mini|Steinbruch mini|Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Ludwag ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Ludwag hat eine Fläche von 5,969 km². Sie ist in 606 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9850,15 m² haben.

Geografie Das Pfarrdorf liegt auf einer Hochebene der Fränkischen Schweiz. Unterhalb der Ortschaft liegt ein ausgedehnter stillgelegter Kalksteinbruch. Auf einem Berg in der Nähe von Ludwag befindet sich die Wallfahrtskirche Gügel. Im Südosten liegt ein aus zwölf Windrädern bestehender Windpark. Die Staatsstraße 2187 führt nach Neudorf bei Scheßlitz (1,7 km südlich) bzw. nach Zeckendorf (2,4 km nordwestlich). Die Kreisstraße BA 30 führt nach Kübelstein (1,6 km nordöstlich). Die Kreisstraße BA 51 führt nach Poxdorf (3 km südöstlich).

Geologie Zu Ludwag gehört ein ehemaliger Steinbruch, der allmählich renaturiert wird. Von diesem Steinbruch rührt der Spitzname Staa-Beißer (hochdeutsch: Stein-Beißer) her.

Ortsname Der Name des Dorfes ist slawischen Ursprungs (lud: Leute, wach: Wacht).

Geschichte Vermutlich gehörte Ludwag zu den Standorten der Slawenkirchen, die Karl der Große im Jahr 793 im Rahmen der Slawenmission gründen ließ, indem er um 790 den Würzburger Bischof Berowelf beauftragte, 14 Missionskirchen für die christianisierten Slawen an Main und Regnitz zu errichten, deren Lage meist nur vermutet werden kann.

Die erste urkundliche Erwähnung war erst im Jahr 1061, als der Ort dem Hochstift Bamberg übergeben wurde. Im Jahre 1112 war er Herrensitz des Freiherrn von Ludunbach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ludwag aus 35 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz: 1 Hof, 23 Häuser mit Stadel, 1 Schenkstatt mit Brauhaus; das Kloster Langheim: 1 Haus mit Stadel; die Pfarrei Ludwag: Pfarrhof, Schulhaus, 1 Haus mit Stadel; das Gotteshaus Ludwag: 1 Gütlein; das Elisabeth-Spital Scheßlitz: 2 Söldenhäuser; die Grafen von Giech zu Thurnau: 2 Häuser mit Stadel; die Grafen Voit von Rieneck: 1 Hof.W. Weiß: Bamberg, S. 144.

Im Jahre 1802 kam Ludwag an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Ludwag dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Zeckendorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ludwag. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 21 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Wiesentfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).W. Weiß: Bamberg, S. 253f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,766 km².

Am 1. Mai 1978 wurde Ludwag im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.

Baudenkmäler In Ludwag gibt es zwei Baudenkmäler: katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Hans-Wölfel-Straße 1: Pfarrhaus

Bodendenkmäler In der Gemarkung Ludwag gibt es neun Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900Einwohner 201 252 243 232 235 227 240 260 284 263 243 215 206HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 40 41 42 43 42Quelle

Jahr 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025Einwohner 199 219 215 217 209 191 221 229 208 170 167 165 116Häuser 37 37 37 39 Quelle

Religion Ludwag ist römisch-katholisch geprägt und bis heute Sitz der Pfarrei St. Johannes der Täufer.

Sonstiges In der Sat.1-Krimiserie Der König, Folge Herz aus Gold, mit Günter Strack, diente der Steinbruch 1994 als Kulisse für die Schlussszene.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ortsteil von Scheßlitz Kategorie:Ersterwähnung 1061 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft