mini|Damenporträt Karl Johann Nikolaus Piepho (* 25. März 1869 in Frankfurt am Main; † 23. Mai 1920 in München) war ein deutscher Stillleben-, Landschafts- und Bildnismaler.

Piepho war der Sohn des Kaufmanns Hermann Piepho (1839–1917) und dessen Ehefrau Emilie Piepho, geborene Pietz (1842–1932). Sein jüngerer Bruder Heinrich Piepho schlug eine kaufmännische Laufbahn ein und übernahm nach dem Tod des Vaters dessen Firma in Stuttgart.Frankfurter Adressbücher 1868–1874Stuttgarter Adressbücher ab 1875Sterbeanzeige Hermann Piepho, in: Schwäbischer Merkur vom 8. Januar 1917Sterbeanzeige Emilie Piepho, in: Schwäbischer Merkur vom 1. April 1932Handelsregister, in: Schwäbischer Merkur vom 24. August 1917

Nach einer kaufmännischen Ausbildung, studierte Piepho ab 1888 an der Kunstschule Stuttgart und ab 1890 an der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe bei Caspar Ritter und Hermann Baisch. Von 1894 bis 1895 setzte er sein Studium an der Académie Julian in Paris fort.

Noch während seines Studiums stellte Piepho 1893 im Alter von 24 Jahren im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart verschiedene Studien und Skizzen aus. Zudem unternahm er Studienreisen nach Holland (1891), Lothringen (1892) und Belgien (1895).Im Württembergischen Kunstverei, in: Schwäbische Chronik Mittagsblatt vom 18. Januar 1893

Nach Abschluss des Studiums und der Studienreise nach Belgien ließ sich Piepho 1895 in München nieder und wohnte dauerhaft im 4. Stock der Giselastraße 22 im Stadtteil Schwabing.Münchner Adressbücher ab 1900

Mit seiner Teilnahme an der VII. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast in München 1897, einer der bedeutendsten deutschen Kunstausstellungen der Zeit, markierte Piepho einen frühen öffentlichen Höhepunkt seiner Laufbahn. Das dort ausgestellte Gemälde "Abendstille" wurde von Prinzregent Luitpold von Bayern angekauft; insgesamt erwarb der Prinzregent lediglich zwei Werke aus der Ausstellung.Allgemein Zeitung vom 3. Juni 1897. München.

Um 1900 arbeitete Piepho in der Künstlerkolonie Dachau.

1901 stellte er das Gemälde "Am Waldesrand" in der ersten Ausstellung der von Wassily Kandinsky mitgegründeten Künstlergruppe Phalanx in München und weiteren Städten aus. Als geborener Frankfurter beteiligte er sich zwischen 1902 und 1910 regelmäßig an den Jahresausstellungen Frankfurter Künstler im Frankfurter Kunstverein.Ausstellungskataloge des Frankfurter Kunstvereins 1902–1910

1902 trat Piepho der Münchener Secession bei, beteiligte sich regelmäßig an deren Ausstellungen und war dort zwischen 1904 und 1908 als zweiter Schriftführer tätig. Zudem war er außerordentlich korrespondierendes Mitglied der Berliner Secession sowie seit dessen Gründung Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.Ausstellungskataloge der Münchener Secession 1902–1908Ausstellungskatalog der Berliner Secession 1913 mini|Blumenstillleben Piepho erhielt 1903 in Wien auf der 30. Jahresausstellung der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens die Kleine Goldene Staatsmedaille für sein Gemälde „Einsamkeit“. 1909 wurde ihm auf der 10. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast zu München die Goldmedaille 2. Klasse der Münchener Künstlergenossenschaft verliehen.

Piepho starb am 23. Mai 1920 nach längerer Krankheit und wurde auf dem Ostfriedhof in München beigesetzt. Er war mit Barbara Piepho verheiratet.Bestattungen, in: Münchener Neueste Nachrichten vom 25. Mai 1920Münchner Adressbücher ab 1921

Anfang 1921 ehrte ihn der Kunstverein München posthum mit einer umfangreichen Nachlassausstellung, die zwei Ausstellungssäle umfasste.Nachlassausstellung Carl Piepho. In: Münchner Neueste Nachrichten, Morgen-Ausgabe, 12. Februar 1921, S. 2.

Seine Werke befinden sich u. a. in den Sammlungen der Neuen Pinakothek München, der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, der Staatsgalerie Stuttgart, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München sowie dem Museum Georg Schäfer.

Literatur Hermann Alexander Müller, Hans Wolfgang Singer, Allgemeines Künstler-Lexikon, Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt a. Main, 1921 Band 3, S. 278 f. Horst Ludwig: Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst. München 1981, ISBN 3-7654-1801-3, Band 3, S. 278.

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