mini|Hans Pitra, am Tisch sitzend (2. von links) - Am 26. Oktober 1950 fand im Schiffbauerdamm-Theater in Berlin eine Friedenskundgebung der Berliner Kulturschaffenden statt, auf der Professor Havemann sprach.

Hans Pitra (* 7. Februar 1915 in Dresden; † 14. August 1977 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und langjähriger Intendant des Berliner Metropol-Theaters.

Leben Pitra wurde 1915 in einer Dresdener Arbeiterfamilie geboren. Nach Volksschule und Fortbildungsschule absolvierte er von 1929 bis 1933 eine Schriftsetzerlehre. Bereits mit acht Jahren wurde Pitra Mitglied der Roten Falken, denen er bis 1929 angehörte. Danach wechselte er zunächst zur SAJ, bis er 1932 Mitglied des KJVD wurde. 1933 bewarb sich Pitra erfolgreich als Schauspielschüler. Nach einer einjährigen Ausbildung arbeitete Pitra zunächst weiter in Dresden. Danach folgten deutschlandweit zahlreiche Stationen, die während des Zweiten Weltkriegs auch dazu dienten, der Einberufung zum Wehrdienst zu entgehen. Seine Stationen waren das Berliner Rose-Theater (1936/37), die Landesbühnen Sachsen (1937/38), das Landestheater Schweidnitz (1938–1940), das mecklenburgische Staatstheater Schwerin (1941/42) und das Stadttheater Neiße (1943–1945).

Nach Kriegsende trat Pitra in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein, 1946 in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Er begründete in seiner schwer zerstörten Heimatstadt noch 1945 die Dresdner Jugendbühne, deren erster Intendant er zugleich war. 1946 wechselte er als Intendant an das Stadttheater Bautzen, wo er bis 1948 wirkte. Anschließend leitete er bis Ende 1949 die Dresdner Volksbühne. Im Januar 1950 erhielt Pitra einen Ruf aus Berlin, er leitete zunächst kommissarisch das Metropol-Theater. Im März 1950 wurde Pitras Anstellung vom Magistrat von Berlin bestätigt. Es folgten 27 Jahre, in denen sich das Metropol zur führenden Unterhaltungskunstbühne der DDR entwickelte. Unter seiner Hausleitung fanden 25 Uraufführungen und neun DDR-Erstaufführungen statt. Zwischen 1954 und 1963 war Pitra zudem Berliner Vertreter in der Volkskammer der DDR. Pitra war seit Gründung des BFC Dynamo Mitglied des Vorstandes.Vor Gründung des BFC Dynamo. In: Neues Deutschland, 8. Januar 1966, S. 6.

Pitra war mit Hille Pitra (1914–2007) verheiratet, die neben ihm auf dem Friedhof Pankow III beigesetzt wurde.

Pitra starb nach langer Krankheit.

Theater 1951: Boris Djacenko: Menschen an der Grenze (Tromlitz) – Regie: Robert Trösch (Neue Bühne Berlin im Haus der Kultur der Sowjetunion)

Filmografie 1952: Sein großer Sieg 1956: Treffpunkt Aimée 1956: Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte 1958: Jahrgang 21 1961: Der Schweur des Soldaten Pooley 1962: Totentanz 1962: Die Weber 1965: Testpersonen 1967: Die gefrorenen Blitze 1967: Der Mensch neben dir (Fernsehserie, eine Folge) 1969: Krupp und Krause 1971: Rottenknechte

Ehrungen 1949 Aktivist des Zweijahrplanes 1952 und 1954 Medaille für ausgezeichnete Leistungen 1954 Goethe-Preis der Stadt Berlin 2. KlasseBerliner Zeitung vom 29. August 1954 S. 1 1974 Nationalpreis der DDR I. Klasse für Kunst und LiteraturNeues Deutschland vom 5. Oktober 1974 S. 5

Literatur Handbuch der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik, 3. Wahlperiode. Kongress-Verlag, Berlin 1959, S. 457. Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hrsg.): SBZ-Biographie. Bonn/Berlin 1964, S. 269.

Weblinks Grabstätte bei www.berlin.friedparks.de (abgerufen am 26. November 2017).

Siehe auch Liste der Mitglieder der Volkskammer der DDR (2. Wahlperiode)

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterintendant Kategorie:Darstellender Künstler (Dresden) Kategorie:Abgeordneter der Volkskammer Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR I. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann