mini|Kirche mini|Offizielles Logo von Blaichach mini|Blaichach von Südwesten Blaichach ist eine Gemeinde im Landkreis Oberallgäu (Schwaben, Bayern).

Geographie Lage Die Gemeinde liegt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Sie grenzt im Osten an Burgberg, die Kreisstadt Sonthofen, Ofterschwang und Bolsterlang, im Südwesten an Balderschwang, im Westen an Oberstaufen sowie im Norden an Immenstadt.

Im nordöstlichen Gemeindegebiet wird Blaichach von der Iller durchflossen.

Blaichach ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Gemeindegliederung Es gibt 11 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Blaichach und Gunzesried.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1275 erstmals als Bilaicha erwähnt. Die Grafen von Montfort-Rothenfels bauten 1494 eine Zollbrücke über die Iller, womit die wichtige Salzstraße von Oberjoch nach Lindau direkt an Blaichach vorbeiführte. Blaichach war Bestandteil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die 1804 an Österreich vertauscht wurde und im Frieden von Preßburg (1805) an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert Im Zweiten Weltkrieg bestand vom Juli 1944 bis Mai 1945 im Bereich des heutigen Bosch-Werks westlich der Sonthofener Straße ein Außenlager des KZ Dachau, in dem 730 Männer inhaftiert waren, die für die Bayerischen Motorenwerke (BMW) in der Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Über den Gräbern von vier sowjetischen und einem niederländischen KZ-Opfer auf dem Friedhof erinnert ein Gedenkstein an das Geschehen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Gunzesried mit über 1000 Einwohnern in die Gemeinde Blaichach eingegliedert. 1978 kam es zur Bildung der aus den Gemeinden Blaichach und Burgberg im Allgäu bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Blaichach, die aber 1980 wieder aufgelöst wurde. Von 1990 bis 1996 wurde der Ortskern saniert, so erfolgte die Umgestaltung des Kirchplatzes, die Integration des alten Friedhofs in den Neuen Friedhof sowie der Bau einer Ortsumfahrung.

Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 wuchs Blaichach um 599 Einwohner bzw. um 12 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4993 auf 5811 um 818 Einwohner bzw. um 16,4 %. Jahr 1939 1950 1961 1970 1987 1991 Einwohner 2.898 4.010 3.803 4.828 4.970 5.287 Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 5.280 5.554 5.573 5.629 5.751

Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Christof Endreß (Wählergemeinschaft Blaichach-Bihlerdorf-Gunzesried). Dieser trat am 1. Mai 2014 die Nachfolge von Otto Steiger (2002–2014) an, der nicht mehr kandidierte. Endreß wurde am 15. März 2020 als gemeinsamer Bewerber von CSU, Grüne, SPD, FW und PW mit 87,84 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Gemeinderat ab 2020 SitzverteilungErgebnis der Kommunalwahl 2014 im Rathaus: CSU: 5 Sitze Freie Wählerschaft Bihlerdorf-Gunzesried: 5 Sitze Parteifreie Wählerschaft: 4 Sitze Grüne: 3 Sitze SPD: 3 Sitze

Wappen

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 2019 gab es in der Gemeinde 2134 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 2716 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 582 Personen größer als die der Einpendler. 74 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 42 landwirtschaftliche Betriebe.

Das Wirtschaftsforum Blaichach ist ein Zusammenschluss von Blaichacher Unternehmen. Es verfolgt verschiedene Ziele, um die Attraktivität der Gemeinde Blaichach zu steigern.

Verkehr Der Bahnhof Blaichach liegt an der Bahnstrecke Immenstadt–Oberstdorf. Die 1901 erbaute Hohe Brücke über die Gunzesrieder Ach westlich des Gemeindeteils Gunzesried war eine der ältesten Stahlbetonbrücken Deutschlands. Sie wurde gegen den Widerstand der Denkmalpflege durch einen Neubau ersetzt. Durch das Gemeindegebiet verlaufen auf dem gleichen Streckenverlauf die ca. 475 Kilometer lange Radrunde Allgäu sowie der Iller-Radweg.

Bildung Neben einem Kindergarten unterhält die Gemeinde eine Volksschule mit integrierter Grundschule und Mittelschule. Die Schüler der Mittelschule kommen hauptsächlich aus Blaichach und Gunzesried, aber auch aus der anliegenden Gemeinde Burgberg und teilweise aus Sonthofen.

Persönlichkeiten Johann Althaus (1798–1876), Sennermeister und Agrarreformer im Allgäu Peter Jaeckel (1914–1996), Archäologe, wuchs in Gunzesried auf Ossi Reichert (* 25. Dezember 1925; † 16. Juli 2006), Skirennläuferin und Olympiasiegerin Karl Läufle (* 1. August 1929; † 20. August 2009), Altbürgermeister, Gemeindearchivar und Träger des Bundesverdienstkreuzes Claire Beyer (* 13. Juli 1947), Schriftstellerin Karl Thomas Fehr (1954–2014), Mineraloge Florian Beck (* 7. Januar 1958), Skirennläufer Thomas Gehring (* 27. Juli 1958), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), bayerischer Landtagsabgeordneter Otto Möslang, 4 Jahre Vorsitzender Bergwacht Bayern, Träger des Bundesverdienstkreuzes Nicole Fessel (* 1983), Skilangläuferin Sina Bianca Hentschel (* 21. August 1987), Schauspielerin

Weblinks

Gemeinde Blaichach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Oberallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)