Das Pirckheimer-Gymnasium ist ein naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium in Nürnberg.

Geschichte

Durch Siedlungsverdichtung und zahlreiche Neubauten wurde in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre der Beschluss gefasst, ein neues Gymnasium im Süden der Stadt zu errichten. Das neue Gymnasium sollte insbesondere die bisherigen vier mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasien Dürer-Gymnasium, Hans-Sachs-Gymnasium, Martin-Behaim-Gymnasium und Sigena-Gymnasium entlasten.

Da die Stadt nach dem Schulfinanzierungsgesetz dazu verpflichtet war, die erforderlichen Räumlichkeiten für ein neues staatliches Gymnasium zu organisieren, wurde dem Freistaat Bayern mit Beschluss des Schul- und Kulturausschusses vom 23. Februar 1968 das Schulgebäude Gibitzenhofstraße 151 im Stadtteil Gibitzenhof zur Verfügung gestellt und ein Endausbau der neuen Schule mit bis zu 28 Klassen bis zum Schuljahr 1976/77 forciert.Gymnasium im Aufbau auf pirckheimer-gymnasium.de, aufgerufen am 2. Dezember 2017

Am 1. August 1968 wurde das Gymnasium mit dem Zusatz „(im Aufbau)“ eröffnet und mit Beginn des Schuljahres 1968/69 wurden die ersten drei 5. Klassen mit 114 Schülerinnen und Schülern unter der Leitung des Gymnasialprofessors Otto Lorenz gebildet. Eltern, die ihre Kinder bereits an einem anderen Gymnasium angemeldet hatten, waren gebeten worden, sie an der neuen Schule anzumelden. Während des ersten Schuljahres befanden sich im Schulhaus auch vorübergehend acht Volksschulklassen und 13 Klassenzimmer wurden von der Sigena-Oberrealschule genutzt.Gymnasium im Aufbau auf pirckheimer-gymnasium.de, aufgerufen am 2. Dezember 2017

Gebäude Das heute denkmalgeschützte Gebäude des Gibitzenhofschulhauses von 1882 diente zunächst als Gemeindeschulhaus und wurde im Jahr 1905 fertig gestellt, nachdem 1901/02 An- und Erweiterungsbauten erfolgten. Während des Ersten Weltkrieges diente das Schulhaus für kurze Zeit als militärisches Massenquartier. In der Weimarer Republik wurde die Beleuchtung modernisiert und ein Jugendhort angegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude, ebenso wie andere Schulen als Kaserne oder Lazarett genutzt und der Unterricht erfolgte im Schichtbetrieb. 1944 erlitt das Haus bei Luftangriffen leichte Beschädigungen, aber 1945 wurde der Nordwestteil nahezu vollständig zerstört. Wegen der Zerstörungen wurden die Schüler 1945 bei der Wiederaufnahme des Unterrichts an das teilweise benutzbare Gebäude der Herschelschule verwiesen. Erst 1957 wurde die Renovierung des Schulhauses für die geplante Einrichtung des neuen Gymnasiums beendet. Da zur vollständigen Errichtung eines neuen Gymnasiums jedoch weitere Räumlichkeiten benötigt wurden, reichte das Referat IV am 26. Oktober 1968 einen Bauantrag zur Erweiterung der Turnhalle und Errichtung eines Nord- und Südflügels ein. Diesem wurde am 24. Juni 1970 seitens des Organisationsamtes zugestimmt, sodass im Jahr 1973 die Fertigstellung erfolgte.Schulgebäude auf pirckheimer-gymnasium.de, aufgerufen am 2. Dezember 2017

Namensgebung Die in der Ausgabe des Bayerischen Staatsanzeigers vom 12. Juli 1968 zu lesende Bezeichnung Gymnasium Nürnberg (Gibitzenhofstraße) für die neue Schule stieß bei der Lehrer-, Schüler- sowie Elternschaft auf wenig Zuspruch. So gründete sich eine Initiative, die sich auf die Suche nach einem Namenspatron machte, der ein großer Nürnberger Wissenschaftler, der mit der südlichen Stadtentwicklung in Verbindung steht, sein sollte. Neben den noch in der engeren Auswahl stehenden Georg Philipp Harsdörffer und Regiomontanus, entschied man sich nicht zuletzt auf Grund der ebenso bekannten Caritas Pirckheimer für Willibald Pirckheimer als Namensgeber. Dem Antrag der Schule auf die Führung des Namens Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg wurde seitens des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus am 5. Dezember 1970 stattgegeben.

Schulleiter 1968–1980: Otto Lorenz 1980–1999: Gerhard Gunst 1999–2005: Joachim Leisgang 2005–2015: Wilfried Büttner 2015–2025: Benedikt Mehl seit 2025: Matthias Zeidler

Bekannte Schüler

Julia Kempken (* 1960), künstlerische Leiterin des Theaters rote Bühne Ulrich Schmitzer (* 1960), Altphilologe Oliver Tissot (* 1963), Kabarettist und Soziologe Michael Fuchs (* 1970), Fußballspieler und Torwarttrainer Gymmick (bürgerlich Tobias Hacker, * 1973), Cartoonist, Liedermacher und Schauspieler Fabian Quoss (* 1982), Pokerspieler

Literatur Friedrich Glauning: Die Entwicklung des Nürnberger Schulwesens. In: Die Schulen in Nürnberg mit besonderer Berücksichtigung des städtischen Schulwesens. Nürnberg, 1906, S. 90 Otto Barthel: Die Schulen in Nürnberg 1905–1960. Mit Einführung in die Gesamtgeschichte. Nürnberg: Stadtarchiv, 1964, S. 680 Jahresberichte des Pirckheimer-Gymnasiums, ab 1970/71 bis 2000/01 Das Gibitzenhofschulhaus – ein Stück Nürnberger Vorortsgeschichte, Festschrift zum 20jährigen Jubiläum des Pirckheimer-Gymnasiums Nürnberg (1968-1988). Hrsg.: Freunde des Pirckheimer-Gymnasiums e. V. – Nürnberg: Freunde des Pirckheimer-Gymnasiums, 1988, S. 256 Hans-Georg Kleinow, u. a. (Hrsg.): Das Pirckheimer-Gymnasium – ein Teil Gibitzenhofs. Gibitzenhof – ein Teil Nürnbergs. Ein Beitrag des Pirckheimer-Gynmnasiums zum 100jährigen Jubiläum der Eingemeindung Gibitzenhofs in den Stadtbezirk Nürnberg (1899). Hrsg.: Freunde des Pirckheimer-Gymnasiums e. V. – Nürnberg: Freunde des Pirckheimer-Gymnasiums, 1999, S. 285

Weblinks

Website des Pirckheimer-Gymnasiums

Einzelnachweise

Kategorie:Gymnasium in Nürnberg Kategorie:Schulgebäude in Nürnberg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1968