Geta Brătescu (* 4. Mai 1926 in Ploiești; † 19. September 2018 in Bukarest) war eine rumänische Künstlerin. Sie gilt als eine der herausragendsten Avantgardistinnen Osteuropas.Geta Brătescu, Drawing as a dance, Begleitendes Ausstellungsbooklet, 25. März bis 25. Juni 2023, Kunstmuseum Ravensburg, abgerufen am 8. Mai 2023. Auch in Druckform erhältlich.

Leben

Geta Comănescu kam 1926 – Artikel bei Nexis, abgerufen am 5. Dezember 2017 aus den Stuttgarter Nachrichten. als einziges Kind einer Apothekerfamilie in Ploiesti zur Welt. Sie studierte von 1945 bis 1949 Malerei bei Camil Ressu an der Universität in Bukarest. Sie setzte ihre Ausbildung an dieser Universität mit einem Studium der Literatur und Philosophie bei George Călinescu und Tudor Vianu fort. Ein Abschluss wurde ihr von der Kommunistischen Partei verweigert. Ihre Mutter ging ins Exil. – Artikel bei Nexis, abgerufen am 4. Dezember 2017 aus der Welt.

1951 heiratete sie den Ingenieur und passionierten Fotografen Mihai Brătescu, mit dem sie anschließend bei den meisten fotografischen Projekte zusammenarbeitete. 1954 kam der gemeinsame Sohn Tudor zur Welt. Ihren Lebensunterhalt musste sie in den 1950er Jahren als technische Zeichnerin verdienen.

1957 wurde sie in die Rumänische Künstlervereinigung (UAP) aufgenommen und konnte dank der Mitgliedschaft Reisen in die UdSSR, nach Ungarn und nach Polen unternehmen.

Ab Mitte der 1960er Jahre lebte die Künstlerin in Bukarest. Von 1969 bis 1971 wurde ihr ermöglicht, an dem Institut der Schönen Künste Nicolae Grigorescu in Bukarest ihre Ausbildung abzuschließen. Seit dieser Zeit arbeitete sie an der Grenze zwischen Kunst und Literatur. 1970 wurde sie mit dem Preis der rumänischen Kunst-Zeitschrift Arta ausgezeichnet und erhielt 1994 den Ambiente-Preis des rumänischen Verbandes Bildender Künstler. 1993 ging der Ion-Andreescu-Preis der Rumänischen Akademie an Geta Brătescu. 2008 wurde sie mit der Ehrendoktorwürde der Nationalen Universität der Künste in Bukarest ausgezeichnet. 2017 nahm sie an der Biennale in Venedig – Artikel bei Nexis, abgerufen am 4. Dezember 2017 aus The New York Times. mit einer Auseinandersetzung (Apparitions – Artikel bei Nexis, abgerufen am 4. Dezember 2017 aus The Telegraph.) in Form einer Lebenslaufbefragung im Regime Ceausescu – Artikel bei Nexis, abgerufen am 4. Dezember 2017 aus dpa weblines. teil, später auch an der documenta 14 – Artikel bei Nexis, abgerufen am 4. Dezember 2017 aus Le VIF. in Athen und Kassel. Sie stellte in Kassel in einem eigenen Raum in der Neuen Galerie aus. 2018 wurde kurz nach ihrem Tod eine erste institutionelle Schau in dem Neuen Berliner Kunstverein eröffnet.

Werk Das kleine Atelier in Bukarest spielt eine zentrale Rolle in dem Werk von Geta Brătescu. Es bedeutet für sie zunächst ein Ort der Freiheit, ihre verspielte experimentelle Konzeptkunst lebt sie hinter dem Eisernen Vorhang aus. Das Atelier ist ein total ahistorischer Raum. Das Atelier ist ein Raum in Bewegung, transformiert durch die Überführung von Bild in Handlung und „vice versa“, durch die Spannung zwischen Schauspiel und Schauspielerei, zwischen Selbstanalyse und Selbstauslöschung. 1978 wird ihr Arbeitsraum in der Performance The Studio zum Thema, in der sie mit ihrem Körper das Atelier vermisst.

Grundlegend für Brătescus künstlerisches Konzept ist das Ausblenden der profanen Wirklichkeit der Linie. Ob in Zeichnung, Lithografien, Collagen, Buchprojekten, Selbstporträts oder Aktionen, die die Künstlerin mittels Film oder Fotografien festhält. Es entsteht ein Konstrukt, das den Rhythmus entfesselt. Die Künstlerin bemüht sich, die Linien zu konkretisieren und erfahrbar zu machen; ihre körperliche Bewegung durch den Raum zu erkennen, befreit sie somit von der Fläche. Zu den Materialien, die sie bearbeitete, gehörten ihr Körper, vorgefundene Bilder und Muster, Papier, Stoff und Worte. Sie stellte sich selbst häufig in der Figur des Vogels dar, der in ihren Arbeiten ihre Selbstbefreiung als Künstlerin und als Frau repräsentierte.

Brătescu schuf Druckgrafiken, illustrierte 1983 Goethes Faust und arbeitete von 1963 bis 1983 für die Literatur-Zeitschrift Secolul 20. Sie schuf allegorische Wandteppiche wie die Medea-Serie und fertigte in den 1990er Jahren Collagen, Objekte, Fotografien, Papierarbeiten, Cutout mit Schere, Künstlerbücher und Videofilme. Die Künstlerfilme Hände und Atelier drehte sie 1973 mit Ion Grigorescu, 1992 Earthcake und 1993 Cocktail automatic. Eines ihrer letzten Werke war ein Film über ihr künstlerisches Schaffen, den sie zusammen mit Stefan Sara produziert hatte.

Zitate Geta Brătescu über ihre Arbeit:

Werke in Museen Kunst-Museum, Bukarest Museum Cluj-Napoca Kunstmuseum Constanța Muzeul de Artă Modernă și Contemporană, Galați Museum Oradea Museum Timișoara Kunstmuseum G. Georgescu, Tulcea

Ausstellungen Einzelausstellungen 1947: Caminul Artei Gallery, Bukarest 1960: Galateea Gallery, Bukarest 1963: Simeza Gallery, Bukarest 1967: Sala Dalles, Bukarest 1970: Atelier, Orizont Galerie, Bukarest 1971: Atelier II, Apollo Galerie, Bukarest 1972: Sala Dalles, Bukarest 1973: Magnets, Bukarest 1976 – Atelier III – Towards White, Galateea Gallery, Bukarest 1976 – Studio 3 – Verso il bianco. Accademia di Romania, Rom 1981: Medea’s Portraits. Simeza Galerie, Bukarest 1983: Vestigii, Simeza Galerie, Bukarest 1984: I have drawn for Faust. Casa de Cultura RFG, Bukarest 1985: Lyngby Kunstforening, Lyngby, Dänemark 1987: Caminul Artei Galerie, Bukarest 1988:– Galerile de Arta Timișoara; Galeriile de Arta Arad, Muzeul Tarii Crisurilor, Oradea, Rumänien 1990: Galerie Arnold-Jotzu, Bad Homburg, Deutschland 1992: The Myths and Stories of Geta Brătescu, Museum of Art and Archaeology, University of Missouri, Columbia 1999–2000: National Museum, Bukarest 2008: Geta Brătescu, Galerie im Taxispalais, Innsbruck 2009: Capricio, Galerie Rüdiger Schoettle, München 2010: Alteritate, Galerie Mezzanin, Wien 2013: Galerie Barbara Weiss (mit Paul Neagu, Berlin) 2015: Liverpool Tate, Liverpool 2015: Geta Bratescu: Drawings with the Eyes closed. Contemporary Art Museum St. Louis, St. Louis, USA 2016: Hamburger Kunsthalle, Hamburg (Retrospektive) 2018: Neue Berliner Kunstverein 2020: Kunstmuseum St. Gallen 2023: Geta Bratescu: Drawings as a dance, Kunstmuseum Ravensburg

Gruppenausstellungen 1960: Biennale Venedig 1970: Biennale São Paulo 1983: Biennale Venedig 1983: Biennale São Paulo 1987: Biennale São Paulo 2011: Istanbul Biennale 2007: Social Cooking Romania. NGBK, Berlin 2007: Geta Brătescu – Ion Grigorescu. Resources. MNAC, Bukarest 2013: Biennale Venedig mit Ștefan Bertalan und Andra Ursuta 2017: Camden Arts Centre, London 2017: Biennale Venedig – Artikel bei Nexis, abgerufen am 5. Dezember 2017 aus The Irish Times. 2017: documenta 14, Athen, Kassel

Literatur

Alina Șerban: Daybook Documenta 14. Pestel Verlag, München 2017, S. ?.

Weblinks Geta Brătescu: Wie man Kunst machen kann mit zugeklebtem Mund. Retrospektive in der Kunsthalle Hamburg Geta Brătescu: Mit Teebeuteln gegen das Vergessen des Kalten Krieges. Retrospektive in der Kunsthalle Hamburg Geta Brătescu beim Art Magazin

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler der Neuzeit Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Bildender Künstler (Bukarest) Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Rumänien Kategorie:Rumäne Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Frau