Friedrich Wilhelm Anton Hohe (* 3. April 1802Archiv des evangelisch-lutherischen Pfarramtes Bayreuth-Stadtkirche: Tauf-, Heirats- und Sterberegister. in Bayreuth; † 7. Juni 1870Todesanzeige für Friedrich Hohe. In: Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik. München 8. Juni 1870, S. 15. in München) war ein deutscher Maler und Lithograf.
Leben Hohe war der dritte Sohn des Malers Johann Hohe (14. Dezember 1774–19. Juli 1847) und dessen Frau Christina Johanna (geborene Goetschel; † 22. Dezember 1829). Er besuchte bis zu seinem 14. Lebensjahr ein Gymnasium in Bayreuth und erhielt nach einem zweijährigen Fouriersdienst seinen ersten Unterricht im Zeichnen und der Malerei durch seinen Vater. Er war zunächst auch gemeinsam mit diesem tätig. Am 19. April 1820 schrieb er sich an der Kunstakademie in München für des Fach Figurenzeichnen ein.Matrikeldatenbank der Akademie der Bildenden Künste München: 00575 Friedrich Hohe. (matrikel.adbk.de), Matrikelbuch 1: 1809–1841 (daten.digitale-sammlungen.de). Während des Studiums verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch die Anfertigung von Dekorationen und Miniaturporträts und fertigte im Antikensaal der Akademie Zeichnungen an. Er hielt sich um 1821 sieben Monate lang in Erlangen auf, um dort nach der Natur zu zeichnen und trug mit Zeichnungen zur Anatomie des Chirurgen Bernhard Nathanael Gottlob Schreger bei. Als er zurück in München war fertigte er einige Zeichnungen für die Prachtausgabe des Werkes über die Palmen von Carl Friedrich Philipp von Martius. Bald darauf erhielt er durch die Unternehmer des Galeriewerkes in München, Piloty und Comp. die Gelegenheit das Bild Seestrand nach Philips Wouwerman zu lithografieren. Anschließend reiste er in die Schweiz und besuchte kurzzeitig seine Heimatstadt Bayreuth.
Ab 1823 widmete er sich bis kurz vor seinem Lebensende ausschließlich der Lithografie. Von März bis September 1826 unternahm er in Begleitung von Carl Rottmann eine Reise nach Italien und übernahm 1828 die Leitung der von Cotta bis 1833 veranstalteten lithographischen Herausgabe der herzoglich Leuchtenberg’schen Galerie. Hohe beteiligte sich mit einigen Blättern an Franz Hanfstaengls Herausgabe der Dresdener Galerie. Er kehrte anschließend nach München zurück. In den letzten Lebensjahren versuchte er sich als Landschafts-, Porträt- und Tiermaler.
Familie mini|Todesanzeige In: Neuesten Nachrichten aus dem Gebiete der Politik. 8. Juni 1870, S. 15 Seit dem 9. Mai 1830 war Hohe mit Carolina (geborene Deuringer; 1806–1872) aus Augsburg verheiratet, einer Tochter von Joseph Deuringer (gestorben am 9. Juli 1844), ehemaliger Gastwirt des „Goldenen Hahns“ in München.Stadtarchiv München: Familienbogen von Friedrich Wilhelm Anton Hohe und Carolina Deuringer.Todesanzeige zu Joseph Deuringer. In: Münchner Tagblatt. Nr. 191, 12. Juli 1844, S. 847 (Bildlink Commons). Er war der Vater von einem Sohn und zwei Töchtern.
Friedrich Joseph Hohe (* 10. April 1831) Johanna Karolina Hohe (* 4. Oktober 1835) Carolina Hohe (* 3. September 1837) Hohe hatte insgesamt fünf Geschwister, darunter den Universitätszeichenlehrer Nicolaus Christian Hohe (1798–1868)Heinrich Gerhartz: Christian Hohe. Ein Beitrag zur Geschichte der rheinischen Malerei im 19. Jahrhundert. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 128, 1936, S. 90–91 (vr-elibrary.de – Leseprobe). und Johann Georg Hohe (16. Mai 1800–10. Januar 1872), der Jurist und bayrische Verwaltungsbeamter wurde, dieser nannte sich Georg Hohe und später Georg Gustav von Hohe.
Werke (Auswahl) mini|Lithografie nach Ph. Wouwerman mini|hochkant|Georg Friedrich von Reichenbach (nach Stieler) Lithografien Pferdeschwemme nach Philips Wouwerman Wasserfall nach von Ruysdael Pferdestall nach Karl Wilhelm von Heideck, 1825 Die Amazonenschlacht nach Peter Paul Rubens Der Morgen oder die Ansicht von Partenkirchen, Kriegs-Szenen, Ein österreichisches Lager, Einzug König Ottos in Nauplia (1836) nach Peter von Hess Georg von Reichenbach nach Joseph von Stieler Auswahl von Gemälden in München lebender Künstler aller Fächer Malerei Skizzen zu Partenkirchen vom Zugspitz, Hintersee bei Berchtesgaden, Ansichten vom Starnbergersee, Schwarzbachfall bei Jettenberg (1848) Hasen im Feld (von Rothmüller lithographirt) Holzschnitte Jagdbilder (unter anderem für Herrn Petermann’s Jagdbuch oder Skizzen und Abenteuer aus den Jagdzügen des Herrn Petermann und seiner Freunde. Braun & Schneider Verlag, München)
Literatur Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Lithographien, Formschneider, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 6. München 1838, S. 237–238.
Emmanuel Bénézit: Dictionaire critique et documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs, Band 4, 1956, S. 732. Karl Sitzmann: Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken (= Die Plassenburg. Schriften für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken Band 12). Kulmbach 1957. S. 364.
Sabine Gertrud Cremer: Friedrich (Wilhelm Anton) Hohe. In: Die Künstlerfamilie Hohe. Maler über drei Generationen im 19. Jahrhundert. Heidelberg 2017, S. 47–59.(archiv.ub.uni-heidelberg.de, academia.edu).
Weblinks
Einzelnachweise
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