Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1971 begannen am 7. April 1971 und endeten am 18. Mai 1971 mit dem 4:3-Erfolg der Canadiens de Montréal über die Chicago Black Hawks. Die Canadiens gewannen somit ihren insgesamt 17. Titel der Franchise-Geschichte und zugleich dritten in den letzten vier Jahren. Zudem hatten sie in Torhüter Ken Dryden den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player sowie in Person von Frank Mahovlich den Topscorer dieser post-season in ihren Reihen. Die unterlegenen Black Hawks hingegen standen in ihrem ersten Stanley-Cup-Finale seit 1965, das sie mit dem gleichen Ergebnis gegen Montréal verloren hatten.

Ferner wurden die Canadiens zum ersten Team seit den Toronto Maple Leafs im Jahre 1945, das das entscheidende siebte Spiel um den Stanley Cup auswärts gewinnen konnte. Nach ihnen gelang dies, ebenso wie das Aufholen eines 0:2-Rückstands im Endspiel, erst wieder den Pittsburgh Penguins in den Playoffs 2009.

Modus Für die Playoffs qualifizierten sich die jeweils vier besten Teams der Eastern und der Western Division. Im Viertelfinale standen sich zuerst innerhalb einer jeden Division der Erste und der Dritte sowie der Zweite und der Vierte der Setzliste gegenüber. Die Halbfinals wurden dann – im Gegensatz zu den Vorjahren – zwischen den Divisionen ausgetragen, so traf jeweils der Sieger aus 1 gegen 3 auf den Sieger aus 2 gegen 4 der Setzliste. Anschließend folgte das Stanley-Cup-Finale. Mit dieser Änderung sowie dem Wechsel der Black Hawks in die Western Division sollte der Einseitigkeit der letzten drei Endspiele Rechnung getragen werden. In diesen unterlagen die St. Louis Blues, Sieger der nur aus Teams der Expansion von 1967 bestehenden Western Division, jeweils mit 0:4 dem Sieger der Eastern Division, die nur aus Teams des Original Six bestand.

Alle Serien wurden dabei im Best-of-Seven-Modus ausgetragen, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Weiterkommen benötigte. Das höher gesetzte Team hatte dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselte das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hatte die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden blieben, folgte die Overtime. Sie endete durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).

Qualifizierte Teams Eastern Division (E1) (E2) (E3) (E4) Western Division (W1) (W2) (W3) (W4)

Playoff-Baum

Viertelfinale (E1) Boston Bruins – (E3) Canadiens de Montréal

(E2) New York Rangers – (E4) Toronto Maple Leafs

(W1) Chicago Black Hawks – (W3) Philadelphia Flyers

(W2) St. Louis Blues – (W3) Minnesota North Stars

Halbfinale (E3) Canadiens de Montréal – (W3) Minnesota North Stars

(W1) Chicago Black Hawks – (E2) New York Rangers

Stanley-Cup-Finale (W1) Chicago Black Hawks – (E3) Canadiens de Montréal

Stanley-Cup-Sieger Stanley-Cup-Sieger100px|Logo der Montréal CanadiensCanadiens de MontréalTorhüter: Ken Dryden, Rogatien Vachon

Verteidiger: Pierre Bouchard, Terry Harper, Jacques Laperrière, Guy Lapointe, Bob Murdoch, Serge Savard, J. C. Tremblay

Angreifer: Jean Béliveau (C), Yvan Cournoyer, John Ferguson, Réjean Houle, Claude Larose, Chuck Lefley, Jacques Lemaire, Frank Mahovlich, Pete Mahovlich, Henri Richard, Phil Roberto, Léon Rochefort, Bobby Sheehan, Marc Tardif Cheftrainer: Al MacNeil  General Manager: Sam Pollock

Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Frank Mahovlich Montréal 20 14 13 27 +2 18 Bobby Hull Chicago 18 11 14 25 +9 16 Yvan Cournoyer Montréal 20 10 12 22 +14 6 Jean Béliveau Montréal 20 6 16 22 +13 28 Jacques Lemaire Montréal 20 9 10 19 +8 17 Stan Mikita Chicago 18 5 13 18 +7 16 Pat Stapleton Chicago 18 3 14 17 +11 4 J. C. Tremblay Montréal 20 3 14 17 +5 15 Pete Mahovlich Montréal 20 10 6 16 −3 43 Cliff Koroll Chicago 18 7 9 16 +4 18 Bill White von den Chicago Black Hawks erreichte ebenfalls eine Plus/Minus-Statistik von +14.

Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.

Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt.Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Tony Esposito Chicago 18 1147:45 11 7 42 2 92,8 2,20 Eddie Giacomin NY Rangers 12 757:20 7 5 28 0 91,2 2,22 Bernie Parent Toronto 4 234:06 2 2 9 0 92,3 2,31 Ken Dryden Montréal 20 1217:09 12 8 61 0 91,4 3,01

Weblinks Stanley-Cup-Playoffs 1971 auf hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs auf bigmouthsports.com (PDF-Dokument, 1091 kB)

#1971 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1971