdessen ins Kloster zu gehen. Maria Theresia beginnt daraufhin heimlich, mit Unterstützung des Hofhistorikers Spannagel, sich auf die Herrschaft vorzubereiten und die Geschichte und Politik Europas zu studieren. Graf Nikolaus I. Esterhazy entdeckt dies durch Zufall und macht es publik. Spannagel landet vorübergehend im Gefängnis, Maria Theresia soll ins Kloster. Maria Theresia schlägt stattdessen vor, dass Franz Stephan sein Herzogtum Lothringen an Frankreich abtrete, dafür aber die Toskana erhalte. Im Gegenzug müsse Frankreich die Pragmatische Sanktion anerkennen, dann könne Franz Stephan endlich Maria Theresia heiraten.
Franz Stephan lehnt den Vorschlag zunächst ab. Der preußische Prinz Friedrich wurde mittlerweile bereits vermählt, Preußen fordert daher ebenfalls die Vermählung Maria Theresias mit dem aus preußischer Sicht schwachen und ungefährlichen Franz Stephan. Maria Theresia erfährt, dass Prinz Eugen sie an Preußen verkaufen wollte. Der liegt allerdings bereits im Sterben, am Sterbebett empfiehlt er noch Philipp Graf Kinsky als seinen Nachfolger.
Nachdem Spannagel Franz Stephan in die politische Situation und militärische Lage einweiht, stimmt er Maria Theresias Vorschlag doch noch zu. Beim Geburtstag von Maria Theresias Mutter akzeptiert Franz Stephan die Bedingungen und hält um die Hand Maria Theresias an. Philipp Graf Kinsky ist davon wenig begeistert, auf der Geburtstagsfeier erreicht sie die Nachricht vom Ableben Prinz Eugens. Franz Stephan und Maria Theresia werden vermählt, Maria Theresia bringt später ihre ersten beiden Töchter zur Welt, der ersehnte männliche Nachkomme bleibt wie bei ihren Eltern vorerst ebenfalls aus. Um dem Hof zu entfliehen, fahren Franz Stephan und Maria Theresia in die Toskana. Dort plant Franz Stephan eine Baumwollmanufaktur nach englischem Vorbild zu errichten und sucht und findet dafür Investoren. In der Toskana überbringt ihnen Kinsky die Nachricht, dass Karl VI. einen schweren Jagdunfall erlitten hat, an dessen Folgen er verstorben ist.
Teil 2 Nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. kehren Maria Theresia und Franz Stephan mit ihrer dritten Tochter an den Wiener Hof zurück, Maria Theresia muss den Thron ihres Vaters übernehmen. Bei der Heimreise erkennt sie den Hunger, die Not und das Elend, die in ihrem Reich herrschen. Franz Stephan wird von der Politik zunächst ausgeschlossen, etwa an der Teilnahme am Geheimen Rat, er geht daher eigene Wege. Er amüsiert sich unter anderem mit den Damen am Hof, insbesondere mit Elisa Fritz. Außerdem beschäftigt er sich als Unternehmer mit dem Handel von Baumwolle und Seide und der Gründung einer Tuchmanufaktur. Maria Theresia sieht Franz Stephans Platz bei der Armee, der lehnt den Krieg jedoch grundsätzlich ab.
Mehrere europäische Fürsten erheben Ansprüche auf die Habsburgischen Erblande bzw. das römisch-deutsche Kaisertum. Vom Süden, Norden und Westen droht Gefahr, außerdem hält sich der preußische Marschall Grumbkow weiterhin am Wiener Hof auf. Unsicher ist, ob die Pragmatische Sanktion von allen akzeptiert wird. Sie macht Graf Kinsky, den sie aufgrund seiner vermeintlichen Nähe zum verstorbenen Prinzen Eugen bisher verachtete, zu ihrem politischen Berater. Er empfiehlt ihr, sich Unterstützung von Graf Nikolaus I. Esterhazy zu holen. Sie lehnt diese Idee zunächst ab, nachdem Esterhazy sie verraten hatte, als er entdeckte, dass sie heimlich Politik und Geschichte studierte.
Maria Theresia macht Marschall Grumbkow zum Mitglied des Geheimen Rates. Friedrich II. schlägt Maria Theresia vor, dass er Franz Stephan bei der Kaiserwahl unterstützen könnte, im Gegenzug dafür verlangt er Schlesien. Maria Theresia geht auf das Angebot Friedrichs nicht ein. Von ihrem eigenen Hof fühlt sie sich nicht ernst genommen. Inzwischen kommt die Nachricht, dass Marschall Grumbkow als Doppelspion enttarnt, an der preußischen Grenze verhaftet und wegen Landesverrat hingerichtet worden ist. Grumbkow spionierte einerseits für die Preußen am Wiener Hof, andererseits wurde er von Prinz Eugen bestochen. Auch kursiert das Gerücht, dass Grumbkow Karl VI. vergiftet haben soll. Grumbkow wollte Maria Theresia auf dem Thron, weil er in ihr eine schwache Gegnerin Preußens sah.
Nach dem Einmarsch preußischer Truppen unter dem Jubel der Bevölkerung in Schlesien versucht Maria Theresia, den Hunger unter den Soldaten zu mildern um deren Motivation zu heben. Bald darauf marschieren die Preußen auch in Böhmen ein. Der Adel flieht aus Wien, nachdem zahlreiche Bälle abgesagt worden sind. Der eigene Hof wendet sich teilweise unter Spott von ihr ab, Prinzessin Karolina erkrankt an den Pocken, an denen sie später stirbt. Franz Stephan fühlt sich von Maria Theresias Leben ausgeschlossen und wie das fünfte Rad am Wagen. Maria Theresia ist zunehmend überfordert. Mit Elisa Fritz, die bisher mehr Franz Stephan zugetan schien, findet Maria Theresia eine treue Unterstützerin, die es schafft, den Adel zur Rückkehr an den Wiener Hof zu bewegen und die Stimmung am Hof zu ihren Gunsten zu lenken. Die Preußen bieten den Waffenstillstand an, wenn die annektierten Gebiete Preußen zuerkannt werden. Zwischenzeitlich kommt mit Joseph der ersehnte männliche Nachkomme zur Welt.
Bayern erklärt Österreich den Krieg, Frankreich tritt in den Krieg gegen die Österreicher mit ein. Maria Theresia versucht, die Moral ihrer Truppen mit Unterstützung der Kirche zu heben und verspricht ihnen bessere Ausrüstung und Verpflegung. Außerdem sucht sie Unterstützung bei den Ungarn. Graf Nikolaus Esterházy bietet ihr diese auch an, will aber auch ihr Herz erobern. Franz Stephan ist eifersüchtig, am Hof kursiert bereits das Gerücht, dass der Papst bereit wäre, ihre Ehe zu annullieren. Esterházy muss erkennen, dass er das Herz Maria Theresia nicht erobern kann und sie sich ihm nur aus Pflichtgefühl ihrem Land gegenüber opfern würde. Vor dem Ungarischen Landtag gibt sie sich als schutzlose Mutter und Frau, die an den Mut der Männer appelliert. Esterházy tritt vor den Versammelten für sie ein, sie erhält so die ungarische Unterstützung, die Ungarn versprechen ihr 60.000 Soldaten. Maria Theresia wird schließlich zur ungarischen Königin gekrönt.„Maria Theresia“ im Doppelpack am 28. Dezember in ORF 2. OTS-Meldung vom 27. Dezember 2017.
Teil 3 mini|Ein Teil der Serie wurde auch auf Špilberk gedreht. Der in der Serie verwendete Galgen blieb hier (Juni 2021). Nach dem Verlust von Schlesien an Friedrich II. scheint der Waffenstillstand mit Preußen nicht von langer Dauer. Überall scheinen Feinde zu lauern, die Teile des Habsburgerreichs erobern wollen. Franz Stephan von Lothringen betreibt hinter dem Rücken von Maria Theresia Geschäfte mit Preußen und Friedrich II. in seinem Palais in der Wallnerstraße, er stattet ihn unter anderem mit Uniformen und Zelten aus.
Maria Theresia bezahlt für ihren Einsatz als Staatsoberhaupt auch einen persönlichen Preis, denn ihr Ehemann Franz Stephan wendet sich anderen Frauen zu. Sie wirft Franz Stephan vor, dass er sich beim unmoralischen Glückspiel amüsiere, während der Krieg verloren wird. Franz Stephan hält dagegen, dass die Einnahmen aus seinem unmoralischen Glückspiel ihren moralischen Krieg finanzieren würde. Maria Theresia beschuldigt außerdem ihre Schwiegermutter Élisabeth Charlotte d’Orléans ein Spitzel für den französischen König zu sein.
Sie fühlt sich im Stich gelassen, ist eifersüchtig und misstrauisch. Entgegen dem Rat ihrer Berater sucht sie bei Baron von der Trenck militärische Unterstützung, der zwar für seinen Wagemut bekannt ist, aber auch für seine Grausamkeit. Er verspricht ihr, die bayerischen Länder für sie zurückzugewinnen und ihr das Nürnberger Ei als Trophäe zu bringen. Maria Theresia scheint in ihrer verzweifelten Situation ihre eigenen Werte und Moralvorstellungen über Bord zu werfen. Von der Front erhält sie die Nachricht, dass sich die Lage im Westen verändert, Trenck marschiert auf München zu, die Bayern weichen. Außerdem wird über Plünderungen in Bayern durch Trenck berichtet. Er nimmt auch keine Gefangenen, die als Tauschobjekte für eigene gefangene Adelige dienen könnten, sondern lässt sie gegen die Regeln sofort hinrichten. Trenck besiegt schließlich die Bayern und sendet Maria Theresia das Nürnberger Ei.
Teil 4 Der Einsatz Trencks hat zwar den gewünschten militärischen Erfolg gebracht, allerdings muss Maria Theresia erkennen, dass damit auch Verbrechen und Grausamkeit Tür und Tor geöffnet wurde. Trencks Panduren haben Not und Elend über die Zivilbevölkerung gebracht, vergewaltigt und gemordet. Maria Theresia geht mit ihm, aber auch mit sich selbst hart ins Gericht. Ab sofort ist Moral oberstes Gebot, sie lässt die Keuschheitskommission einrichten, an deren Spitze Pater Johannes steht. Im schlimmsten Fall droht die Deportation ins Banat mit den sogenannten Temeswarer Wasserschüben.